Für Serienfans war die Rückkehr von Twin Peaks die Nachricht des vergangenen Jahres. Mark Frost und David Lynch sollten für Showtime eine dritte Staffel kreieren, die Schauspieler seien ebenfalls mit an Bord. Doch dieses Revival scheint nun aus Grund von Budgetgründen ohne den Kultregisseur stattzufinden.

Lynch schreibt auf Twitter weiter: “After 1 year and 4 months of negotiations, I left because not enough money was offered to do the script the way I felt it needed to be done. This weekend I started to call actors to let them know I would not be directing. Twin Peaks may still be very much alive at Showtime. I love the world of Twin Peaks and wish things could have worked out differently.” Auf Twitter ist der Aufschrei groß und Showtime versucht bereits mit einem Statement den Schaden zu begrenzen.

Der Ausschnitt lässt hoffen; immerhin lässt Showtime hier noch auf eine mögliche Lösung des Konflikts und sogar eine Rückkehr Lynchs offen. Die Fronten sind also nicht völlig verhärtet. Das lässt wiederum vermuten, dass Lynch mit seinem öffentlichen Abgang lediglich Druck ausüben möchte. Wobei ich jedoch denke, dass Lynch eigentlich über solchen Spielchen steht.

Trotzdem steht Showtime nun dumm da als der Übeltäter, der den Traum aller Fans zerstört hat. Und bei allem Verständnis für den wirtschaftlichen Aspekt der Produktion und ohne Näheres zu wissen, muss man daher auch festhalten, dass es recht unverständlich ist, das ganze Team zurückkehren soll, man dann aber nicht gewillt ist, den Preis dafür zu bezahlen.

Aber das ist leider nichts Neues. Bereits Frank Darabont merkte bei The Walking Dead schnell, dass die Sender relativ wenig Verständnis für künstlerische Integrität besitzen. Vielleicht ereilt Twin Peaks ein glücklicheres Schicksal.

Breaking bad 2016
AMC

Edit: April, April!

OMG! OMG! OMG!

Bereits vor einem Jahr hat Bryan Cranston gesagt, dass er sich nicht sicher sei, ob Walter White im Finale von Breaking Bad wirklich gestorben ist: “You never saw bags zip up or anything, or anyone say…you know.” Weiterhin sagte er in dem CNN Interview auf die Frage nach einer Rückkehr: “Never say never.”

Und auch Breaking Bad Schöpfer Vince Gilligan kann sich offensichtlich nicht von Albuquerque fernhalten. Mit Better Call Saul blieb er bei einer vertrauten Figur in einer bekannten Umgebung.Und heute das: Nach dem kritischen Erfolg mit Better Call Saul scheinen sich die Autoren und Gilligan für Götter zu halten, die sich noch einmal an ihr Meisterwerk wagen wollen.

AMC hat eine sechste Staffel als Epilog angekündigt, die in nur sechs Folgen die Schicksale der Figuren nach dem Finale schildern soll. Entkommt Jesse nach Alaska? Wie ergeht es der Familie in Albuquerque? Ein Crossover mit dem Beginn von Better Call Saul scheint sich ja auch anzubieten. Womit wir uns sicher sein können, ist jedoch, dass Walter White überlebt hat und sich auf dem Weg nach Südamerika befindet. AMC hat das Photo oben heute veröffentlicht.

Was Walt dort genau macht, ist nicht bekannt. Aber man kann davon ausgehen, dass es etwas mit dem Kartell oder den Verbindungen Gus’ nach Chile zu tun hat. Über Frings Vergangenheit ist schließlich wenig bekannt. Vielleicht ist Walter aber auch doch tot und es handelt sich um einen Flashback, der ihn auf dem Weg nach Chile zeigt? Immerhin gab es in der letzten Staffel einige Zeitsprünge, die Walt bei der Arbeit zeigten. Vielleicht gab es einen Arbeitsausflug nach Südamerika?

Was genau passiert, werden wir im Sommer nächsten Jahres erfahren. Breaking Bad ist zurück. Holy shit!

Ich bin etwas spät dran, aber ich habe die neue Folge von artes Durch die Nacht mit… gesehen. Diese hat es wirklich in sich und ist nicht nur für Game of Thrones Fans genießbar. Sibel Kekilli und George R.R. Martin kennen sich bereits, mögen sich sehr und interessieren sich füreinander – was für eine außerordentlich seltene Konstellation im Kosmos dieser Serie.

