Der Trailer ist schon ein bisschen älter und der zweite Teil der dritten Staffel ist bereits angelaufen, aber ich möchte trotzdem unbedingt noch über diese große Schandtat bloggen, die dieser Trailer anteaset. Ich habe Star Wars Rebels schon mehrfach unterschätzt und werde den Fehler nicht erneut begehen, denn hier wird richtig cooler Shit gezeigt.

Aber ich möchte mich trotzdem kurz an dem möglichen Kampf zwischen Maul und Obi-Wan aufhängen. Also, bitte, lasst mich sagen: Was für ein unglaublich dummer Scheiß. Ich habe mich bereits vor etwas mehr als sechs Jahren über die Rückkehr von Maul aufgeregt (von daher ist auch dieses großartige, von mir editierte Bild auf der rechten Seite) aufgeregt und nun soll das Ganze wohl in einer Hommage an den dreizehnseitigen Comic Old Wounds aus Star Wars Visionaries enden.Ich halte es für sehr schwierig, dass plötzlich alles miteinander verbunden ist. Der Revamp des Expanded Universes bietet nun diese Möglichkeit, die von der Lucasfilm Story Group großzügig benutzt wird. So kämpft Luke bereits im ersten oder zweiten Comic gegen Boba Fett in Obi-Wans Haus.

Ich behaupte jetzt nicht, dass das alte Expanded Universe große Kunst war, aber das ist schon ein bisschen krass. Dass man direkt die erste Chance nimmt und die Galaxie kleiner macht, als sie ist. Dass Darth Maul nun bei Obi-Wan (ver)endet, ist auch irgendwie die einzige Lösung für seine höchst problematische Existenz. Ich verstehe den Reiz, die großen Figuren aus den Filmen irgendwie einzubinden. Auf der einen Seite kann man für die eigenen Kindheitshelden schreiben und sich einen Traum erfüllen. Auf der der anderen Seite legitimiert es in gewisser Weise die eigenen Geschichte, weil – hey! – Wedge ist hier dabei, ey! Cool, oder? Das hat Rogue One zwar auch gemacht, aber dort bleiben die neuen Figuren die Hauptattraktion und man hat es sich ja auch zum Ziel gemacht, nur ein Puzzleteil zu sein. Als Rebels startete, hatte ich zumindest nicht gedacht, dass ich noch einmal Darth Maul gegen Obi-Wan kämpfen sehe… Ich bete nur, dass nicht noch Luke irgendwo rumrennen sehen.

Immerhin: Der Rest schaut gut aus.

Ich bin so glücklich, dass sich The Leftovers in den vergangenen zweieinhalb Jahren zu einem Kulthit entwickeln und eine echte Fangemeinde erarbeiten konnte. Als ich damals mit den Reviews für Moviepilot anfing, war ich nur froh darüber, die nächste Serie von Damon Lindelof covern zu können, nachdem sein LOST mich über Jahre fasznierte und viele Freunde, Möglichkeiten und Unterhaltung verschaffte.

Doch dass sich The Leftovers als solch ein großartiger, wunderschöner Rohdiamant entpuppte, überraschte auch mich. Dass Lindelof und sein Team diesen in der zweiten Staffel noch verfeinern konnten, nicht unbedingt. Als großer Fan seines Werkes und auch ihm persönlich so als Typ, konnte ich genau verspüren, was er mit The Leftovers ausdrücken will. Einmal, weil ich während der Ausstrahlung der ersten Staffel mich mit den Figuren persönlich identifizieren konnte und zweitens, weil die Serie scheiße geil gemacht ist. Die Liebe zum Detail, die Lindelof bereits vor Jahren bei LOST auf 23 Folgen streichen musste, kann er beim Premiumsender HBO richtig dick auftragen. Ich liebe es. Deshalb sind meine Erwartungen für die dritte und letzte Staffel immens hoch. Wahrscheinlich viel zu hoch.

Dass nach der dritten Staffel nun Schluss ist, mag aber vielleicht die beste Lösung sein. Zwar könnte man unendliche Szenarios in der Welt von The Leftovers erzählen (und ich habe bereits mehrfach für ein adaptierbares Franchisemodell für unterschiedliche Länder und Sender plädiert), aber es fühlt sich so an, als ob die Geschichte um die Garvey-Familie und ihre Freunde sich dem Ende neigt. Deshalb passt auch die Tagline der Staffel: The End Is Near. Das Ende des Leidens, kehren die Departed also zurück? Oder gibt es tatsächlich einen zweiten, großen Sudden Departure? Wie auch immer, die Garveys zieht es erst einmal vorher nach Australien, wo Kevin wieder ein Cop wird. Australien ist übrigens für Fans bereits seit den ersten Folgen der ersten Staffel ein großes Thema gewesen, das immer weniger subtil mit dem Verlauf der Serie angeteaset wurde. Daher freut es mich, dass wir nun Kevins Dad nach Down Under folgen.

