Dieses Mashup-Video aus Netflix’ The O.A. und den Power Rangers hat wahrscheinlich eine verschwindend geringe Schnittmenge, aber hey, wer es schnallt, wird sich wohl völlig zu Recht kaputtlachen. Als großer Fan von Brit Marling und Zal Batmanglijs Werken (Another Earth, The East und vor allem Sound of my Voice) hatte ich immense Hoffnungen für die gemeinsame Netflix-Serie. Und ja, es ist der Schauspielerin und dem Regisseur gelungen, das Indie-Feeling und die Low-Fi-Qualität der Filme in einem Serienformat einzufangen.The O.A. ist, wenn auch nicht viel mehr als das, gänzlich eigentümlich.

Die Serie bietet starke, ambitionierte, hingebungsvolle Darsteller (Jason Isaacs, Brit Marling und insbesondere der verletzliche Emory Cohen) und mit der wissenschaftlichen Erforschung von Nahtoderfahrungen vielversprechende Komponenten, die eine gute Serie ausmachen könnten. Dazu ist die eigenwillige Umsetzung des Serienformats, mit seiner geringen Episodenanzahl und sehr ambivalenten Episodenlaufzeit, ebenfalls interessant. Die Traurigkeit der zerfallenden Vorstadt, sowohl die Häuser als auch die Träume ihrer Bewohner war spannend, ebenso wie die langsame Erzählung, angelehnt an die langsame Aufarbeitung eines Traumas.

Aber – und das ist ein ziemlich großes ABER – der Midpoint der Story bringt eine so unerwartete, so bizarre, so lächerlich schwach umgesetzte Wendung mit sich, dass der Dramaturgie schlicht der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Die magischen Fähigkeiten von Interpretivkürtanz könnte ich gerade so noch ertragen, wäre da nicht das völlig geschmacklose Finale um den – deus ex machina! – Schoolshooter. Ich weiß nicht, ob eine tatsächliche Rettung durch den Tanz und eine vollkommene Flucht in das Übernatürliche die Peinlichkeit des Moments irgendwie hätten schmälern können, doch die Chance ist gering. Schade drum. Eine zweite Staffel würde ich mir trotzdem anschauen.


AMC

10. Vice Principals (HBO)

Jody Hills neue Comedy-Serie, beschränkt auf neun Folgen à zwei Staffeln und bereits abgefilmt, erreichte nicht die Höhen von Hills legendärem Kulthit Eastbound & Down. Doch erneut kann er mit Danny McBride eine Serie inszenieren, die nicht nur unglaublich lustig ist, sondern auch ungemein bissige Kommentare auf die amerikanische Kleinbürgerschaft ablässt.

9. Planet Earth II (BBC)

Als die BBC vor 10 Jahren zum ersten Mal unseren Planeten, seine Fauna und Flora in HD und unglaublichen, über Jahre aufgenommene Bildern einfing, war das ein purer Genuss für die Augen eines jeden Menschen. Die seltenen Aufnahmen waren schlicht atemberaubend und David Attenboroughs legendäre Stimme verlieh dieser Naturdokumentation die Krone des Genres. Zehn Jahre später waren die Erwartungen für das Sequel hoch gesetzt und konnten dennoch übertroffen werden. Es vergeht kaum eine Minute bei der ich mir nicht fragte: “Wieso zur Hölle haben sie diese Aufnahmen bekommen?”. Dabei geht es nicht nur um die immense Zeit, die Kosten oder die notwendige Geduld, sondern vor allem um die Kameraarbeit. Die Kamera ist so dicht an den Tieren dran, dass man fast jedes Mal rausgerissen wird, wären die Aufnahmen nicht so atemberaubend. Insbesondere die Dynamik der Kamerarbeit überzeugt. Während vor Jahren die Kameramänner noch mit ihren Gerätschaften versteckt rumliegen mussten, schwebt oder flitzt die Kamera inzwischen mit den Tieren mit. Unglaublich!

8. Girls (HBO)

Girls konnte sich nach der fürchterlichten vierten Staffel in meinen Augen wieder retten und insbesondere die einzelnen Episoden mit Shosh in Japan oder Marnie und Charlies Abtenteuer durch den Central Park blieben mir noch lange im Gedächtnis. Dass die Mädels vor allem wegen ihren immergleichen Wechselbeziehungen, unveränderten Problemen und einer gelebten Ideenlosigkeit langsam ihren Reiz verlieren, kann ich trotzdem nicht abstreiten. Daher ist es gut, dass nach der kommenden sechsten Staffel Schluss ist. Lena Dunham bleibt indes kaum auszuhalten, und das kann man schlicht nicht mehr als ironisches Spiel gutheißen. Ohne ihre Beteiligung vor der Kamera als Hannah wäre die Serie einige Plätze höher.

