Der Epic German Zwillenmann Jörg Sprave, der deutsche Ingenieur hinter dem Slingshot-Channel, ein inzwischen höchst erfolgreicher Kanal auf YouTube und seit über einem halben Jahrzehnt ein großer Pew-Favorit, hat Probleme mit YouTube und der Daily Mail. Auf dem Slingshot-Channel baut der Deutsche seit Jahren hobbymäßig exotische Zwillen und andere kreative Waffen, die er mit stark deutschem Akzent in englischer Sprache vorstellt und testet. Es geht Sprave nicht um den Einsatz der Waffe in einem echten Szenario, sondern um die Herausforderung beim Bau kreativer Ideen, oft in Verbindung mit popkulturellem Hintergrund.

Nun zum Problem: Sprave hat eine auf Amazon erhältliche Schutzweste reviewt, die vor Messerstichen schützen soll. Dass Sprave, wie die Daily Mail berichtet, in dem Video Terroristen zeigen soll, wie man die Schutzweste am besten umgeht, halte ich persönlich für schwierig. Sprave zeigt im Reaktionsvideo, dass er die Weste in dem Zentrum an der vermeintlich stärksten Stelle testete.

Die billige Qualität des Produkts sollte hier offenbart werden. Trotzdem ist das Video mit dem clickbait-y Titel “How To Pierce A Stab Proof Vest” versehen worden. Ich habe das Video nicht gesehen, kenne Sprave und seine Videos aber seit sehr langer Zeit. Trotzdem glaube ich, dass das Video durchaus falsch aufgenommen werden konnte. Früher ging es nur um den Abschuss von Schleuderprojektilen auf Kartons, später kamen mit größerem Budget und höheren Zuschauerzahlen Zombieköpfe aus Gelee und andere Ziele hinzu.

Als Reaktion auf den Artikel aber nahm YouTube das Video offline und versah Spraves Kanal mit einem Strike. Sollten zwei weitere folgen, verliert Sprave seinen Kanal und damit sein Einkommen, denn er betreibt sein Hobby inzwischen vollberuflich. Diese Kritik kommt kurz nach dem so genannten Westminster Attack in London, bei dem der Terrorist u.a. einen Polizisten mit einem Messer tötete, der eine Schutzweste trug. Die Daily Mail zieht explizit die Parallele in ihrem Artikel, berichtet über Aussagen der Innenministerin, die das Video explizit kritisierte.

Die Reaktion YouTubes ist bedauerlich. In jüngster Zeit hagelte es teilweise berechtigte, teilweise unberechtigte Kritik an einigen Videos bekannter YouTuber wie PewDiePie, den ein Wallstreet Journal Hitpiece traf. Gleichzeitig ist die hysterische Reaktion aber auch eine Reaktion auf die Nachricht aus der letzten Woche zu sehen, wo Unternehmen wie AT&T und Verizon ihre Werbespots von YouTube nahmen, nachdem diese vor Videos mit rassistischen und andersweitig kontroversen Inhalten und Aussagen liefen. Es steht also der Vorwurf im Raum, dass das Alphabet-Unternehmen mit diesen Inhalten Gewinn produziert.

Der PR-Move YouTubes ist daher verständlich. Trotzdem muss man bei den Inhalten unterscheiden und diese notwendige Trennschärfe fehlt bei dem Unternehmen seit Jahren. Interessanter als die internen Entscheidungen bei YouTube finde ich diesen Vorfall jedoch im Kontext der letzten Meldungen über gleiche Vorfälle. Der Artikel schlägt in die gleiche Kerbe wie andere in den vergangenen Monaten und die (wahrgenommene) Kluft zwischen neuen und alten Medien wird scheinbar bewusst vertieft, wie viele User jetzt in den Kommentaren berichten. Sie beklagen die journalistische Arbeit der Daily Mail, eine Schmierkampagne bekannter Kanäle auf dem neuen Medium finde statt.

