Das unglaublich hippe Unternehmen Netflix schickt einer Stranger Things Bar eine total lustige Abmahnung, baut jedoch bei der Vermarktung der neuen Staffel völlig schamlos auf die Filmklassiker, die die Duffer Brothers kopieren. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Aber ja! Ich höre euch schon tippen. Natürlich, natürlich! “Aber Stranger Things ist doch eine eigenständige Serie, die etwas schafft und nicht nur kopiert, Sascha. Das ist kreative Freiheit und eine süße Hommage.” Ja. Aber… ACH WAS KOMMT SCHON, ihr wisst genau wie HOHL das ist. #KillThe80s


AMC

Fear The Walking Dead war bis zum Start der 3. Staffel keine komplexe Serie. Das ist nicht weiter schlimm, die Mutterserie läuft in den gleichen Bahnen bereits seit sieben Jahren erfolgreich im Fernsehen. Punktuell waren hier und dort sicherlich interessante Ansätze vorhanden, vor allem bei dem Umgang mit den ersten Anzeichen der Apokalypse oder dem Niedergang der Zivilisation. Doch als die Serie die Flucht aufs offene Meer wagte und mit einer höheren Episodenzahl größere Ziele suchte, trieb sie plötzlich nur noch hilflos umher.

Die 3. Staffel markiert einen Einschnitt in der Serie. Plötzlich wurde Fear the Walking Dead tatsächlich komplex, die Konflikte wurden nuanciert dargestellt und in all ihren Feinheiten durchdacht, sodass der Ausgang – wenn auch blutig – durchaus neu war für dieses Universum. So neu sogar, dass einige alte Figuren wie Daniel oder Strand (Colman Domingo) zunächst einmal zur Seite geschoben wurden, da sie keinen stimmigen Platz in dem Gefüge finden konnten. (weiterlesen…)

RIP Will McAvoy

17 Sep, 2017 · Sascha · Fernsehen,Tech · 3 comments

Will McAvoy ist tot. Will McAvoy war die Hauptfigur, gespielt von Jeff Daniels, in HBOs The Newsroom, einer Serie von Aaron Sorkin über die fiktive Nachrichtenzentrale des Fernsehsenders Atlantis Cable News. Daniels wurde für die Rolle mit dem Emmy ausgezeichnet. Obwohl die Serie wegen ihres revisionistischen Ansatzes, alte Nachrichten mit einer hinterher-ist-man-immer-klüger-Methode neu und in einer besseren Weise zu verpacken, als es live geschah, heftig kritisiert wurde, blieb etwas von der Figur doch auch nach Serienende haften. Im Wowcast zum Beispiel lobten wir den lebhaften Spirit der Figuren, der trotz den teilweise problematischen Plots doch bitte nachhallen möge. Und dazu blieb uns McAvoy in Form eines Parodie-Twitteracounts erhalten. Sogar bis in die Trump-Ära.

Ich bin nicht unbedingt der größte Fan dieser Fanaccounts. Die Qualität ihrer Tweets ist oft miserabel. Selten passt das Medium zu Figur und sowieso ist das Theater oft eher von kurzer Dauer. Der Autor des McAvoy-Accounts jedoch hatte einen Nerv getroffen. McAvoy würde natürlich twittern, selbstverständlich über neue Nachrichten berichten sowie aktuelle Ereignisse kommentieren. Es passte einfach, genauso wie der perfekt geklonte Schreibstil von Aaron Sorkin.

Nun hat der Schreiberling jedoch festgestellt, dass er die Kunstfigur nicht mehr weiterführen möchte. Er hört auf. Zur großen Freude vieler Hater aus der coolen Weird-Twitter-Ecke, deren ironischer Ansatz Dinge zu kommentieren ohnehin konträr zu Sorkins moralisch aufrichtigem Ton stand. Ich mochte den Account und finde das Ende schade. Ich denke aber auch, dass die Aktion, die länger lief als die Serie ausgestrahlt wurde, ihren Reiz inzwischen verloren hatte.

Ich war ein ausgesprochener Fan von The Newsroom, trotz oder oft wegen der vorgeworfenen Mängel der Show, und bin gerade etwas traurig.

Be good.

The Leftovers season 4 is wild

14 Sep, 2017 · Sascha · Fernsehen · 0 comments

Netter Clip, inklusive VHS-Handyfilter, in dem David Lynch gefragt wird, wie man am besten Twin Peaks – The Return schaut. Eine Frage, die sich mir nach seiner Antwort aufwirft: Ist es noch Bingewatching, wenn es sich um einen achtzehnstündigen Film und nicht eine achtzehnstündige Staffel handelt, den man am Stück schauen soll? Wie auch immer, den Rest mit der Nase vor dem großen Bildschirm und den Kopfhörern unterschreibe ich.


AMC

Fear The Walking Dead meldet sich nach der Sommerpause mit altbekannten Figuren und redundanten Effekten zurück. Trotzdem überzeugt die Geschichte – noch. Der Auftakt der zweiten Staffelhälfte beginnt einen realen Konflikt um Wasser, der Gefahr läuft, unterzugehen.

Verglichen mit der vorangegangen Staffel hat Fear the Walking Dead gerade die beste Staffelhälfte seiner Geschichte hingelegt. Der Verlust von Cliff Curtis an das Avatar-Franchise war nicht groß und Daniel (Rubén Blades) und Victor mussten sich ebenfalls mit kurzen Auftritten begnügen. Somit konnte fast der gesamte Fokus auf der verkleinerten Familie Clark liegen, und das hat sich ausgezahlt. Die Otto-Familie war ein lohnenswerter Neuzugang für die Serie, der sich noch lange auszahlen wird. Und insbesondere der Volksstamm der Natives um den stoischen Anführer Walker hat der Serie nicht nur einen brodelnden Konflikt beschert, sondern auch so etwas wie eine Botschaft gegeben. Bis dato ein relativ selten gesehener Kniff der Autoren bei Fear The Walking Dead.