Übrigens werde ich noch bis zum Start im April die gesamte zweite Staffel hier im Blog Episode für Episode reviewen. Mehr Lindelof-Goodness gibt es bei Andy Greenwalds Podcast The Watch und IndieWire hat mit ihm vor ein paar Monaten ein Interview zum Ende der Serie geführt, in dem er “No tricks, no twists” verspricht.

Semi-related: Variety hat ein kleines Portrait über Damon Lindelofs persönliches Museum Büro anzubieten.

Dieses Mashup-Video aus Netflix’ The O.A. und den Power Rangers hat wahrscheinlich eine verschwindend geringe Schnittmenge, aber hey, wer es schnallt, wird sich wohl völlig zu Recht kaputtlachen. Als großer Fan von Brit Marling und Zal Batmanglijs Werken (Another Earth, The East und vor allem Sound of my Voice) hatte ich immense Hoffnungen für die gemeinsame Netflix-Serie. Und ja, es ist der Schauspielerin und dem Regisseur gelungen, das Indie-Feeling und die Low-Fi-Qualität der Filme in einem Serienformat einzufangen.The O.A. ist, wenn auch nicht viel mehr als das, gänzlich eigentümlich.

Die Serie bietet starke, ambitionierte, hingebungsvolle Darsteller (Jason Isaacs, Brit Marling und insbesondere der verletzliche Emory Cohen) und mit der wissenschaftlichen Erforschung von Nahtoderfahrungen vielversprechende Komponenten, die eine gute Serie ausmachen könnten. Dazu ist die eigenwillige Umsetzung des Serienformats, mit seiner geringen Episodenanzahl und sehr ambivalenten Episodenlaufzeit, ebenfalls interessant. Die Traurigkeit der zerfallenden Vorstadt, sowohl die Häuser als auch die Träume ihrer Bewohner war spannend, ebenso wie die langsame Erzählung, angelehnt an die langsame Aufarbeitung eines Traumas.

Aber – und das ist ein ziemlich großes ABER – der Midpoint der Story bringt eine so unerwartete, so bizarre, so lächerlich schwach umgesetzte Wendung mit sich, dass der Dramaturgie schlicht der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Die magischen Fähigkeiten von Interpretivkürtanz könnte ich gerade so noch ertragen, wäre da nicht das völlig geschmacklose Finale um den – deus ex machina! – Schoolshooter. Ich weiß nicht, ob eine tatsächliche Rettung durch den Tanz und eine vollkommene Flucht in das Übernatürliche die Peinlichkeit des Moments irgendwie hätten schmälern können, doch die Chance ist gering. Schade drum. Eine zweite Staffel würde ich mir trotzdem anschauen.


AMC

10. Vice Principals (HBO)

Jody Hills neue Comedy-Serie, beschränkt auf neun Folgen à zwei Staffeln und bereits abgefilmt, erreichte nicht die Höhen von Hills legendärem Kulthit Eastbound & Down. Doch erneut kann er mit Danny McBride eine Serie inszenieren, die nicht nur unglaublich lustig ist, sondern auch ungemein bissige Kommentare auf die amerikanische Kleinbürgerschaft ablässt.

9. Planet Earth II (BBC)

Als die BBC vor 10 Jahren zum ersten Mal unseren Planeten, seine Fauna und Flora in HD und unglaublichen, über Jahre aufgenommene Bildern einfing, war das ein purer Genuss für die Augen eines jeden Menschen. Die seltenen Aufnahmen waren schlicht atemberaubend und David Attenboroughs legendäre Stimme verlieh dieser Naturdokumentation die Krone des Genres. Zehn Jahre später waren die Erwartungen für das Sequel hoch gesetzt und konnten dennoch übertroffen werden. Es vergeht kaum eine Minute bei der ich mir nicht fragte: “Wieso zur Hölle haben sie diese Aufnahmen bekommen?”. Dabei geht es nicht nur um die immense Zeit, die Kosten oder die notwendige Geduld, sondern vor allem um die Kameraarbeit. Die Kamera ist so dicht an den Tieren dran, dass man fast jedes Mal rausgerissen wird, wären die Aufnahmen nicht so atemberaubend. Insbesondere die Dynamik der Kamerarbeit überzeugt. Während vor Jahren die Kameramänner noch mit ihren Gerätschaften versteckt rumliegen mussten, schwebt oder flitzt die Kamera inzwischen mit den Tieren mit. Unglaublich!

8. Girls (HBO)

Girls konnte sich nach der fürchterlichten vierten Staffel in meinen Augen wieder retten und insbesondere die einzelnen Episoden mit Shosh in Japan oder Marnie und Charlies Abtenteuer durch den Central Park blieben mir noch lange im Gedächtnis. Dass die Mädels vor allem wegen ihren immergleichen Wechselbeziehungen, unveränderten Problemen und einer gelebten Ideenlosigkeit langsam ihren Reiz verlieren, kann ich trotzdem nicht abstreiten. Daher ist es gut, dass nach der kommenden sechsten Staffel Schluss ist. Lena Dunham bleibt indes kaum auszuhalten, und das kann man schlicht nicht mehr als ironisches Spiel gutheißen. Ohne ihre Beteiligung vor der Kamera als Hannah wäre die Serie einige Plätze höher.

