E3 2017 Trailerfest

19 Jun, 2017 · Sascha · Featured,Games · 2 comments

Hier ein paar Trailer zur diesjährigen E3 2017, die eigentlich ohne große Überraschungen ziemlich langweilig an mir vorbeizog und deshalb auch etwas verspätet hier im Blog besprochen wird. Wie immer stelle ich keine komplette Trailerliste zusammen, sondern binde nur das ein, das mich halbwegs interessiert und womöglich irgendwann von mir auch gespielt wird.

Sea of Thieves

Piraten sind seit etwa zehn Jahren aus der Mode, spätestens seit dem vierten und fürchterlichen Pirates of the Carribean Film wurde es still um sie. Lediglich Black Flag aus der Assassin’s Creed Reihe konnte vor einigen Jahren den Seefahrern neues Leben einhauchen. Auch Sea of Thieves fliegt aktuell unter dem Radar, doch das Spiel hat definitiv Potential. Der clevere Kommentar im Video hilft einige Schwächen locker und fluffig zu überspringen und ansonsten dürfte das Spiel vor allem für Rollenspieler interessant sein. Was mich aber vor allem anzieht sind die unglaublich real aussehenden Wellenbewegungen.

Life is Strange: Before the Storm

Ich hätte kein Sequel zu Life is Strange gebraucht. Dontnods Spiel war eine einzigartige Erfahrung, ein Amalgan aus vielen Inspirationen und dennoch sehr eigenständig. Der emotionale Ausgang ließ mich zufrieden zurück, auch wenn ich leider das dumme Ende auswählte und zunächst enttäuscht war. Auch die Entwickler sind sich unsicher bezüglich der Zukunft, weshalb es zunächst einmal in einer kürzeren Brückenfolge in die Vergangenheit geht. Ohne Zeitreise wird sich das Spiel hauptsächlich auf das durchaus interessante Drama zwischen Chloe und Rachel konzentrieren. Darauf freue ich mich auch, ich bin mir nur nicht sicher, ob es noch wirklich viel zu erzählen gibt. Before the Storm wirkt eher wie eine bereits bekannte Geschichte, die man jetzt spielen kann.

The Last Night

Über The Last Night hatte ich bereits vor fast drei Jahren einmal euphorisch berichtet und dann vergessen, wie das Spiel heißt. Selbst mit Google und Suche im Blog fand ich den Beitrag nicht mehr, was bei mehr als 5000 Beiträge auch mal passieren kann. Dank der E3 bin ich nun komplett überzeugt und völlig weggeblasen, wie krass der Trailer des 2,5D Cyberpunk Adventures dann doch im Unterschied zu der damals spielbaren Demo auf die Pauke haut. Wow! Absolutes Highlight!

Assassin’s Creed Origins

Assassin’s Creed startete als kleines Spiel mit einer großen Zukunft auf der PlayStation 3. Das Mittelalter im Nahen Osten schien das perfekte Setting zu sein und die beginnenden übernatürlichen Elemente gefielen mir so gut, dass ich sogar alle geheimen Artefakte sammelte, nur um eine kurze Cutscene von Adam und Eva zu sehen. Ich war ein großer Fan des Franchises und genoss die gesamte erweiterte Trilogie bis AC3 mich mit diesem völlig komplizierten und insgesamt höchst unbefriedigenden Ende so stark enttäuschte, dass ich seither keinen einzigen Titel mehr spielte. Dass die Reihe immer stärker an die Gegenwart rückte, konnte mich auch nicht davon überzeugen, dass ich gerade etwas total Wichtiges verpasste. Da nun nach Battlefield 1 alle Spiele einen Schritt zurück machen und sich auf die Anfänge ihrer enormen Franchise konzentrieren, heiße ich den Schritt willkommen, dass Assassin’s Creed Origins nun in Ägypten spielen wird. Ich bin seit sehr langer Zeit mal wieder gespannt.

