Tywin
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Wir kennen ihn als kühlen und berechnenden Patriarchen sowie als wahren Strippenzieher Westeros. Wir kennen ihn aber auch als sterbenden alten Mann auf dem Pott. Tywin Lannister starb im Finale der vierten Staffel, getötet vom eigenen Sohn. Das war und ist eigentlich das Ende für Tywin sowie Charles Dance, der die Rolle großartig verkörperte und seiner kühlen Buchvorlage einiges abgewann. Doch nun die Überraschung: In einem Interview für seinen neuen Film Dracula Untold gibt er zu, dass Tywin zurückkehren wird. (weiterlesen…)

Ich wurde nicht der größte Fan von Attack on Titan, aber die erste Staffel schaut sich schnell weg und weiß trotz einiger Schwächen doch zu unterhalten. Aber ich freue mich auf Staffel 2 und in der Zwischenzeit wurde der zweiteilige Prequel-Manga No Regrets über die Hintergrundgeschichte von Captain Levi und Commander Erwin in einen Anime verwandelt, der uns in zwei Teilen im Dezember und April 2015 verzaubern wird. Schaut definitiv nett aus, obwohl ich mehr an der Struktur dieser unterirdischen Stadt interessiert bin als an allem anderen. Eine Übersetzung gibt es hier. (via)

True Detective – A Series

15 Sep, 2014 · Sascha · Fernsehen · 4 comments

Joel Walden und seine Schneidekunst hatte ich schon öfter hier, jetzt widmete er sich der coolsten Serie des Jahres, HBOs True Detective. In seinem A Series Zusammenschnitt von Nic Pizzolattos erster Staffel gibt es One-Liner, intensive Performances und Style, Style, Style. Mehr hatte die Serie ja auch nicht unbedingt zu bieten. Das meine ich ganz positiv, denn ich habe echt gerade Bock, mir die erste Staffel wieder reinzuziehen.

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Die Gerüchteküche brodelt – Spoilerspekulationsalarm! Angeblich soll AMCs The Walking Dead bereits in der kommenden fünften Staffel den Oberbösewicht Negan einführen (hoffentlich gespielt von der laut Charlie Adlard offiziellen Vorlage Henry Rollins – it’s the only way!). Die Meldung habe ich von Moviepilot, die sich auf ihre Schwesterseite Moviepilot.com berufen, die wiederum einen kleinen Fetzen aus dem offiziellen AMC Blog und Interview mit EP David Alpert haben. Der sagte dort nämlich Folgendes:

Q: What one element from the show do you wish was in the comic?

A: It’s more like things in the comic that I can’t wait to get to. I cannot wait until we introduce Negan. He is just like the coolest f—ing character on the planet. You thought the Governor was bad news?

Q: Negan’s worse?

A: [Laughs] Man, wait until you meet Negan! He’s one of the greatest villains ever created. It’s so exciting.

Ich habe mal in fetten Buchstaben markiert, was hier wirklich wieder “news-worthy” an der gesamten Sache war. Ein EP kann es also kaum erwarten, bis eine bekannte Figur aus den Comics in der Serie vorgestellt wird. Oha, das bedeutet natürlich gleich, dass die Figur jetzt in der fünften Staffel bereits zu sehen ist, oder? Immerhin berichten es diverse, nicht wenige, Internetseiten heute wieder.

Seufz. Hier ein eher saftigeres Zitat von Robert fucking Kirkman aus dem April dieses Jahres:

As far as Negan casting goes, Scott and I are always talking about who we would put in that, it’s definitely on our minds, and there are definitely a lot of candidates. But I wouldn’t expect Negan too terribly soon, although he is definitely in the plan. It’s a 99% lock that he’s going to be in the show eventually, so be on the lookout for that.

Natürlich wird Negan irgendwann in der Serie auftauchen (entschärft und ohne fucks, ich weine jetzt schon), aber wenn der Schöpfer der Serie, der wohl bereits im April den groben Plan der fünften Staffel wusste, meint, dass man die Figur nicht allzu früh erwarten sollte, dann hat das mehr Aussagekraft als die Vorfreude eines Executive Producers.

Es wäre ohnhin ganz schön früh, wenn Negan auftauchen würde. Ich verfolge bewusst keine Spoilerblogs oder Set-Berichte, deshalb weiß ich auch nicht welche Figuren, ob und welche Figuren bei gewissen Shoots gesichtet wurden. Scott Gimple und seine Autoren haben aber acht Folgen lang mit Terminus den Hunter-Plot der Comics extrem ausgebaut. Dort waren es lediglich sechs Ausgaben, die im Sammelband “Fear The Hunters” erschienen. Diese haben keine große Infrastruktur und leben als Kannibalen von der Hand in den Mund. Was auch immer man gerade auf der Straße aufgabeln kann, wird gegessen. Rick und seine Gruppe fällt ihnen zum Opfer, woraufhin sich Dale aus dem Comics verabschieden muss. Der “Tainted Meat!”-Moment wird daher wohl einem anderen Charakter untergeschoben. Insgesamt kann man jedoch einschätzen, dass Terminus daher wohl die erste Hälfte der Staffel bis zur Winterpause dominieren dürfte. Zumindest wird Gareth laut dem Trailer mit der Gruppe mitgehen. Oder so. Es wäre eine Überraschung, wenn Rick und seine Survivor bereits nach einer Folge aus Terminus entlassen werden oder fliehen könnten.