[Review]

7. Black Mirror (Netflix)

Es ist schwierig, hohe Erwartungen zu erfüllen; sie noch zu übertreffen, ist fast schon unmöglich – zumindest wenn es sich um Black Mirrors dritte Staffel, eine kleine Neuauflage bei Netflix, handelt. Insgesamt gibt es hier die ein oder andere Perle zu finden und auch wenn das Unterhaltungsniveau konstant hoch ist, muss Black Mirror punktuell etwas mehr geben. Insbesondere die Folgen um die Roaches und das VR-Spiel zogen die Staffel herunter, der viel gelobten San Junipero Episode konnte ich ebenfalls wenig abgewinnen. (weiterlesen…)

Ich mag John Oliver nicht. Kenne ihn jedoch leider. Aber wie sieht das mit den Schwulen auf den Straßen von Manhattan aus? Billy Eichner hat das untersucht. Was folgt ist ein absolutes Billy on the Street Highlight. Nicht unbedingt wegen der Comedy, aber auf Grund Eichners unglaublichem Gaydar. Ich bin mir sicher, dass es da kein einziges Outtake gab! Toppt für mich noch das Weihnachtsvideo mit Debra Messing.

Und für die Insider:

LOL CAN’T WAIT!

Charlie Brooker’s 2016 Wipe

30 Dec, 2016 · Sascha · Fernsehen · 0 comments

Der einzige Jahresrückblick, den man sehen muss: Charlie Brooker blickt zusammen mit seinen Wipe-Redakteuren zurück auf das Jahr 2016 und die apokalyptischen Ausmaße, die die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen annahmen. Brexit, Celebrity-Tode, Trump, Memes… in diesem ultraviolent Jahr passend unterlegt mit dem Score von A Clockwork Orange. Ihm wird das irgendwann alles zu viel und er verlässt das Studio. Dann übernimmt Philomena Cunk mit ihrem großartigen Segment “Moments of Wonder” und interviewt Brian Cox, dessen Wissenschaftssendungen sie ja aufs Korn nimmt. Satire implodiert auf dem Weg raus aus 2016, wieso auch nicht?

The writer and broadcaster takes a satirical look back at the events of the past 12 months, a year that has seen the deaths of countless cultural icons, Donald Trump being voted into the White House and the BBC losing the rights to Great British Bake Off. Charlie is joined by the ever-insightful Philomena Cunk, who faces her most challenging interview yet as she tries to get some sense out of Professor Brian Cox.

Als VOD gibt es 2016 Wipe auch bei BBC Two, falls ihr auf der Insel wohnt. In which case, g’day gov’na!

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Im 85. Wowcast machen wir uns über die siebte Staffel von The Walking Dead lustig and then some. René und ich lassen kein gutes Haar an der Serie, messen das Volumen von Jeffrey Dean Morgans Arsch in Negans Hose, lästern über schlechte Schauspieler und noch schlechtere Kameraleute, haben sogar etwas an der Maske auszusetzen und am Soundtrack und überhaupt allem und trotz des ganzen TWD-Frusts haben wir eine Menge Spaß dabei.

Intro: The Borking Dead, Outro: Soft Cell – Tainted Love

Shownotes:

RocketJump Film School: Why CG Sucks (Except It Doesn’t)
Variety: ‘The Walking Dead’ Season 7 Ratings Slide: Just How Bad Is It?

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast85.mp3 (100,7MB, 1:09h)
Soundcloud: Wowcast 85: The Walking Mett und der Halbstaffelfinalschlonz
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast

Bildquelle © HBO

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Im 84. Wowcast besprechen wir das großartige Finale von Westworld, leider bis 2018 unser letzter Podcast über die fantastische Serie von Jonathan Nolan und Lisa Joy.

René und ich reden natürlich wieder über jede Menge Roboter-Existenzialismus, das Paradoxon der Hässlichkeit, über banale Labyrinthe und Kinderspielzeug, über Pulp-Kontrastierungen mit carpenteresken Soundtracks und Samurai und tunnelsystemverbundene Roboter-Themeparks.

Das Intro wurde uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen, Outro: Styx – Mr Roboto.

Shownotes:

Youtube: Westworld – J. J. Abrams Interview
Youtube: Westworld – Jonathan Nolan Interview
Youtube: Jonathan Nolan on Directing Westworld
Wikipedia: Paradox der Hässlichkeit
Wikipedia: The Bicameral Mind
Deadline: ‘Westworld’ Finale Postmortem: EP Jonathan Nolan On Season 2’s Samurai World, Missing Characters & Dr. Ford’s Fate
/Film: ‘Westworld’ Season 2 Details Revealed by Showrunners Jonathan Nolan & Lisa Joy
/Film: ‘Westworld’ Website Hints That This Character Survived And Reveals The Year
Variety: ‘Westworld’ Creators on Why HBO Drama Won’t Return Before 2018
Spotify: Westworld: Season 1 (Music from the HBO® Series)

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast84.mp3 (145,8MB)
Soundcloud: Wowcast 84: Westworld-Finale – The Bicameral Mind
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast
Bildquelle © HBO