Beyond Good and Evil 2 (weiterlesen…)


HBO

The Leftovers klärt das Mysterium am Ende nicht auf und ist gerade deswegen so befriedigend. Im perfekten Serienfinale vermischen sich Lüge und Wahrheit in den Erzählungen der Figuren zu einer Geschichte über die Existenz des Menschen – und was wirklich zählt.

Bevor Nora Durst (Carrie Coon) sich auf den Weg nach Australien machte, um eine hochentwickelte Technologie zu nutzen und den Verschwundenen in ihre Welt zu folgen, muss sie vor der Kamera noch einmal Stellung nehmen. Ja, sie ist zurechnungsfähig. Ja, sie will wirklich ihre Kinder wiedersehen. Ja, sie ist sich der Risiken und der Unwahrscheinlichkeit des Erfolgs bewusst. Aber man glaubt Nora Jamison Durst nicht. Sie beteuert wiederholt aufrichtig ihre Intentionen, doch am Ende, wenn sie ihren Blick direkt in die Kamera richtet, richtet sie sich auch an uns und entweder glauben wir ihr hier – oder nicht. Wie wir uns entscheiden als Zuschauer, sagt mehr über uns als über Nora aus. Damit legt The Leftovers bereits dank der großartigen Regie von Mimi Leder und dem Drehbuch aus der Feder von Damon Lindelof sowie dem Autoren der Buchvorlage, Tom Perrotta, den Grundstein für das Serienfinale.

Das Konzept der (bequemen) Lüge hat The Leftovers zu genüge untersucht. Insbesondere die (nicht mehr so) geheime Hauptfigur Nora (die fabelhafte Carrie Coon, deren Darbietung in diesem Finale Worte nicht Genüge tun) lügt, dass sich die Balken biegen. Am schlimmsten: Sie belügt sich selbst. Nun, am Ende, wissen wir immer noch nicht, ob sie lügt. Vielleicht weiß sie es auch selbst nicht. Gerade deshalb ist das Finale so spannend.

The Leftovers war schon immer eine Serie aus einer guten Mischung aus Show and Tell. Kurioserweise bricht die Serie das Drehbuchgesetz und lässt uns nichts von dem sehen, was die Figuren sich gegenseitig erzählen. Stattdessen sehen wir ihre Gesichter. In den insgesamt nur 28 Folgen, die diese wunderbare Serie aufweist, gibt es oft diese tiefgehenden Gesprächen, in denen am Ende nur noch die Gesichter der Figuren den Bildschirm einnehmen und wir ganz intim ihren Geschichten lauschen. Wir wissen nicht immer, ob sie stimmen. Oft sind es ohnehin nur Perspektiven der Wahrheit, die jedoch viel über die Erzählerin oder den Erzähler aussagen. Und so ist auch das Ende von The Leftovers ein ganz intimer Moment, in dem wir Lüge nicht mehr von der Wahrheit unterscheiden können. Die Serie argumentiert in den drei Staffeln, dass dies jedoch kein Problem sein muss. Für die, die nicht aufgepasst haben, ertönt auch zu Beginn wieder der alte Theme Song”Let The Mystery Be”.

Dabei ist The Leftovers im Serienfinale so nah dran, das Mysterium zu lösen, wie noch nie zuvor. Nora verabschiedet sich in einer herzzerbrechenden Szene von Matt. Christopher Eccleston brilliert in der Szene, als er Matts Ängste hinsichtlich seiner Krebserkrankung erläutert und damit aber auch gleichzeitig sowohl die so oft von The Leftovers analysierte menschliche Existenz als auch Noras Beweggründe erklärt. Dann betritt Nora einen LKW-Anhänger, in dem etliche Batterien und Laser und sonstiger Technologiekram stehen, in dessen Mitte eine kugelförmige Kammer wartet. Diese wird sich mit Wasser füllen und Nora dann nackt an den Ort der Verschwunden schicken. Der Terminator lässt grüßen. So sehr hat die Serie sich noch nie in Richtung Science-Fiction bewegt und große Zweifel kommen auf, doch Nora zieht die Sache durch. Ihre Nacktheit unterstreicht die Verletzbarkeit sowie ihre große Verzweiflung, die zu dieser Situation führen. In der letzten Sekunde, bevor wir “Sarah” in Australien und das Ende von The Book of Kevin erneut sehen dürfen, öffnet Nora ihren Mund, um etwas zu sagen. Es passiert blitzschnell und kann beim ersten Eindruck so wirken, als ob sie nur noch einmal nach Luft schnappt, doch es ist beim zweiten Schauen sehr klar: Nora ist kurz davor etwas zu schreien.