[Review]

7. Black Mirror (Netflix)

Es ist schwierig, hohe Erwartungen zu erfüllen; sie noch zu übertreffen, ist fast schon unmöglich – zumindest wenn es sich um Black Mirrors dritte Staffel, eine kleine Neuauflage bei Netflix, handelt. Insgesamt gibt es hier die ein oder andere Perle zu finden und auch wenn das Unterhaltungsniveau konstant hoch ist, muss Black Mirror punktuell etwas mehr geben. Insbesondere die Folgen um die Roaches und das VR-Spiel zogen die Staffel herunter, der viel gelobten San Junipero Episode konnte ich ebenfalls wenig abgewinnen. (weiterlesen…)

Ich mag John Oliver nicht. Kenne ihn jedoch leider. Aber wie sieht das mit den Schwulen auf den Straßen von Manhattan aus? Billy Eichner hat das untersucht. Was folgt ist ein absolutes Billy on the Street Highlight. Nicht unbedingt wegen der Comedy, aber auf Grund Eichners unglaublichem Gaydar. Ich bin mir sicher, dass es da kein einziges Outtake gab! Toppt für mich noch das Weihnachtsvideo mit Debra Messing.

Und für die Insider:

LOL CAN’T WAIT!

Charlie Brooker’s 2016 Wipe

30 Dec, 2016 · Sascha · Fernsehen · 0 comments

Der einzige Jahresrückblick, den man sehen muss: Charlie Brooker blickt zusammen mit seinen Wipe-Redakteuren zurück auf das Jahr 2016 und die apokalyptischen Ausmaße, die die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen annahmen. Brexit, Celebrity-Tode, Trump, Memes… in diesem ultraviolent Jahr passend unterlegt mit dem Score von A Clockwork Orange. Ihm wird das irgendwann alles zu viel und er verlässt das Studio. Dann übernimmt Philomena Cunk mit ihrem großartigen Segment “Moments of Wonder” und interviewt Brian Cox, dessen Wissenschaftssendungen sie ja aufs Korn nimmt. Satire implodiert auf dem Weg raus aus 2016, wieso auch nicht?

The writer and broadcaster takes a satirical look back at the events of the past 12 months, a year that has seen the deaths of countless cultural icons, Donald Trump being voted into the White House and the BBC losing the rights to Great British Bake Off. Charlie is joined by the ever-insightful Philomena Cunk, who faces her most challenging interview yet as she tries to get some sense out of Professor Brian Cox.

Als VOD gibt es 2016 Wipe auch bei BBC Two, falls ihr auf der Insel wohnt. In which case, g’day gov’na!

twd-7a

Im 85. Wowcast machen wir uns über die siebte Staffel von The Walking Dead lustig and then some. René und ich lassen kein gutes Haar an der Serie, messen das Volumen von Jeffrey Dean Morgans Arsch in Negans Hose, lästern über schlechte Schauspieler und noch schlechtere Kameraleute, haben sogar etwas an der Maske auszusetzen und am Soundtrack und überhaupt allem und trotz des ganzen TWD-Frusts haben wir eine Menge Spaß dabei.

Intro: The Borking Dead, Outro: Soft Cell – Tainted Love

Shownotes:

RocketJump Film School: Why CG Sucks (Except It Doesn’t)
Variety: ‘The Walking Dead’ Season 7 Ratings Slide: Just How Bad Is It?

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast85.mp3 (100,7MB, 1:09h)
Soundcloud: Wowcast 85: The Walking Mett und der Halbstaffelfinalschlonz
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast

Bildquelle © HBO

westworld110

Im 84. Wowcast besprechen wir das großartige Finale von Westworld, leider bis 2018 unser letzter Podcast über die fantastische Serie von Jonathan Nolan und Lisa Joy.

René und ich reden natürlich wieder über jede Menge Roboter-Existenzialismus, das Paradoxon der Hässlichkeit, über banale Labyrinthe und Kinderspielzeug, über Pulp-Kontrastierungen mit carpenteresken Soundtracks und Samurai und tunnelsystemverbundene Roboter-Themeparks.

