Homophobe Walking Dead Fans

25 Feb, 2015 · Sascha · Fernsehen · 9 comments

Ich hatte im letzten Podcast zu The Walking Dead bereits meine Befürchtung erwähnt, dass die Einführung von Aaron und Eric, einem schwulen Pärchen, für homophobe Reaktionen sorgen könnte und nun ist der Fall tatsächlich eingetreten.

Einige Zuschauer finden es ekelerregend, abstoßend und einfach nur furchtbar, dass sich zwei verliebte Männer im Fernsehen küssen und verkündeten ihre Wut auf Twitter. Das mag vielleicht auch an dem kleinen, eher als konservativ einzustufenden Prepper-Spektrum der Zuschauer liegen.

Was für eine bizarre Einstellung. Blut, Gedärme und Gore der Zombies gehen klar, aber wehe die Kinder sehen zwei verliebte Männer. Oh, Jesus!

Man muss sich auch ins Gedächtnis rufen, dass die Serie bereits zu Beginn der letzten Staffel eine originale Figur namens Tara einführte, die ganz offen lesbisch lebte und das völlig natürlich akzeptiert wurde. Immerhin kann ich mich nicht an eine solch krasse Reaktion erinnern. Aber klar, sind ja nur Lesben. Das ist dann “hot”. Die müsste man bestimmt nur mal richtig durchficken, ne? Ihr Arschlöcher.

Ich haue The Walking Dead oft auf die Finger, aber es ist sehr schön und bei solchen Reaktionen dann auch lobenswert, dass man das so konsequent adaptiert hat.

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Aaron_Eric
Skybound Entertainment

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Nach Breaking Bad gibt es nun auch zu jeder Folge von Better Call Saul ein eigenes Poster. Verantwortlich für die ersten zwei hier, die mir sehr gefallen, ist Matt Talbot.

In der neuen Folge des Neo Magazins Royale rantet Herr Böhmermann ungehalten über die unglaublich authenti$chen YouTube-Stars und ihre Manager ab. Das Thema ist zwar nicht wirklich neu, die Amis haben das wie immer schon ein paar Jahre vor uns durchgemacht. Aber bei dem sehr homogenen deutschen Markt, der an der Spitze fast ausschließlich nur gequirlte Kacke produziert, ist diese Abrechnung überaus berechtigt; gerade weil diese Leute inzwischen im Mainstream angekommen sind und manch einer glaubt, dass man aus dem Theater lernen kann.

Durch die Nacht mit… ist eines der besten Fernsehformate aller Zeiten und stets hochinteressant, selbst wenn oft relativ langweilige Folgen bei eigentlich spannenden Paarungen herausspringen. Um so eine eher unspektakuläre Folge handelt es sich auch hier, als mit Oliver Polak und Haftbefehl ein jüdischer Standup-Comedian und ein muslisch-gläugiber Gangsterrapper durch Frankfurt kutschierten.

Eigentlich stimmt auf dem Papier hier alles, gleich müsste es ein Feuerwerk der besonderen Art geben. Stattdessen ergibt sich ein relativ eindrucksvolles Bild des modernen Deutschlands. Beide wirken trotz ihres Erfolges vom Leben eher geplagt und haben harte Zeiten durchmachen müssen, kommen sich nicht wirklich näher und finden nur punktuell zueinander.

Haftbefehl interessiert sich für mehr Zahlen und Geld. Polak interessiert sich zwar ein bisschen mehr für Haftbefehls Vergangenheit, kommt aber zu keinem erkenntnisreichen Urteil. An einem Punkt klärt Polak den Rapper über antisemitische Klischees auf. Haftbefehl zeigt sich belehrt, keiner ist böse. Gegenseitiges Abstandhalten – Deutschland, 2015.

Zwischendurch fahren sie durch Problembezirke, essen lecker Döner, spendieren Fans ein paar Fahrten auf der Kirmes und finden eigentlich nur im Schmerz einen gemeinsamen Nenner. Alles sehr dezent produziert, aber dennoch sehr aussagekräftig. Darüberhinaus ist die Folge jedoch nicht wirklich schlecht oder langweilig. Das ist meiner Ansicht nach vor allem dem Rapper zu verdanken, der Udo Jürgens nicht kennt und dessen Auftreten mit einer ulkigen Mischung aus Prollhaftigkeit und Klamotten aus den Neunzigern, burner phone und Softie sehr unterhält. (via)

Wie aus dem Nichts kam gestern die Meldung, dass Jon Stewart die Daily Show nach 19 erfolgreichen Jahren im Laufe von 2015 verlassen wird. Doch schon seit einiger Zeit konnte man spüren, dass Stewart sich ein wenig zu festgefahren hatte. Die glorreichen Zeiten der Sendung während der Bush Jr. Präsidentschaft liegen schon lange hinter uns und seit Jahren verteidigt er war die rationale Herangehensweise an alltägliche Probleme in der Politik gegen die immer bizarrer werdenden Auswüchse des amerikanischen Parteiensystems, aber man merkte es schon länger: Jon Stewart steckt fest.

