Back to German Wahlplakate!

04 Mar, 2017 · Sascha · Politik · 1 comment

Das Schöne am langjährigen Bloggen ist ja, dass man sich auf alte Posts beziehen kann. Also zumindest ich finde das sehr schön. Daher lasst mir die Freude: Vor nun fast acht Jahren hatte ich mich über das inhaltslose Wahlplakat mit Bärchen von Peter Altmaier amüsiert. Altmaier gewann damals zum ersten Mal das Direktmandat für den Wahlkreis Saarlouis. Ich kenne Altmaier aus diversen Treffen, erst im Juli war ich in Bundeskanzleramt zu Besuch (Kein Witz, #humblebrag). Aber das Wahlplakat ging einfach gar nicht.

Dieses Mal, acht Jahre später, geht es nicht um Altmaier, sondern Claudia Beck, ihres Zeichens Kandidatin der Grünen für das Amt des/der Oberbürgermeister/in der Stadt Saarlouis, wo ich wohne. Die Wahl findet parallel mit der Landtagswahl des Saarlandes am 26. März statt. Und zu diesem Zweck hängen und stehen aktuell wieder überall Wahlplakate rum; eine aufregende Zeit für mich. Ich habe Politikwissenschaft und Anglistik studiert, weshalb mich dieses Plakat von Beck doppelt interessiert, denn obwohl das Wortspiel ziemlich naheliegend und keck ist, macht es für das geschulte Auge wenig Sinn.

“Back to” ist eindeutig definiert als “zurück nach” bzw. “zurück zu”. Aber vertraut mir nicht, sucht selbst im British National Corpus nach den Konnotationen. Kehrt Frau Beck also zurück ins heilige Saarland, um die geheime Hauptstadt zu retten? Frau Beck ist bereits seit Jahren Mitglied des Stadtrates, also wohl eher nicht. Beck als Kandidatin? Gerne, dann aber für ein Amt, also “Beck for […]”. Ach menno, jetzt funktioniert aber das gewünschte Wortspiel im Slogan nicht mehr. Merke: Manchmal ist Deutsch vielleicht doch immer noch die bessere Alternative. Come in and find out und so.

Beck als Person und Kandidatin finde ich dagegen sehr sympathisch und ihre Ziele sind unterstützenswert. Das mit dem Wahlplakat ist ein kleiner Pet Peeve meinerseits, das musste raus. Ich sehe das Plakat aktuell überall and, well, it just rubs me the wrong way. Anyway… hier geht’s dann ab jetzt wieder um Filme, Serien und den ganzen Kram. Bis in acht Jahren, wenn wir erneut Saschas Wahlplakatkolumne wiederbeleben.

Ich konnte mit der letzten Dokumentation aus dem Hause Brushfire Records nicht wirklich viel anfangen. Doch zum Verkaufsstarts der Tickets für die Sommertour von Musiker Jack Johnson wurde neben dem neuen Song Fragments auch die Doku komplett online gestellt, für die der Song geschrieben wurde.

In The Smog of The Sea geht Johnson mit bekannten Gesichtern aus seinem bisherigen Œuvre und einem Meeresbiologen auf Schifffahrt in den Atlantik, um dort die so genannten Plastikmüllflecken in den Ozeanen zu untersuchen. Ich hatte lange an den Mythos geglaubt, dass diese in etwa so wie eine Müllhalde im Wasser aussehen. In Wahrheit handelt es sich aber um billionenfache, klitzekleinen Plastikteilchen, die – wie der Titel schon verrät – unter der Oberfläche fast so etwas wie einen Smog kreieren. Während das Meer vom Schiff aus perfekt und blau in der Sonne erstrahlt, verheddern sich unter der Oberfläche Plastikteilchen mit Braunalgen oder werden von Fischen gefressen.