Wir werden nie erfahren, ob Nora tatsächlich dann in die Welt der Verschwundenen transportiert wurde oder ob sie mit voller Kraft “Stop!” rief und dann enttäuscht und blamiert aus der Kugel ausstieg. Vielleicht war sogar das ganze Theater der beiden Wissenschaftlerinnen ein ausgeklügelter Witz oder ein perfides, psychologisches Experiment, um zu sehen, wie weit die Leute tatsächlich gehen würden. Jede Theorie, die sich über den Ausgang der Eröffnungsszene und die anschließenden, nicht gezeigten Konsequenzen ermöglicht, erscheint thematisch logisch und gleichmäßig ertragreich. Das bedeutet auch, dass es keine Rolle spielt, was wahr ist. Welche Geschichte auch immer Nora für sich auswählt, ist die richtige.

In Australien lebt Nora etliche Jahre (es dürften wohl so ungefähr fünfzehn sein) irgendwo im Nirgendwo. Kevin (Justin Theroux) ist nicht zum weltweit bekannten Jesus geworden, den nun auch Nonnen im Outback kennen (eine Theorie zum Beginn der Staffel), sondern ein ganz normaler Mann mittleren Alters, der nach seiner alten Liebe sucht. Er scheint plötzlich vor Noras Haustür und lädt sie zu einem Tanz in einer nahe gelegenen Stadt ein. Kevin scheint gut drauf zu sein. Er ist erleichtert, dass er Nora gefunden hat. Gleichzeitig beteuert er aber, dass die beiden sich nicht kennen. So will er sie zuvor ausschließlich bei dem Tanzabend in Mapleton kurz und auf dem Amtsgericht gesehen haben. Was ist nun passiert? Handelt es sich doch um die Parallelwelt? Verzweifelt ruft Nora Laurie an, die gerade ihren großmütterlichen Pflichten nachkommt (Jills Baby, Ehe super. Tommy? Nicht so sehr, aber es geht ihm gut). Schön zu sehen, dass Laurie sich doch nicht umgebracht hat, selbst wenn sie es plante und es zur Folge gepasst hätte. Es verwirrt, dass Laurie doch noch lebt und so glücklich ist. Und dann beteuert Kevin erneut in einem herzzerbrechenden Moment, dass er Nora zuvor noch nie gesehen hat.


HBO

Natürlich stellt sich heraus, dass nichts Übernatürliches in dieser Welt stattgefunden hat. Nora lebt einfach zurückgezogen irgendwo in Australien und Kevin hat jahrelang vergeblich nach ihr gesucht. Punkt. Kevins Reise in die Hotelwelt war bereits in der letzten Woche klar als eine außerordentliche Psychose deklariert worden, doch nun kann auch der restliche Zweifel beseitigt werden. Er litt an einem Herzfehler und dieser wird wohl – irgendwie – sein mehrfaches “Sterben” erklären können. Restzweifel bleiben natürlich bestehen, doch der Flirt mit dem Übernatürlichen endet bei The Leftovers immer in der harschen Realität. Diese versuchen sich die Figuren schön zu reden. Die Serie ist nie vor den großen, schwierigen und schreckenerregenden Fragen zurückgezuckt und hat sie stets auf einem intimen und persönlichen Level geklärt. Figuren bieten ihre Perspektive an und man kann sie annehmen oder nicht, aber immerhin wird man sie verstehen.