Er sagt zwar selbst im Video, dass er in einem wunderschönen Haus feststeckt, das er mit wunderbaren Mitarbeitern über Jahre aufgebaut hat und sehr stolz ist, aber irgendwann ist hat man auch genug von alledem. Dass er schon länger Lust auf neue Herausforderungen hatte, merkte man im Sommer letzten Jahres, als John Oliver die Moderation der Show übernahm, während er seinen Film Rosewater nach Jordanien drehen ging.

Und hier liegt auch womöglich ein weiterer Grund für Stewarts Ausstieg: John Oliver übernahm die Stelle so gut, dass er eine eigene Show bei HBO bekam und in dem neuen Format Stewarts Daily Show eigentlich in den Schatten stellt. Weiterhin ist sein früherer Kollege Steve Carrell gerade für einen Oscar nominiert und Stephen Colbert verabschiedete sich schweren Herzens von seiner Paraderolle, um in Zukunft sein Unwesen in den Wohnzimmern und Schlafzimmern von Millionen Amerikanern Abend um Abend mit der Late Show auf CBS zu treiben.

Seine früheren Kollegen haben ihn schon länger überholt und Stewart will den Job auch sicherlich nicht für immer machen. Das ist völlig menschlich und nachvollziehbar. Er wird sich wohl eine wohlverdiente Auszeit mit der Familie gönnen und dann eine neue Aufgabe finden. Womöglich wird er Chuck Todd bei Meet The Press ersetzen, da gab es ja bereits im letzten Jahr Gerüchte, die Stewart selbst bestätigte.

Vielleicht aber denke ich viel zu kompliziert. Womöglich möchte Stewart auch einfach Zeit haben, um sich bei Marvel für die Rolle eines älteren Peter Parkers zu bewerben oder für seinen Film Rosewater machen, der gestern auf VOD und DVD erschien. Spaß beiseite: Ich mochte die Daily Show sehr, sah ausgewählte Ausschnitte fast täglich und werde Stewart sehr vermissen. Wie sehr er tatsächlich fehlen wird, nachdem wir schon Colbert nicht mehr haben, werden wir dann so wirklich erst 2016 erkennen werden. Ich fürchte mich schon jetzt.

Mehr: Jon Stewart Talking Daily Show & His Ultimate Fate in Sept 2014

Silicon Valley war ein unerwartetes Highlight des letzten Fernsehjahres. Man hatte befürchten dürfen, dass eine weitere Serie Nerds wie The Big Bang Theory abstempelt oder den Arbeitsalltag eines Startsups fälschlich darstellt. Doch zur allgemeinen Überraschung gelang Mike Judge ein neuer Geniestreich, der so nah an der Wirklichkeit ist, dass es weh tut.

In der zweiten Staffel darf sich Pied Piper trotz dem Erfolg im Staffelfinale aber weiter mit den alltäglichen Problemen eines Startsup rumschlagen, die durch die exzentrischen Persönlichkeiten des Teams weiter verkompliziert werden. Dürfte lustig werden, weiter geht es am 12. April, zeitgleich mit Game of Thrones – HBO kennt sein Klientel.

Hier noch zwei Kleinigkeiten: Showrunner Mike Judge war neulich zu Gast bei Marc Maron im WTF Podcast und sprach dort u.a. über seine schlimme Zeit als Entwickler und Programmier im Silicon Valley. Darüberhinaus hat jemand unter dem Synonym vinithmisra ein paar wissenschaftliche Überlegungen zur “Optimal Tip-to-Tip Efficiency” getätigt und anschließend eine zwölfseitige, wissenschaftliche Arbeit darüber verfasst, mit Gleichungen, Grafiken und allem Drum und Dran. That’s gold, Jerry!

A probabilistic model is introduced for the problem of stimulating a large male audience. Double jerking is considered, in which two shafts may be stimulated with a single hand. Both tip-to-tip and shaft-to-shaft configurations of audience members are analyzed. We demonstrate that pre-sorting members of the audience according to both shaft girth and leg length allows for more efficient stimulation. Simulations establish steady rates of stimulation even as the variance of certain parameters is allowed to grow, whereas naive unsorted schemes have increasingly flaccid performance.

Ich finde diesen ganzen “musicless” Introkram ein bisschen zu omnipräsent in den letzten Wochen, um da richtig drauf abzufahren, aber bei Monks Titelsequenz mache ich da eine Ausnahme. Immerhin ist kaum ein Intro im letzten Serienjahrzehnt, in dem solche Sequenzen ohnehin marginalisiert wurden, so markant gewesen und bei Monk macht dieser Spaß auch irgendwo thematisch Sinn. Viel Blabla, will sagen: Gut gemacht. (via)

HBO war so freundlich und hat das dreißigminütige Making Of Special “A Life In The Day” für alle bei YouTube hochgeladen. Game of Thrones wird international und on location in Spanien, Kroatien und Nordirland produziert, weshalb selbst ein einziger Tag hinter den Kulissen unglaublich spannend ist. Kleine Vorwarnung: Man sollte schon an der Produktion selbst interessiert sein. Von den Schauspielern sieht man nämlich eher weniger, es geht tatsächlich mehr um die beeindruckende Logistik hinter dieser einzigartigen Show.