Basierend aber auf dem bisherigen Ausbau der bestehenden Plots, wird Gimple die Savior und Negan dann wohl erst in der sechsten Staffel bringen dürfen. Vorher gibt es erst einmal noch ie Bewältigung der Hunter, den Weg nach Alexandria, die Machtkämpfe mit Davidson sowie die Horde – wenn sie den Comics folgen. Das wäre aber mehr als genug Stoff für eine solide Staffel. Ich könnte mich auch komplett irren und Negan taucht tatsächlich auf, aber das wäre ziemlich überraschend. Vielleicht wird sein “Ta Ta” Moment auch der Cliffhanger der fünften Staffel und Negan taucht bereits tatsächlich auf. I wouldn’t hold my breath though.

The Leftovers HBO 110
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In der letzten Folge der ersten Staffel wagt Damon Lindelof keine Risiken mehr. Viel mehr beruft sich The Leftovers auf die bisherigen Kernthemen und liefert eine emotionale Tour-de-Force ab, die vor allem visuell und durch preisverdächtige Darbietungen überzeugen kann. Hier ein Auszug, die gesamte Review bei Moviepilot, denen auch mein herzlicher Dank gilt, dass ich die Serie dort begleiten durfte.

In der zweiten Hälfte der Staffel wurde umso deutlicher, dass Lindelof, ein Kind im Spannungsfeld zwischen Glaube und Wissenschaft, an sehr deutlich an unser aller Existenz interessiert ist. Spirituelle Sternenstaubanalogien bei Seite, wer fühlt sich nicht hilflos und klein, wenn er in einer lauen und wolkenfreien Nacht in den Himmel schaut. Auch True Detective sah im Schwarzen ein gewisses Böse, dem sich nur einige helle Punkte entgegenstellen wollen. Die Angst vor der Dunkelheit, dem Ungewissen, treibt den Menschen in seiner Suche nach Bedeutung seit Jahrtausenden in das Religiöse, in das Spirituelle. In The Leftovers konfrontiert Damon Lindelof seine Zuschauer mit ihrer universalen Bedeutungslosigkeit. Es gibt Lichtpunkte, ja, aber auch wenn wir ihr Licht erblicken, können sie bereits seit Jahren erloschen sein. Wir sind umgeben von den Ruinen toter Zivilisationen.

Schlussendlich bleibt mit The Leftovers eine qualitativ hochwertige Serie zurück, die die Geister spaltete. Wahrscheinlich muss man ein wenig empfänglich für diese Signale oder ein bisschen innerlich angekratzt oder gebrochen sein. Viele können sich mit den Figuren nicht identifizieren, sie erscheinen zu verzweifelt, gebrochen, abgeschieden und klagend. TV-Kritiker Todd Van Der Werff zog nach der letzten Folge das Fazit, dass The Leftovers die bisher beste und einzigartigste Serie ist, die sich mit Depression beschäftigt. Ich würde das so unterschreiben, jedoch weitergehen und alle Gefühle miteinbeziehen, die damit verbunden sind. Schließlich geht es nicht nur um ein vielleicht von manchen so wahrgenommenes pathetische „Jammern“, sondern auch den unerklärlichen Verlust von zwei Prozent der Weltbevölkerung an sich und die Wut, dass man ihn nicht vergessen kann, oder die Wut, wenn man sich an ihn erinnert. Diese schlägt um in brutalste Gewalt, die Serie fand hier verstörendste Bilder. The Leftovers verlangt dem Zuschauer viel ab, er muss sich voll darauf einlassen und in diese Welt und den Kopf des Showrunners abtauchen. Konfrontiert wird der Zuschauer mit dem, was er gerne selbst verdrängt. Belohnt wird er jedoch mit einer der besten Serien über die menschliche Existenz überhaupt. Dabei sind Lindelof und Perrotta aber nicht durchweg nihilistisch. In der Gemeinschaft findet sich Kraft das Dunkel auszustehen. Das mag so heruntergekauft plump erscheinen, aber es ist wahr.

Moviepilot: Wir schauen The Leftovers – Staffel 1, Folge 10

The Walking Dead 64 (Rick - They're fucking with wrong people)
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Ist jetzt schon ein wenig älter, aber ich will das unbedingt im Blog haben, insbesondere weil wir uns im dazugehörigen Wowcast sehr aufgeregt hatten: Rick Grimes zeigt den Fuckers wo es langgeht. Einer der coolsten Momente des Comics (oben) wurde nämlich durch AMCs Fuck-Verbot im Cliffhanger der vierten Staffel verwässert (“screwing”).