Zu Beginn darf Martin den Traum eines jeden Nerds leben und eine bildhübsche Frau in seine Man Cave geleiten, um ihr dort seine Spielfigurensammlung zu zeigen. Dort erklärt er ihr auch, wieso seine ASOIAF-Drachen nur zwei Beine haben und wieso das wissenschaftlich korrekter ist (Fuck off, Wyverns!).

Anschließend gehen sie was trinken und essen, schauen sich beschwipst Kunstausstellungen an, kaufen Comics (Martin liebt Saga!!!!) erzählen von ihren Karrieren und plaudern über die politische Situation in der Türkei und den Tatort. Danach geht es in George R.R. Martins Kino, Sibel kämpft süß mit dem Englischen und es gibt eine Q&A zu ihrem Film Gegen die Wand. Danach gibt es Live-Musik, mehr Alkohol und Liebesbekundungen. Herrliche Folge mit zwei super sympathischen Menschen.

Gestern gab es während des Staffelfinales von The Walking Dead auf AMC auch den ersten kurzen Einblick in die Spin-Off Serie, die ich gar nicht so uninteressant oder unnötig finde. The Walking Dead hat immerhin die ersten Wochen der Apokalypse übersprungen, da es Kirkman nie wirklich um das initiale Chaos im Comic ging. Nun hat sich das jedoch geändert und er hilft der lächerlich betitelten Serie Fear The Walking Dead, den Ausbruch des Zombievirus in Los Angeles zu zeigen.

Inwiefern genau hier jedoch die Genreklischees vermieden werden können, die Kirkman so elegant übersprang, bleibt abzuwarten. Mit Kim Dickens und Cliff Curtis hat die Serie jedoch schon mal zwei außerordentlich talentierte Schauspieler als Hauptdarsteller, die dem Spin-off zumindest auf dem Papier mehr Glanz verleihen. Immerhin muss man befürchten, dass auch diese Serie leider nicht ihr Potential erreichen kann. Denn man darf durchaus zweifeln, dass AMC für das Spin-off mehr Geld rausspringen lässt, als für die originale Show – und die plagt schließlich bereits das Problem, dass der Handlungsspielraum so gut wie nie erweitert wird. Wie soll das also in einer Metropole wie Los Angeles funktionieren?

Fear The Walking Dead Promo
AMC

Die Serie soll im Sommer starten und wird nicht nur ein Prequel sein, so Kirkman. Irgendwann wird die Serie zur gleichen Zeit wie The Walking Dead spielen und es gibt bereits jetzt erste Crossover-Pläne. So soll eine Figur aus dem Spin-off in der sechsten Staffel der originalen Show auftauchen und Morales aus Staffel 1 könnte eventuell irgendwo in der Nähe von Los Angeles landen. Weiterhin verspricht Kirkman die Enthüllung von bisher ungeahnten oder ungeklärten Geheimnissen. Das klingt wenig überzeugend. Hoffentlich hat man aus dem Finale der ersten Staffel gelernt.

Netter Werbespot mit Ricky Gervais in Anlehnung an die Coca Cola Werbung in dessen Film The Invention of Lying. (via)

akte x
FOX

Nach Monaten der Gerüchte und Spekulationen ist es nun offiziell: Akte X kehrt mit Showrunner Chris Carter, David Duchovny und Gillian Anderson für 6 Episoden zurück.

“I think of it as a 13-year commercial break,” Carter blurbs. “The good news is the world has only gotten that much stranger, a perfect time to tell these six stories.”

The formal announcement came courtesy of Dana Walden and Gary Newman, Chairmen and CEOs of Fox Television Group, who also shepherded the show in their days at 20th Century Fox TV.

“We had the privilege of working with Chris on all nine seasons of ‘The X-Files’ — one of the most rewarding creative experiences of our careers – and we couldn’t be more excited to explore that incredible world with him again,” Newman and Walden state. “‘The X-Files’ was not only a seminal show for both the studio and the network, it was a worldwide phenomenon that shaped pop culture — yet remained a true gem for the legions of fans who embraced it from the beginning. Few shows on television have drawn such dedicated fans as ‘The X-Files,’ and we’re ecstatic to give them the next thrilling chapter of Mulder and Scully they’ve been waiting for.”