Der Tod von Jeremiah Otto hat auch direkte Auswirkungen auf die ersten beiden Folgen dieser Staffelhälfte. Es wird in Minotaur und Diviner bereits so viel an Handlung abgeschlossen, dass sich der Tod des Ranch-Patriarchen wie eine weit zurückliegende Legende anfühlt. Dies ist auch in gewisser Weise das Problem des Fortsetzungs-Auftakts. Ein merkliches Ziel und Thema wurde für diese Hälfte konzipiert, und um es zu erreichen, geben die Fear the Walking Dead-Autoren mächtig Gas. Ortswechsel, Schießereien, Morde, ein riesiger Marktplatz inmitten einer ehemaligen Stierkampfarena – bei all dem Trubel vergisst die Serie ihre wichtigsten Aufgaben jedoch völlig.

Eine Zombieserie sollte die Freiheit genießen, eine (post-)apokalyptische Geschichte ohne große Vorgaben oder Einschränkungen erzählen zu können. Schließlich sind mit dem Wiederkehren der Toten nahezu sämtliche Normen und Werte verfallen, wieso sollten langweilige Grenzen dann die Serie in ihrer Umsetzung aufhalten? Gerade die Grenzüberschreitung oder die Umkehrung der Erwartungen sind in dem Genre die Höhepunkte für viele Fans. Dennoch kann eine Serie, die ihr Szenario so offenherzig, aber seriös annimmt, nicht auf gewisse Eckpfeiler verzichten.

Fear The Walking Dead nimmt Zombies ernst und gestaltet sie glaubhaft, schreibt jedoch bereits im Auftakt der ersten neuen Folge die Glaubwürdigkeit der Entscheidungen durch die Hauptfiguren klein. Madison und Walker haben Frieden geschlossen, und während Troys rassistisch motivierte Aktionen sicherlich ein zukünftiges Problem darstellen würden, könnte Frieden zwischen den Faktionen herrschen. Doch dass die beiden Gruppen direkt auf dem kleinen Gelände zusammenziehen, sprengt selbst die optimistischen Hoffnungen. Natürlich führt dies zu Konflikten und Soap-Plotlines, die die Serie doch eigentlich so erfolgreich hinter sich lassen konnte in der vergangenen Staffelhälfte. (weiterlesen…)

Black Mirror Title Gif

Via Variety gibt es erste konkrete Informationen zur neuen Staffel von Black Mirror, die aktuell noch ohne genaues Startdatum demnächst beim Netflix starten wird. Die letztjährige Staffel fing im Oktober an, weshalb ich auch dieses Mal von einem zeitnahen Release ausgehe.

Ob ich es überhaupt notwendig fand, weitere Folgen der Serie über scary tech nach dem Aus bei Channel 4 zu produzieren, klammere ich hier einfach mal aus. Trotzdem ist es weird, dass eine Serie, die bisher so grounded war, jetzt auf einmal eine Star Trek Parodie zu machen scheint. Vielleicht ist das aber ja nur ein Twist, am Ende nehmen alle die VR-Brillen ab und gehen wieder ihre eigenen Wege.

Ansonsten berauscht mich das Lineup der Schauspieler nicht wirklich. Was Mut macht ist die Ansammlung der Regisseure: Jodie Foster, John Hillcoat, David Slade sowie Tim Van Patten, der mir für seine grandiosen Leistungen bei Boardwalk Empire sowie den Sopranos sehr gut im Gedächtnis blieb. Außerdem bin ich sehr darauf gespannt, was Colm McCarthy in der Folge Black Museum treiben wird. Seinen Film The Girl With All The Gifts fand ich großartig.

USS Callister, which stars Jesse Plemons, Cristin Milioti, Jimmi Simpson and Michaela Coel, takes on a “Star Trek” vibe. It is directed by Toby Haynes.
Arkangel appears to tackle the theme of medicine. The episode stars Rosemarie Dewitt, Brenna Harding and Owen Teague, was written by Charlie Brooker, and is directed by Jodie Foster.
Black Museum stars Douglas Hodge, Letitia Wright and Babs Olusanmokun. It is directed by Colm McCarthy.
Crocodile stars Andrea Riseborough, Andrew Gower and Kiran Sonia Sawar. It is directed by John Hillcoat.
Hang the DJ stars Georgina Campbell, Joe Cole and George Blagden. It is directed by Tim Van Patten.
Metalhead stars Maxine Peake, Jake Davies and Clint Dyer. It is directed by David Slade.

Reviews zu den bisherigen Netflix-Folgen und dem Winter-Special gibt es von mir und René im Werewolves on Wheels Podcast.


Black Mirror, Netflix

Black Mirror is an anthology series that taps into our collective unease with the modern world, with each stand-alone episode a sharp, suspenseful tale exploring themes of contemporary techno-paranoia. Without questioning it, technology has transformed all aspects of our lives; in every home; on every desk; in every palm – a plasma screen; a monitor; a Smartphone – a Black Mirror reflecting our 21st Century existence back at us.

Wer hätte gedacht, dass in der letzten Zeit wieder diese Serienzusammenschnitte im Stile vieler AMVs wieder populär werden. Oder habe ich die einfach nur aus dem Auge verloren? Egal, das Video hier rockt. DCFCs “Transatlanticism” zu benutzen, wohl eines der besten Liebeslieder überhaupt, ist zwar wie Cheaten, aber es ist eine unkonventionelle Entscheidung, die sich auszahlt. Und am Ende erkennen wir: Game of Thrones ist trotz allem eine tragische Liebesgeschichte.