Bei PewDiePie, mit seinen Millionen jungen Fans und als Gesicht der Plattform, einer Rolle, der er sich schlicht verweigert, ist all dies im Grundgedanken noch nachvollziehbar. Bei Sprave ist der Kontext seiner langjährigen Produktion jedoch wichtig. Eine kurze YouTube-Suche offenbart viele ähnliche Videos ohne diese Formulierungen und ich glaube, ohne das Video gesehen zu haben, dass Sprave eher stolz auf seine Speer-Kreation war als alles andere. Es geht immerhin nicht darum, dass Sprave offenbart, wo und wie man Menschen tötet, sondern er zeigt wie leicht seine Waffe durch die billige Produktion schneiden konnte. Dass Jörg Sprave nun zwischen die Fronten gerät, ist einfach schade. Er sieht die Sache vielleicht ein bisschen zu naiv und einige seiner Videos finde ich vielleicht von den Formulierungen und Darstellungen selbst etwas zu krass, aber als langjähriger Zuschauer weiß ich, dass hier keine Böswilligkeit mit im Spiel war. Nur weil seine Videoinhalte teilweise als anstößig empfunden werden können, sollte er seinen Kanal nicht verlieren.

Adam Savage baut sich Schritt für Schritt ein Totoro-Kostüm für die Comic-Con. Eines dieser Videos, das man nur so halb interessiert anfängt zu schauen und dann nicht wegklicken kann. Total hypnotisch und genial gemacht.

Peak Facebook

23 Mar, 2017 · Sascha · Alles sonst so · 0 comments

Wusstest du, dass es PewPewPew auch auf Facebook gibt? OMG! Like uns!

Tieception

21 Mar, 2017 · Sascha · Alles sonst so · 0 comments


16″x24″ Screen Print, Edition of 125 | Printed by D&L Screenprinting | $40

Ziemlich weit oben auf der Liste der Dinge, die ich definitiv nicht erwartet habe: Personal Shopper kriegt einen Mondo Print. Ich habe Olivier Assayas neuen Film mit seiner Muse Kristen Stewart noch nicht gesehen, aber bisher sehr Gutes gehört. Aber auch so würde mich dieser Print von Tula Lotay als Stewart-Fan der ersten Stunde extrem erfreuen. Ich weiß halt nur nicht, ob ich mir das kaufen und aufhängen würde. Dass Mondo ebenfalls unsicher ist, sieht man an der geringen Zahl von nur 125 Prints. Ich überlege mir das noch. Derweil plant Mondo den Release des Prints für morgen zu einer “unbestimmten Zeit” (ungefähr um 18 Uhr).

“I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t answer that question.”

Als großer Fan von Tomer Hanuka erfreut es mich sehr, dass der Grafikdesigner endlich einen richtigen Knallerprint für einen Film am Start hat. Mondo lässt ein alternatives Poster für Life aka Alien-Gravity: The Movie springen. Der Film hat wenige Wochen vor dem Start bisher absolut keinen Buzz, die Trailer verraten alles und sind trotzdem eher lahm, dazu scheint selbst das Studio trotz hochkarätiger Schauspieler wenig Vertrauen in den Film zu haben. Nach dem Spacehype der letzten Jahre könnte man meinen, dass Leute™ sich etwas mehr auf Life freuen würden. Tut aber keiner, dafür ist das Poster von Mondo fantastisch. I’m calling it now: Der Print ist besser als der Film. Noch besser wäre dieses wunderhübsche Design als Art Print, ohne den Titel und Credits Block, aber auch so wird dieses schicke Ding in meine Sammlung wandern.

Starke und eloquente Antwort von Hitzelsberger auf die Frage von Clarence Seedorf, wieso er mit seiner Homosexualität so öffentlich umgeht. Seedorf zeigte sich übrigens im Anschluss an Hitzelsberger Erklärung sehr positiv und aufgeschlossen, das zeigt der Clip leider nicht. (via)