Deshalb ist Kevins Wunsch nach einer schönen Geschichte auch so menschlich und äußerst gut nachvollziehbar. Dieser Drang nach einer Story, die man gerne erzählt, wird noch durch das Hochzeitssetting unterstrichen. Gerade hier offenbaren betrunkene Freunde vielleicht, dass sich Mäxchen mit Sabinechen eher auf Tinder als total romantisch in einem Buchladen kennengelernt haben. Und Kevin würde eben sehr gerne den ganzen Scheiß mit Nora vergessen machen. “We fucked up”, sagte er in der letzten Woche zu sich. Nun scheint er seinen bösen Zwilling vernichtet zu haben, ein neuer Mann steht vor Nora Durst und will einen Neuanfang. Sie erkennt die guten Intentionen und lässt ihn wieder an sich ran.

The Leftovers war immer eine Serie über das Zueinanderfinden in dem Chaos des Universums. Das kosmische Mysterium im Zentrum der Serie mag übernatürlich sein, löst aber doch die gleichen Fragen aus, die auch uns täglich plagen. Scheinbar übernatürliche Ereignisse sind mit der Zeit natürlich zu überwinden. Jill und Tommy scheinen Glück gefunden zu haben, Jarden wird nicht mehr Miracle National Park genannt, Laurie scheint in der Rolle als Oma aufzugehen und selbst Kevin Sr. ist irgendwo noch mit 91 Jahren am rumkicken. Die kommende Generation kennt den Sudden Departure nur noch aus Erzählungen. Auch Nora geht es gut; sie will lediglich jemanden, der ihr glaubt und für sie da ist.

Und so endet The Leftovers in einem Gespräch zwischen zwei tief verletzten Menschen mit einer Reihe an Problemen, die jedoch dann zueinander finden – weil sie es wollen. Nora erzählt Kevin, dass sie durch die Maschine ging und in der anderen Welt auf ihre Familie traf. Dies gestaltete sich zunächst schwieriger, da in dieser Welt nicht zwei, sondern die anderen 98% der Menschheit verschwunden sind. Diese Spiegelung unterstreicht erneut deutlich die von vielen Figuren empfundene Trennung. Wie Puzzlestücke, die eigentlich zusammengehören und trotzdem nicht in die richtige Lücke wiederfinden können. Als Nora dann ankommt, muss sie ohnehin erkennen, dass ihre Lücke bereits geschlossen wurde. In einer Welt voller Waisen ist ihre Familie noch ganz gut weggekommen, die Kinder haben ihren Verlust gut verarbeitet und haben eine neue Mutter. Nora The Ghost findet ihren Frieden und kehrt zurück in unsere Welt, weil hier ihr Platz ist. Ihre Geschichte ruht auf vagen Erklärungen, doch das spielt keine Rolle. Nicht für sie, und auch nicht für Kevin. Auch nicht für uns. Sie ist hier, das ist das Wichtige. Er greift nach ihrer Hand und die beiden strahlen sich mit tränenden Augen vor Glück an. Sie haben sich wieder.

Wenn Nora, die das mit Abstand schrecklichste Schicksal in der Serie getroffen hat, wieder glücklich werden kann, dann kann es für jeden ein Happy End geben. Vielleicht erst mit genügend Abstand. In ihren Interviews mit den 121 Fragen, konzentrierte sich die letzte Frage auf die Haltung gegenüber den Verschwundenen: Glaubt die befragte Person, dass die Verschwundenen an einem besseren Ort sind? Nora kann die Frage nun für sich und ihre Familie beantworten.


HBO

Die letzte Einstellung strotzt vor Symbolik. Die Leiter steht noch neben dem Haus, als Warnung oder Vorzeichen, dass erneut jederzeit eine Aufregung oder Angst vor kommenden Ereignissen aufkeimen kann, jedoch irgendwann verfliegen wird. Das Chaos im Garten, das die beiden Liebenden umgibt, stellt einen schönen Kontrast zu der Wärme der Figuren dar, die aus dem Fenster strahlt. Der Sonnenuntergang symbolisiert das Ende der Serie, aber auch den beginnenden Lebensabend, dem Nora und Kevin nun gemeinsam begegnen werden und dann wären da natürlich noch die Brieftauben, die nach tagelanger Abwesenheit doch überraschenderweise auftauchen. Natürlich haben sie ihre Nachrichten abgeliefert, was erneut unterstreicht: Auch in jeder Lüge kann ein Stück Wahrheit stecken.