Noch gibt es keinen Starttermin oder weitere Details. Gedreht wird aber im Sommer, sodass man mit einer Ausstrahlung irgendwann im Laufe von 2016 rechnen kann. Vince Gilligan hat übrigens auch bereits Interesse daran geäußert, wieder an der Serie mitzuarbeiten, sofern das seine sonstigen Verpflichtungen bei Better Call Saul zulassen.

Agent Carter 1
ABC

Tja, dann hätten wir jetzt auch Agent Carter hinter uns. Zugegeben, ich wusste anfangs nicht genau, was ich davon denn jetzt halten sollte, dass man hier eine relativ kleine Nebenfigur nimmt und ihr eine eigene Serie widmet. Doch das Endprodukt hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Peggy Carter war in den Comics ursprünglich eine winzige Nebenfigur, deren Rolle gegenüber der Vorlage schon im ersten Captain-America-Film erheblich ausgebaut wurde.

Insbesondere dank Haley Atwell, die in dieser Rolle einfach unschlagbar ist, fand Peggy Carter im Publikum dann aber einen sehr großen Anklang. So groß, dass man ihr einen kurzen Auftritt in The Winter Soldier verpasste und auch in Agents of SHIELD war sie dann gleich zwei Mal zu sehen. Auch in Avengers: Age of Ultron und in Ant-Man steht sie auf der Castliste, was bedeuten dürfte, dass zumindest ein Teil der Geschichte per Flashback in der Vergangenheit erzählt wird.

Die Serie baut letztendlich den ebenfalls Agent Carter betitelten Kurzfilm (der auf den Iron-Man-3-BluRays enthalten war) aus und zeigt Peggy nach den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges als SSR-Agentin. Zumindest wäre sie das gerne, denn ihre männlichen Kollegen sehen sie nur als Sekretärin und Kaffeelieferantin. Die Macher der Serie haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass Peggy Carter darin nicht nur gegen Bösewichte, sondern auch gegen den grassierenden Sexismus kämpft.

Fassen wir die Ereignisse der Serie kurz zusammen: Howard Stark, Vater des späteren Iron Man Tony Stark, hat eine Kammer, in der er seine „bad babies“ wegschließt. Dabei handelt es sich um Erfindungen, die zwar eigentlich für einen guten Zweck gedacht waren, allerdings eher das Gegenteil bewirken. In diese Kammer wird eingebrochen, Starks Erfindungen verschwinden und ein paar davon tauchen auf dem Schwarzmarkt auf.

Howard wird beschuldigt, dass er den Einbruch selbst inszeniert habe und muss flüchten. Peggy wird jedoch von Howard gebeten, dass sie die Sache ins Reine bringt, die „bad babies“ einsammelt. Als Helfer stellt er ihr seinen Butler, Edwin Jarvis (nach dem Tony Starks sehr nützliche KI benannt ist), zur Verfügung.

Das sieht zunächst danach aus, als würde es eine typische Monster-der-Woche-Sendung werden. Nicht die schlechteste Struktur, aber eben doch eine ausgelutschte und genau deshalb ist es gut, dass die Macher nicht in diese Falle tappen, sondern nur so tun, als folgten sie diesem Muster. Es zeigt sich jedoch, dass eine mysteriöse Geheimorganisation namens Leviathan hinter Howards Erfindungen her ist, vertreten wird sie von Agenten, denen die Stimmbänder entfernt worden sind. Die Kommunikation mit ihren Auftraggebern erfolgt mit einer Schreibmaschine, die offenbar über große Distanzen Nachrichten übermitteln kann.

Peggy arbeitet letztendlich als Doppelagentin, muss einerseits den Leviathan-Agenten zuvorkommen, sich andererseits aber auch gegenüber ihren SSR-Kollegen bedeckt halten, da diese davon überzeugt sind, dass Howard der Schuldige ist. Das gelingt ihr in gewissem Maße auch, doch ausgerechnet Daniel Sousa, der einzige im Büro, der sie unterstützt, kommt ihr allmählich auf die Schliche.

Unter Peggys Kommando kommt die Wende

Der Wendepunkt kommt, als Peggy einen Code, der mit einer der Schreibmaschinen gesendet wurde, aus dem Russischen übersetzen und dann auch noch mit nur einem Anruf die legendären „Howling Commandos“ unter Führung von Dum Dum Dugan als Frontunterstützung liefern kann. Diese behandeln Peggy wie eine von ihnen, schließlich haben sie gemeinsam im Krieg gekämpft und wissen, dass Peggy sich vor keinem Mann zu verstecken braucht.

