Neil deGrasse Tyson bestätigte bereits vorgestern, dass die großartige und preisgekrönte Wiederauflage von Carl Sagans’ Cosmos zurückkehren wird und nun gibt es bereits einen ersten Teaser zur zweiten Staffel, die den vielversprechenden Untertitel Possible Worlds trägt.

Die erste Staffel beschäftigte sich hauptsächlich mit der Entstehung des Sonnenystems und des Lebens bzw. der Entwicklung des Lebens auf der Erde. Ob das Raumschiff der Vorstellungskraft wohl nun zu diversen Kepler-Kandidaten fliegen und dort die möglichen Bedingungen für außerirdisches Leben untersuchen wird? Erst in mehr als einem Jahr werden wir die Antwort herausfinden, dann kehrt Cosmos auf FOX und National Geographic zurück.

Ich war ein wenig skeptisch, was die Adaption von The Handmaid’s Tale betraf. Sicherlich, Elizabeth Moss ist genial und auch das Talent hinter der Kamera stimmt, aber bei dem Buch handelt es sich um einen absoluten modernen Klassiker des Dystopie-Genres und Hulu sollte es richten? Hulu, die bisher noch nichts auf die Reihe bekommen haben? Überraschenderweise war die Serie aber ein riesiger Hit, traf den Zeitgeist und auch ich bin ein Fan. Die erste Staffel endete identisch wie Atwoods Roman, weshalb die Serie nun in den kommenden Staffeln die Welt von Gilead weiter erkunden und die schlussendliche Umwerfung des Systems darstellen kann. Ein wichtiger Handlungsort in den 13 neuen Folgen scheinen die Arbeitslager zu werden, die wir bisher noch nicht gesehen haben. Ich bin mega gespannt, ab dem 25. April geht es auf Hulu weiter.

Michael B. Jordan und Michael Shannon wirken bei einer neuen HBO-Adaption von Bradburys Fahrenheit 451 mit, die jetzt ihren ersten stylischen Teaser bekam. Jordan wird Guy Montag spielen, während Shannon seinen Vorgesetzten Captain Beatty übernimmt. Inszeniert wird der Fernsehfilm von Ramin Bahrani (99 Homes). Passt aktuell ziemlich zur politischen Entwicklung der USA und könnte durch die Aktualität definitiv eine der besseren Dystopiefilme werden. Eigentlich stimmt hier alles auf dem Papier und trotzdem will sich bei mir keine richtige Spannung aufbauen. Vielleicht ärgert es mich ein bisschen, dass solche Projekte von HBO übernommen werden müssen und diese Mid-Budget-Produktionen immer seltener den Weg ins Kino finden. Muss bezüglich der Qualität des Films nichts heißen, trotzdem irgendwie schade.


Es ist geschehen. Kurz bevor wir zweistellig werden habe ich so ziemlich alle besprochenen Titel extrem cool gefunden.

Shownotes:

Themen: “Black Mirror”, die Netflix-Serie der schwarzen Zukunftsvisionen von Charlie Brooker. “World of Tomorrow”, die Trickfilme des Animators Don Hertzfeldt. Und “The Killing of a Sacred Deer”, der neue Film von “Lobster”-Regisseur Yorgos Lanthimos mit Colin Farrell und Nicole Kidman. Außerdem wieder: Persönliche Empfehlungen von jedem von uns.

01:21 – Black Mirror
20:30 – World of Tomorrow
33:29 – The Killing of a Sacred Deer
52:55 – Empfehlungen

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Black Mirror: Metalhead v0.5

02 Jan, 2018 · Sascha · Fernsehen · 3 comments

Metalhead > Hang The DJ > Crocodile > USS Callister > Arkangel > The Black Museum


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Shownotes:

Themen: “Dark”, die erste deutsche Serie von Netflix, “Cat Person”, die vielleicht erste Kurzgeschichte des “New Yorker”, die einen viralen Erfolg feierte und “Star Wars: Die letzten Jedi”, der erste Star-Wars-Film mit Porgs. Außerdem: Unsere weihnachtlichen Popkultur-Rituale und -Empfehlungen.

01:25 – Dark
19:27 – Cat Person
37:06 – Star Wars: Die letzten Jedi
58:05 – Weihnachten

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AMC

Wir sind heute hier versammelt, um The Walking Dead zu Grabe zu tragen. Früh verstorben und dann seit mehreren Staffeln wie das Seriensujet ziellos umher gewandert, verfängt sich die Serie in einem verzweifelten und offenbaren Akt der Ziellosigkeit, der das Ende der Serie einläuten sollte.

Ich frage mich häufig, wie es überhaupt zu diesem Punkt kommen konnte.

The Walking Dead ist einer der erfolgreichsten Comics überhaupt. Robert Kirkman hatte bereits mehrere Storylines vorgeschrieben, die eine Staffelprogression vorgeben, die sich andere Showrunner erst mühselig erarbeiten müssen. Die Serie startete inmitten des großen Zombie-Hypes. Im Unterschied zu einem kurzen Film hat eine serielle Narration dazu den Vorteil, alle Facetten des Genres zeigen zu können. Dazu befindet sich die Serie in guter Gesellschaft. The Walking Dead läuft auf dem gleichen Sender wie Serien, die dem Golden Age of TV die Krone aufsetzen.