Darüber hinaus verbinden die Tauben die Serie erneut zur christlichen Bibelgeschichte. Die buchstäbliche Flut, wie Kevin Sr. sie befürchtet, ist vielleicht nicht gekommen. Doch die Zeit nach dem Plötzlichen Verschwinden mag zumindest von einigen Figuren so empfunden worden sein. Als bekämen sie keine Luft, als würden sie das metaphorische Land nicht mehr finden. Und nun, passend zum Zusammenkommen der Figuren, die in ihrer verflossenen Liebe doch den Sinn ihrer Existenz entdecken, kehren auch die Tauben mit der frohen Botschaft zurück. Genau wie bei Moses und seiner Arche. Die Flut ist vorbei. Wenn wir es wollen. Oder daran glauben. Aber wo ist da der Unterschied?

Zitat der Folge: “I like to get a little lost.

– Sollte nicht vergessen werden: Die Maskenbilder haben in dieser Folge Unglaubliches geleistet und Justin Theroux, Amy Brenneman und Carrie Coon in einer glaubwürdigen und dezenten Weise altern lassen, wie man es selten sieht. Auch Justin Theroux‘ Stimme, besonders bei der ersten Begegnung mit Nora, war authentisch gebrechlich.

– Ob real oder eingebildet, das Echo von Noras Kindern, als sie den LKW betritt, war ein purer Gänsehautmoment.

– Grandios: Nora ist nach meiner Rechnung die 122. Person, die die Maschine benutzt. Sie verkörpert quasi die Antwort am Ende aller Fragen.

– Es ist kurios, wie sehr The Leftovers als Parabel für Damon Lindelofs Kampf um das Ende von Lost angesehen werden kann. Der Showrunner glaubt bis heute, dass die Reaktion auf das Finale der ABC-Serie hauptsächlich negativ ausfiel, was ihm sehr viel ausmachte. Interessant ist auch, wie sehr die Staffeln diesem persönlichen Kampf ähneln. Zunächst war da eine tiefe Depression, dann nahm er es mit Humor und nun in der 3. Staffel schien DAS ENDE in riesigen Buchstaben über allem zu schweben. Würde er es erneut versauen, könnte das Finale erneut alle Fans der Serie enttäuschen? Das Gelöbnis des Bräutigams, nie bewusst einen Fehler zu machen, sich aber für Fehler zu entschuldigen, kann durchaus als Lindelofs Argumentationslinie in den Diskussionen um das Ende gelesen werden. Es gibt mehr Szenen aus der gesamten Serie, die man zu weiteren Vergleichen heranziehen könnte, aber diese sticht – insbesondere im Finale – heraus. Aus meiner Sicht muss er sich nicht rechtfertigen, aber wenn The Leftovers die Entschuldigung ist, dann sei ihm doch hier bitte von allen enttäuschten Fans auf ewig vergeben.

– Zu guter Letzt möchte ich mich dann noch fürs Mitlesen bei den wenigen, treuen Seelen über die Jahre hier bedanken. The Leftovers für moviepilot zu betreuen war mir eine große Ehre. Vielen Dank an die Freunde in Berlin für diese Möglichkeit und die Betreuung. Und natürlich ein großer Dank an die Autoren, Regisseure, Schauspieler, die Kreativen und HBO, die diese außerordentliche Serie möglich gemacht und realisiert haben.


Also ich bin nicht wirklich verrückt nach dem Trailer, aber vielleicht ist das auch ein gutes Zeichen. The Force Awakens hatte atemberaubende Trailer und wie ich zum Film stehe, verarbeite ich hier öffentlich in Therapie seit über einem Jahr.