Der Außeneinsatz führt zu einer verlassenen Einrichtung, die von Marvel als Red Room, der Geburtsstätte der Black Widows bestätigt wurde. Dort wurden kleine Mädchen zu Killermaschinen und Undercover-Agenten ausgebildet – mit mehr als fragwürdigen Methoden. Eines dieser Mädchen greift die Truppe an, tötet zwei und entkommt. Im Keller treffen Peggy und Co. auf einen verwirrten Ingenieur und dessen Psychiater, doch der Ingenieur dreht durch und wird von seinem Freund erschossen. Im Kugelhagel erleidet dann Übermacho Jack Thompson eine Panikattacke und muss ausgerechnet von Peggy gerettet werden. Er beichtet ihr später, dass seine angebliche Kriegsheldengeschichte eine Lüge ist, die beständig an ihm nagt.

Der Doktor reist mit den SSR-Agenten zurück nach New York. SSR-Leiter Dooley hat inzwischen bei dem Besuch eines Nazi-Kommandanten im Nürnberger Gefängnis erfahren, dass es in der deutschen Stadt Finow ein Massaker gab, bei dem die beiden Leviathan-Agenten angeblich getötet wurden und dass der Ort kurz danach von Howard Stark besucht worden war.

HAYLEY ATWELL
ABC

Im restlichen Verlauf der Serie werden dann alle Schleier gelüftet. Der Psychiater ist eigentlich Doktor Johann Fenoff, den Comic-Leser als den hypnotischen Superschurken Doktor Faustus kennen dürften. Peggys vermeintlich harmlose Nachbarin Dottie Underwood ist in Wahrheit eine Black Widow. Und auch Peggys eigene Scharade wird von Sousa geknackt, weshalb sie dann vor ihren eigenen Leuten fliehen muss, bis sie von Dottie mit einem Betäubungslippenstift ausgeknockt und dann eben doch gefangengenommen wird.

Fenhoff verschafft sich erst durch Agent Yauch nützliche Informationen und schmeichelt sich dann bei Chief Dooley ein. Für beide endet das leider tödlich, auch wenn Peggy und Jarvis Fenhoff (und Dottie) zwischenzeitlich auf die Schliche kommen können. Yauch wird in den Selbstmord getrieben und Dooley in eine von Starks unvollendeten, aber nicht weniger gefährlichen Erfindungen gesperrt – natürlich eine Art Rüstung als kleine Anspielung auf Iron Man. Bevor diese explodieren kann, springt Dooley aus dem Büro-Fenster, um sein Team zu retten. Obwohl er nie ein wirklicher Sympathieträger war, hat sich doch immer wieder gezeigt, dass er sich um seine Untergebenen wirklich kümmert und ihn gerade in dem Moment sterben zu sehen, in dem er als Charakter seine größte Entwicklung durchgemacht hat, tut weh. (weiterlesen…)

Edit: Okay, bin ich halt wie viele andere drauf reingefallen. Spielt keine Rolle, großartiges Stück Medienkritik, das vor allem Dank Böhmermanns Worte am Schluss kein bisschen an Wert verliert.

Originalpost:

Holy crap! Der Mittelfinger, der Deutschland seit Sonntag Abend nicht mehr loslässt, war tatsächlich gefälscht – von Jan Böhmermann und der Redaktion des Neo Magazin Royale. Wow. Ernsthaft. That’s some next level shit. Den Effekt selbst finde ich dabei gar nicht so spektakulär. Was wirklich sitzt, sind die paar knappen Worte, mit denen sich Böhmermann mal klipp und klar ohne Ironie an Günther Jauch, Redaktion und das deutsche Volk wendet. Das ist so großartig! Grimme-Preis!

Und ich finde es gar nicht allzu weit gegriffen, was Philipp hier vorschlägt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Böhmermann und Redaktion uns hier tatsächlich nicht an der Nase herumführen. Könnte natürlich sein, glaube ich aber nicht. Böhmermann gelang es nämlich schon einmal, mit einem gefälschten Clip bei TV total zu landen. Dort dachte man, die Show-in-der-Show Blamieren oder Kassieren sei in Asien abgekupfert worden. Eine Reaktion von Raab gab es damals nicht, nur spät kam eine Rückmeldung durch einen ProSieben-Sprecher. Das kann sich Jauch nicht erlauben.