Über die Ironie eines Schimpfwortverbotes in einer der brutalsten US-amerikanischen Zombieserien muss ich ja wohl nichts mehr sagen, aber ich bin Andrew Lincoln sehr dankbar, dass er sich scheinbar stark dafür einsetzte, dass eine zweite Version für die DVD-Veröffentlichung gedreht wird. Außerdem muss man Scott Gimple ja ohnehin danken, dass man nun Comic-Momente verfilmt. Anyway, here it is in all its glory.

Oh Mann. Da fasse ich unten die Emmy Verleihung zusammen und weise auf meine Highlights hin, wenn ich das wahre Highlight des Abends dank eines laggenden Streams verpasst habe. In diesem läuft Billy Eichner mit Seth Meyers nämlich wie immer auf der Straße rum und schreit Leute an. Ich bin ein riesiger Fan von Billy On the Street (mein Favorit), besonders wenn Passanten nicht mitmachen. Das hektische Format passt perfekt zu den Emmys oder eigentlich jeglicher Preisverleihung, weil ja irgendwas immer nicht stimmt. X wurde nicht nominiert, Z hätte den Sieg mehr verdient gehabt als Y. Ich bekenne mich schuldig. Billy überträgt das kollektive Bitchen von Twitter ins wahre Leben und zeigt uns, wie absurd das alles ist. Herrlich.

The Leftovers 109 HBO
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Kurz vor dem vermutlich schockierenden Finale wagt The Leftovers einen Blick in die Vergangenheit und die Welt vor dem Departure. The Garveys at Their Best ist dabei jedoch ein bissiger Kommentar auf die bereits vorherrschenden Probleme der dysfunktionalen Familie. Hier ein Auszug, die gesamte Recap wie immer auf Moviepilot.

Andere Kritiker oder auch der bekannte Drehbuchautor und Podcastguru John August haben erwähnt, dass sie sich diese Folge auch früher gewünscht hätten, doch ich bin höchst zufrieden mit der Platzierung der Folge innerhalb der Staffel. Theoretisch hätte man die Folge bereits in abgewandelter Form vorher ausstrahlen können, doch die Folge so kurz vor Schluss zu bringen, verdeutlicht nicht nur, dass das Leben, dem viele Figuren in den vorherigen acht Folgen nachtrauern, gar nicht so toll war. (Mit der Ausnahme von Jill vielleicht.) Der bisherige Aufbau gibt dem Leiden auch Bedeutung. Die Inszenierung des Departures von Daniel Sackheim mit der musikalischen Untermalung von Max Richter ist atemberaubend. Es handelt sich um eine Sequenz, die in ihrer Tragik, Schönheit und Nuance kaum hätte besser gedreht werden können und sie funktioniert vor allem, weil wir wissen, was genau in diesem Moment in vielen Figuren zu Bruch geht und wieso sich andere bestärkt fühlen.

Steven Zeitchik schrieb vor Kurzem in der LA Times über den Aufstieg des Post-Plot Cinemaam Beispiel von Guardians of the Galaxy. Vielleicht ist es an der Reihe The Leftovers als das aktuelle Serienäquivalent zu definieren. Die erste Staffel übertrifft sich von Woche zu Woche, ein Panaroma der Bedeutungslosigkeit aufzuzeichnen. Die Gesellschaft wirkt leer, verwirrt und ziellos. Im Kontrast dazu gibt es einzelne Folgen, die uns das Schicksal einiger Individuen zeigen und als Beispiel für gute Charakterzeichnung dienen. Ein naheliegender Kritikpunkt jedoch wäre, dass dies trotzdem auf nicht viel hinausläuft – was wiederum genau der Punkt der Serie ist. Stanley Kubrick hat einmal im Interview mit dem Playboy bei einer Diskussion von 2001 gesagt: “The most terrifying fact about the universe is not that it is hostile but that it is indifferent; but if we can come to terms with this indifference and accept the challenges of life within the boundaries of death — however mutable man may be able to make them — our existence as a species can have genuine meaning and fulfillment. However vast the darkness, we must supply our own light.”

Der Departure ist damit nur ein nicht zu leugnender Beleg. Die Menschen mögen es unterschiedlich interpretieren, aber die Tatsache bleibt bestehen, dass es keinen tieferen Sinn gibt. Schlussendlich zeigt uns The Garveys At Their Best, dass das Beste eigentlich gar nicht so gut ist. Aber es ist genug. Die Verrückten („Are you ready?“) gibt es bereits vorher, nach dem Departure erhalten sich nur neuen Zulauf. Kevin hat bereits vor dem Departure Visionen, doch am Ende gibt es für alles eine plausible Erklärung. Die christliche Erscheinung des Hirsches ist am Ende nur reflektierende Plastikfolie im Geweih. Zufall und Chaos beherrschen diese Welt. This is it. God is dead. Don’t freak out.

Moviepilot: Wir schauen The Leftovers – Staffel 1, Folge 9