Aber nein, Spaß beiseite. Das sieht gut aus. Das ist für mich ein großer Schritt nach vorn. Es gibt neue Raumschiffe, neue Designs und Figuren, auch die Einstellungen sind nicht so sklavisch an die alte Trilogie gebunden wie noch in Episode VII. The Last Jedi verspricht hier im Trailer ein dunkler, mystischer und sehr emotionaler Film zu werden. Ich vertraue auf Rian Johnson. Hier eine kurze Besprechung der wichtigen Szenen:

Ich habe sehr hohe Erwartungen an das Training von Rey. Irgendwie muss es ja nun Sinn ergeben, weshalb sie ohne Ausbildung bereits so stark war. Der Trailer verspricht in wirklich teils großartigen Einstellungen einen emotionalen Kampf mit ihrem Meister und sich selbst, der wesentlich ausgeprägter und dunkler ablaufen wird als das noch bei Yoda und Luke der Fall war. Immerhin scheint Luke gar nicht mehr an die Jedi zu glauben, Yoda war dagegen relativ schnell umgestimmt und fröhlich.

Dieser Shot bereitet mir ein bisschen Bauchweh. Auch der, wo Reys Hand Staub von dem Symbol des Jedi-Ordens streicht. (Kleine Spoiler folgen nur für diese Einstellung.) Wer die Gerüchte um den Film und den Jedi-Baum verfolgt hat, wird wissen, was ich meine. Ich halte die Idee, sofern die Gerüchte stimmen, für relativ kontraproduktiv. Die Macht näher zu erforschen – okay. Aber unbedingt näher zu erklären mit Gaia-Quatsch? Das sind dann die Midichlorianer nur in grün. Hoffentlich nicht.

Wenn wir gerade vom Jedi-Orden sprechen: Ich halte diese Einstellung für einen Flashback. Eigentlich hätte das Abrams schon machen müssen, aber hat er nicht – deshalb räumt Johnson jetzt die Unordnung auf. Wir sehen auch Phasma kurz in den Flammen mit ihrem Trupp. Das ist bestimmt der Angriff der First Order / Knights of Ren auf Lukes neuen Jedi-Tempel.

Oscar Isaac stiehlt mir mein Herz. Tolle Action, der Angriff auf die Resistance scheint zu zeigen, dass die First Order nicht mit Starkiller Base unterging. Ähnlich wie in The Empire Strikes Back kommt ein Rückschlag früh im Film. Ich hoffe, dass die Parallelen nicht wieder zu offensichtlich sind.

Apropos offensichtliche Parallelen. Immerhin sind die Raumschiffe neu und aufregend und ich bin gespannt, wie sie funktionieren – und ob mich das alles zu sehr an The Empire Strikes Back erinnern wird.

Now this is podracing!

Dies ist der einzige Shot von Finn im Trailer. Er wird kurz nach diesen neuen Speedern gezeigt. Sitzt er dort drin und steuert sie? Ist er doch noch länger verletzt im Film?

Das könnten Leia oder Laura Derns Figur sein, die eine Resistance-Anführerin spielt. Hübscher Shot aber, mir gefällt das Interface sehr. Hübsches Update des traditionellen Designs.

Und es sieht so aus, als ob die Neue Republik doch nicht ganz zerstört wurde. Hier verteidigen mächtige Fregatten einen Planeten, die Schiffe erinnern an aufgemotzte Nebulon-Bs. Sehr hübsch.

Kylo Ren und Rey im Kampf, wahrscheinlich auf Ahch-To. Bring it!

Insgesamt ein sehr schöner Teaser, der eben noch viel zurückhält. Kelly Marie Trans Figur namens Rose wurde im Trailer nicht gezeigt, ebenso fehlen Benicio del Toro und Laura Dern. Wir sahen noch nichts von der Game of Thrones Stadt in der gedreht wurde. Snoke fehlt, Hux fehlt, Chewie fehlt. Da kann noch mehr kommen, aber ich werde es wohl bei diesem Teaser belassen und mich dann im Kino hoffentlich überraschen und erfreuen.