Das Intro wurde uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen, Outro: Styx – Mr Roboto.

Shownotes:

Youtube: Westworld – J. J. Abrams Interview
Youtube: Westworld – Jonathan Nolan Interview
Youtube: Jonathan Nolan on Directing Westworld
Wikipedia: Paradox der Hässlichkeit
Wikipedia: The Bicameral Mind
Deadline: ‘Westworld’ Finale Postmortem: EP Jonathan Nolan On Season 2’s Samurai World, Missing Characters & Dr. Ford’s Fate
/Film: ‘Westworld’ Season 2 Details Revealed by Showrunners Jonathan Nolan & Lisa Joy
/Film: ‘Westworld’ Website Hints That This Character Survived And Reveals The Year
Variety: ‘Westworld’ Creators on Why HBO Drama Won’t Return Before 2018
Spotify: Westworld: Season 1 (Music from the HBO® Series)

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast84.mp3 (145,8MB)
Soundcloud: Wowcast 84: Westworld-Finale – The Bicameral Mind
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast
Bildquelle © HBO

westworld107

Im 83. Wowcast besprechen wir – puh! – den ganzen Rest von Westworld vor dem großen Finale am Sonntag, den wir aus dreitausend Gründen verpasst hatten, weil irgendwie überall die Welt brennt, wir nicht hinterherkommen und René dann auch noch eine ganze Woche lang auf einem Filmfestival in Konstanz rumfaulenzte.

René und ich flüchten erstmal vor dem ganzen Bruhahaha in eine einsame Story-Hütte in den Bergen und dort reden über wird dann über Maeves Bulk Apperception nach Kant, aufgeklappte Gesichte und High Heels im Wilden Westen, über Radiohead, dreitausend Timelines und das Anagram Bernard Lowe/Arnold Weber. Natürlich spekulieren ein bisschen rum, wie die ganzen Storylines von Westworld am Sonntag abend zusammengeführt werden und bei all dem sind wir nach wie vor sehr, sehr begeistert.

Das Intro wurde uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen.

Shownotes:

Chris Kiefer: Westworld FUI/UI
Youtube: What is the Bicameral Mind? Westworld’s secret philosophy
Wikipedia: Apperzeption
/Film: Chronological ‘Westworld’ Timeline: All Of Your Time Period Questions Answered
Vulture: A Simple Guide to Westworld’s Multiple Timelines
Shivers Filmfestival Konstanz
Kurzfilmtrailer When Susurrus Stirs (dir. Anthony Cousins)
Kurzfilmtrailer 20 Matches (dir. Mark Tapio Kines)

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast83.mp3 (240 MB)
Soundcloud: Wowcast 83: Die große Westworld-Aufholjagd
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast

Bildquelle © HBO

westworld105

Im 81. Wowcast besprechen wir die vierte und fünfte Episode der existenzialistischen Robotcowboy-Mystery-SciFi-Serie mit Riesenbagger: Westworld, Folge 4: Dissonance Theory und Folge 5: Contrapasso. René und ich reden über blutgestochene Schlangentattoos, Geschäftsverbindungen in unterschiedlichen Timelines, explodierende Zigarren, den mexikanischen Day of the Dead, schutzanzugsbasierter Mystizismus, laserbasierte Satelliten-Uplinks und Creepy Necropervs. Also, neben jeder Menge Roboter-Philosophie und Schnickschnack.

Das Intro wurde uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen, Outro, because ofcourse: The Cure – A Forest.

Shownotes:

Wikipedia: Julian Jaynes (The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind)
Vulture: Westworld’s Man in Black Is a Classic Bad Gamer
/Film: Jonathan Nolan and Jimmi Simpson Comment On That ‘Westworld’ Theory
/Film: Westworld Theory: The Man In Black’s True Motivations and Backstory
/Film: More ‘Westworld’ Theories To Make You Question Everything You’ve Seen
Youtube: Bucket Wheel Excavator (Bagger 293)
Youtube: Nerdwriter: What Makes Anthony Hopkins Great
Youtube: Westworld’s multiple timeline theory
Spotify: Westworld: Season 1 (Selections from the HBO Series)

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast81.mp3 (140,3MB, 1:37:28h)
Soundcloud: Wowcast 81: Westworld 1×4/5 – Dissonance Theory/Contrapasso
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast
Bildquelle © HBO