Die Doku ist ziemlich knapp, deckt aber in ihrer kurzen Laufzeit schön das Thema im Großen und Ganzen ab. Mir gefallen besonders die Kameraarbeit von Jack Johnson selbst, der neben seiner Profisurfer- und Musikkarriere auch Film studiert hat, sowie seine Ausführungen zu seiner spirituellen Verbundenheit dem Ozean gegenüber. Johnsons Musik ist in den letzten Jahren bei mir nicht mehr ganz so oft am laufen wie früher, aber er ist und bleibt einfach der realste Dude überhaupt.

100% of Jack Johnson’s 2008 tour profits were used to establish the Johnson Ohana Charitable Foundation, an endowment founded by Jack and Kim Johnson to support environmental, art and music education. Jack Johnson also donated 100% of his tour profits to charity from 2010 – 2013. As part of his 2014 From Here To Now To You World Tour, the Johnson Ohana Charitable Foundation offered direct and matching donations to All At Once Non-Profit Partners.

Hübsche kartrographische Gegenüberstellung der “Two Americas of 2016“, erstellt basierend auf der New York Times Darstellung von Alex Egoshin auf vivimaps.

Ich würde übrigens gerne auf Glacier Island wohnen. Dazu übrigens auch passend: Oscar Boysons Kurzfilm zur Zukunft von Städten und Problemen der Urbanisierung.

What do we do now?

09 Nov, 2016 · Sascha · Politik · 1 comment

Böhmermann macht auf Rammstein und verteidigt das Grundgesetz. “We are proud of not being proud.” Fantastisch. Einfach genießen und dann weiterleben. Das Video wurde nämlich auf 4chan gepostet, die Kommentare auf YouTube sehen bereits dementsprechend aus.

OHOHOHOOHO, THIS IS A GOOD ONE! Im Rahmen seines Election Specials 2016 auf Hulu hat Triumph mit ein paar Studenten der University of New Hampshire gesprochen, die einen “Bias-Free Language Guide” aufgestellt haben. Damit wollen sie Wörter wie “arm” oder “American” aus dem Vokabular streichen. Wahrscheinlich sehen sie in ihrem Campus auch keinen Raum für intellektuellen Austausch, sondern einen “safe space“.

Triumph hat mit den Kids natürlich einen field day, wie der Amerikaner sagt, und zerstört ihre Logik in der zweiten Hälfte auf so lustige Art und Weise, dass ich mir die Tränen aus den Augen wegwischen musste. Das ganze Special ist jedoch sehr zu empfehlen. Triumph verfolgt Ted Cruz (Übrigens lustig: Eine NPR-Reporterin kannte Triumph nicht und vermutete wohl rassistische Motive), lässt seine Reporterinnen Wähler verarschen, infiltriert eine Tea Party Convenction, trainiert Mike Huckabee und noch viel mehr. pixellove(via)

Zum 5. Geburtstag seines ersten Videos aus der Reihe Everything Is A Remix hat Schöpfer Kirby Ferguson alle vier Teile in einer neuen, überarbeiteten Version herausgebracht. Full-Meta, quasi. Außerdem gibt es jetzt T-Shirts. (via)

To celebrate the five year anniversary, I’ve polished up the original four parts and merged them into a single video. For the first time now, the whole series is available as a single video with proper transitions all the way through, unified styling, and remixed and remastered audio. Part One has been entirely rebuilt in HD.

Aktion Arschloch

03 Sep, 2015 · Sascha · Politik · 2 comments

Nachdem ich schon gestern kurz auf Facebook darüber berichtete und der Post schon 83 Mal geteilt wurde (Wow! Danke, Leute!), möchte ich auch noch ganz formal hier auf dem Blog auf die “Aktion Arschloch” hinweisen. Die Aktion versucht “Schrei nach Liebe” wieder in die Charts und ins Radio zu bringen, um auch ein musikalisches Zeichen gegen rechte Übergriffe auf Flüchtlinge und Unterkünfte zu setzen. Ich könnte mir keinen besseren Song dafür vorstellen. Mitmachen!