Bottom line:

Star Wars: The Last Jedi startet am 14. Dezember 2017 in den deutschen Kinos.

Das Netflix-Stigma

12 Apr, 2017 · Sascha · Featured,Film · 3 comments

Dieser Tweet hatte einigen Zuspruch erfahren und ich wollte das Gefühl noch einmal ganz kurz in einer etwas längeren Form auf dem Blog festhalten. Und genau das soll es auch sein, die Beschreibung eines Gefühls, ohne große Zahlen (die Netflix ohnehin nicht preisgibt) und Box-Office-Crunching.

Das Netflix-Original Branding hat keine besondere Bedeutung. Netflix drückt seinen “Original”-Stempel auf Eigenproduktionen, eingekaufte Serien und Filme sowie Serien, die zum Beispiel nur über Netflix ausgestrahlt werden, sonst aber nichts mit Netflix am Hut haben (siehe z.B. Better Call Saul in Deutschland). Das verwässert die Marke ungemein und lässt alles sehr undurchsichtig erscheinen.

Von Netflix produzierte Filme mit Oscar-Hoffnungen werden im gleichen Atemzug wie Adam Sandlers neuer Urlaubsdreh genannt. Netflix veröffentlichte im gleichen Jahr Ridiculous Six und Beasts of No Nation und während dieser Move natürlich die Bandbreite des Streamingdiensts unterstreicht, gibt es aber auch einen ungewollten Nebeneffekt. Ich vermute, dass das sonstige Line-Up aus The Do-Over, Tallulah, XOXO, Spectral oder Special Correspondents anderen prestigeträchtigeren Filmen die gewisse Aura eines Awardsfilms raubt.

Der direkte Vergleich zwischen Amazons Manchester by the Sea und Netflix’ Beasts of No Nation bietet sich an. Netflix kaufte die internationalen Rechte an Beasts auf, veröffentlichte den Film in einigen Kinos und zeitgleich online. Dies rief einen Boykott einiger Kinobetreiber hervor. Amazon kaufte Manchester by the Sea nach einer erfolgreichen Premiere auf dem Sundance Filmfestival (Netflix tat dies jetzt ebenso mit The Discovery). Amazon Studios brachte Manchester zunächst in die Kinos, bevor der Film im Januar online erschien.

Als Netflix vor einem Jahr bei den Oscars leer ausging, wurde dies teilweise als eine Absage an Streamingdienste wie Netflix und dergleichen angesehen. Der Film Manchester by the Sea konnte jedoch, der eben nicht nur halbherzig wie Beasts in einigen Kinos in Los Angeles und New York lief, um sich für die Oscars zu qualifizieren, in diesem Jahr zwei Trophäen mit nach Hause nehmen und insgesamt 6 Nominierungen für sich verbuchen, unter anderem die für den besten Film. (weiterlesen…)

“2016 wird alles besser.” habe ich letztes Jahr in den Rückblick am Ende hingeschrieben und siehe da, ich sollte Recht behalten. Das vergangene Jahr hatte zwar auch seine Tiefen, die dummerweise ganz besonders tief waren, aber insgesamt war das ein schönes Jahr vollgefüllt mit schönen Erfahrungen, toller Unterhaltung und erfreulichen Blog-Kollaborationen. Politisch gesehen verlief das Jahr ähnlich wie oben im Gif und das beschäftigt uns ja jetzt auch noch in 2017, aber das wird bestimmt bald alles besser. Wenn mich das vergangene Jahr eines gelehrt hat, dann das alles vorübergeht. Einfach weitermachen also.

Hier nochmal die gesamte Listenübersicht.