Zombie-Fans sind an und für sich wenig anspruchsvoll und erfreuen sich schon an wenigen Happen Story, die ihnen neben viel Gore auf den Teller kommen. Höchsten Ansprüchen muss die Serie also nicht nacheifern. Vor und hinter der Kamera findet sich Engagement und Interesse. Ein erfolgreicher Regisseur hat aufrichtige Leidenschaft für den Stoff und möchte ihn mit seinem Cast umsetzen, der ihm vertraut und freundschaftlich beisteht.

Bei solchen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, wieso die Serie ein solcher Hit wurde. Und trotzdem frage ich mich nach dieser Folge, wie es überhaupt zu diesem Punkt kommen konnte. Ich frage mich, wieso The Walking Dead so schlecht ist. Wieso die Serie scheinbar versucht, ihre eigenen Tiefpunkte (eine Auswahl fällt schwer, aber mit dem Dumpstergate oder dem Cliffhanger der 6. Staffel nenne ich mal zwei der Greatest Hits) ständig zu untergraben. Das soll nicht heißen, dass The Walking Dead nicht imstande ist, einzelne, gute Episoden abzuliefern. Es geht vielmehr um strukturelle Fehlentscheidungen mit immensen Konsequenzen, deren Motivation jegliche Begründung vermissen lässt.

Und dann gibt mir der Episodenteil die Antwort: “How it’s Gotta Be” – “Wie es sein muss.”

Anscheinend muss es so sein. Warum auch immer. Wegen AMC? Wegen der Produzenten? Wegen Robert Kirkmans Abgang und Klage gegen AMC? Erhofft man sich durch den Schock der Zuschauer eine langfristige Bindung, um die sinkenden Quoten zu retten? Viele Fragen, keine Antworten.

Es gibt vieles, das man in dieser Episode kritisieren könnte. Die Liste ist lang, nichts macht Sinn. Man könnte nur den Staffelauftakt und das Midseason-Finale sehen und wäre trotzdem kein Stück dümmer. Da wäre dazu der Fakt, dass die The Walking Dead-Episode in vielen Momenten so dunkel war, dass man kaum etwas erkennen konnte oder das Mysterium, dass Ezekiel plötzlich wieder problemlos laufen kann. Simon lässt Maggie einfach weiterfahren. Wieso wollte Rick eigentlich wieder zurück zur Müllfrau? Was erhoffen sich Enid und Aaron wirklich bei den Frauen am Atlantik? Wie entkamen Negan und seine Leute? Wieso hat er ein scheinbar nie endendes Repertoire an Männern und Ressourcen? Wieso muss Ricks Gruppe alles gefühlte zehn Folgen lang planen, während Negan plötzlich sofort wieder machtvoll auftreten darf, wenn das Skript danach verlangt? Natürlich ist all das völlig bewusst vage gehalten, sodass im Falle des Falles die notwendigen Handlungen vollzogen werden können. Doch das macht es nicht besser. Alles ist erzwungen, nichts wird durch die Charaktere bestimmt. Die Figuren sind dort, wo der Plot sie haben muss. Und dann sterben sie. Das ist The Walking Dead.

All das ist mir aber egal.

Ich möchte nur über Carls Tod reden. (weiterlesen…)

Noch nie zuvor etwas davon gehört, klingt jedoch schwer interessant: In Netflix’ Altered Carbon können Menschen 500 Jahre in der Zukunft ihr Bewusstsein problemlos von einem Körper in den anderen transferieren. Die Serie kommt von Laeta Kalogridis (Alita: Battle Angel, kommt 2018 von Robert Rodriguez *schauder*) und Regisseur Miguel Sapochnik, dem Meister hinter den besten Game of Thrones Folgen wie Hardhome oder Battle of the Bastards. Joel Kinnaman übernimmt die Hauptrolle, los geht es am 2. Februar 2018. Netflix veröffentlicht weder Zuschauerzahlen noch Produktionskosten, doch Altered Carbon soll Gerüchten zufolge die bisher teuerste Serienproduktion des Streamingdienstes sein. Dem Trailer sieht man das nicht unbedingt an.

Based on the classic cyberpunk noir novel by Richard K. Morgan, Altered Carbon is an intriguing story of murder, love, sex, and betrayal, set more than 300 years in the future. Society has been transformed by new technology: consciousness can be digitized; human bodies are interchangeable; death is no longer permanent. Takeshi Kovacs is the lone surviving soldier in a group of elite interstellar warriors who were defeated in an uprising against the new world order. His mind was imprisoned, “on ice”, for centuries until Laurens Bancroft, an impossibly wealthy, long-lived man, offers Kovacs the chance to live again. In exchange, Kovacs has to solve a murder … that of Bancroft himself. The series is produced by Skydance Television for Netflix.

Ich bin schwer gespannt, was Sapochnik mit dem Stoff macht. Dass die Serie von Skydance produziert wird, lässt mich jedoch etwas zögern. David Ellison hat offenbar ein riesiges Herz für Science Fiction und Action, bisher waren die Studioproduktionen aber eher immer hit-or-miss.