Meine Top 10 Movie Art
Meine Filmhighlights 2017
Meine Top 20 Filme 2016
Die besten Filmmomente 2016
Meine Top 10 Videospiele 2016
Meine Top 10 Fernsehserien 2016
Meine Top 10 Trailer 2016
Meine Top 20 Poster 2016


Sony Pictures Germany

Arrival ist mein Film des Jahres. Ein Film über die Komplexität von Kommunikation und die Hürden in uns und in dem Zusammenleben mit anderen, die wir für ein bessere Zukunft überkommen müssen. Passt aktuell wie die Faust aufs Auge. Da ich selbst Linguistik studiert habe, war die Darstellung der Professorin als Heldin ein absolutes Highlight. Aber auch ihre Überlegungen zur Didaktik, wie man den Aliens jetzt am besten Englisch beibringt, waren schlüssig und toll. In Ted Chiangs Kurzgeschichte ist das ein wenig detaillierter dargestellt, aber für einen Blockbuster und Oscarkandidaten war die kompetente Darstellung des Sujets in Arrival bereits das höchste der Gefühle.

Ich bin nicht der einzige, der derart begeistert von den Wissenschaftsaspekten von Arrival war, es gibt jede Menge Artikel und Videos zum Thema, die ich hier mal zusammenfassen möchte. (weiterlesen…)

The Last Guardian bietet einige der größten und gleichzeitg auch frustrierendsten Momente, die ich je in einem Videospiel erlebt habe. Die Beziehung, die ich zu dem neuen Titel von Fumito Uedas Team Ico (bzw. später genDESIGN) entwickelte, erinnerte mich an eine kränkelnde Liebesbeziehung, in der beide Paare wirklich verzweifelt versuchen, zueinander zu finden, um am Ende doch festzustellen, dass es langfristig nichts wird – egal, wie aufregend, schön oder beeindruckend die gemeinsamen Momente miteinander sein können.

Der erste Eindruck ist jedoch der von Verwunderung. Die Trailer zu Project Ico bzw. The Last Guardian haben fast ein ganzes Jahrzehnt auf dem Buckel. Die ersten Minuten innerhalb der Welt von The Last Guardian wirken jedoch vertraut. Wenig hat sich von der ersten Vision verändert, lediglich die Grafik wirkt geupdatet, wie eine Remastered Version eines jahrealten Fiebertraums. In The Last Guardian spielt man einen namenlosen Jungen, der sich mit Hilfe eines Fabelwesens namens Trico durch eine große, umrandete Ruinenstadt nach oben navigieren muss, in der Hoffnung zu entkommen.

Die Beziehung, die der Spieler dabei zu Trico aufbaut, ist der selling point des Spiels. Es ist nicht unbedingt schwer, zu beschreiben oder zu erklären, wieso diese tierische Kreation durch Team Ico ein solcher Geniestreich ist. Sie aber wirklich vollends zu verstehen, verlangt eine eigene Spielerfahrung. Aber ich versuche es trotzdem. (weiterlesen…)

Wie in jedem Jahr hier eine Ansammlung der Superbowl TV-Spots und Trailer für zukünftige Filme. Vielleicht liegt es an dem unglaublich schlechten Kinosommer 2016, aber irgendwie sind die Spots nicht so lahm wie in nahezu jedem Jahr. Ich freue mich schon fast!

Ghost in the Shell

Ich bin immer noch voll on board in Sachen Ghost in the Shell mit Frau Johansson, gerade weil die Trailer und Spots so genial aussehen. Besonders diese riesigen Holoprojektionen, hier u.a. Kois, die um Gebäude fliegen, sind einfach richtig juicy. Wenn der Film doof wird, haben wir immer noch den Anime.

Stranger Things 2

Ich bin diese verdammte Show so fucking leid. Nicht nur, dass die Kinder natürlich in Ghostbusters-Kostümen in die Schule rennen, nein, sogar im Trailer wird bereits der Tür-Shot aus Close Encounters kopiert, für den ich ganz groß Liebe verspüre, da es meine erste Filmerinnerung überhaupt ist. Ich nehme das inzwischen richtig persönlich. Anschauen werde ich mir die Serie natürlich trotzdem, allen voran wegen dem angeteaseten Lovecraftian Horrormonster. Aber ich werde dabei sehr oft seufzen. JAWOHL, LAUT SEUFZEN! (weiterlesen…)