Charlie Brooker hat die Black Mirror-Bücher jetzt offiziell angekündigt. (via BoingBoing)

Die Stories in der ersten Ausgabe der Anthologie-Reihe kommen von Cory Doctorow, Claire North (The First Fifteen Lives of Harry August) und Sylvain Neuvel (Sleeping Giants), das Teil erscheint im Februar 2018, zwei weitere Teile sind geplant.

Ich bin nicht unbedingt der größte Fan dieser Idee (und überhaupt weiteren Episoden/Erzählungen). Black Mirror funktioniert nach meinem Empfinden nur begrenzt und je mehr die Idee verwässert wird, desto beliebiger wirken die früher sehr bissigen Kommentare.

Dazu fehlt mir bei einem Buch halt auch einfach das visuelle Element. Natürlich kreiere ich in meinem Kopf die beschriebenen Gadgets selbst, aber bei einem Buch sieht halt jeder etwas anderes und gerade die Inszenierung von Technologien der nahen Zukunft war bei Black Mirror für mich immer ein besonderer Reiz.

“This picture of a crescent-shaped Earth and Moon — the first of its kind ever taken by a spacecraft — was recorded Sept. 18, 1977, by Voyager 1 when it was 11.66 million kilometers (7.25 million miles) from Earth.” (via)

RIP Will McAvoy

17 Sep, 2017 · Sascha · Fernsehen,Tech · 3 comments

Will McAvoy ist tot. Will McAvoy war die Hauptfigur, gespielt von Jeff Daniels, in HBOs The Newsroom, einer Serie von Aaron Sorkin über die fiktive Nachrichtenzentrale des Fernsehsenders Atlantis Cable News. Daniels wurde für die Rolle mit dem Emmy ausgezeichnet. Obwohl die Serie wegen ihres revisionistischen Ansatzes, alte Nachrichten mit einer hinterher-ist-man-immer-klüger-Methode neu und in einer besseren Weise zu verpacken, als es live geschah, heftig kritisiert wurde, blieb etwas von der Figur doch auch nach Serienende haften. Im Wowcast zum Beispiel lobten wir den lebhaften Spirit der Figuren, der trotz den teilweise problematischen Plots doch bitte nachhallen möge. Und dazu blieb uns McAvoy in Form eines Parodie-Twitteracounts erhalten. Sogar bis in die Trump-Ära.

Ich bin nicht unbedingt der größte Fan dieser Fanaccounts. Die Qualität ihrer Tweets ist oft miserabel. Selten passt das Medium zu Figur und sowieso ist das Theater oft eher von kurzer Dauer. Der Autor des McAvoy-Accounts jedoch hatte einen Nerv getroffen. McAvoy würde natürlich twittern, selbstverständlich über neue Nachrichten berichten sowie aktuelle Ereignisse kommentieren. Es passte einfach, genauso wie der perfekt geklonte Schreibstil von Aaron Sorkin.

Nun hat der Schreiberling jedoch festgestellt, dass er die Kunstfigur nicht mehr weiterführen möchte. Er hört auf. Zur großen Freude vieler Hater aus der coolen Weird-Twitter-Ecke, deren ironischer Ansatz Dinge zu kommentieren ohnehin konträr zu Sorkins moralisch aufrichtigem Ton stand. Ich mochte den Account und finde das Ende schade. Ich denke aber auch, dass die Aktion, die länger lief als die Serie ausgestrahlt wurde, ihren Reiz inzwischen verloren hatte.

Ich war ein ausgesprochener Fan von The Newsroom, trotz oder oft wegen der vorgeworfenen Mängel der Show, und bin gerade etwas traurig.

Be good.

The Web in 2050

17 Sep, 2017 · Sascha · Tech · 4 comments

“Is anybody still reading this?” So endet eine schön schaurige Horrorgeschichte von Jacques Mattheij über eine mögliche Zukunft des Webs. (via Eay) Wenn man sich die aktuelle Entwicklung anschaut, ist seine Idee von einer bipolaren Aufteilung des Internets in Google und Facebook gar nicht so unrealistisch.

Johnny Häuslers Weckruf, das Netz zurückzuerobern, scheiterte bisher. Braucht ein Podcast heute noch eine Webseite oder doch lieber gleich nur einen Twitteraccount registrieren? Diese Frage stellte sich uns gerade beim Kulturindustrie-Podcast und wir entschieden uns für Letzteres.

Mir macht das alles ziemlich Angst. Nicht nur, weil ich nicht mit dieser Version des Netzes aufgewachsen bin und für mich eine Präsenz im Web ohne zentrale Anlaufstelle in Form einer eigenen Webseite fremd wirkt, sondern auch weil die große Freiheit des Netzes wieder eingeschränkt wird. Sollte ich 2050 noch am Leben sein, wird PewPewPew natürlich weiterhin online sein. Und sei es im Darknet.

If you’re reading this page it means that you are accessing a ‘darknet’ web page. Darknets used to refer to places where illicit drugs and pornography were traded, these days it refers to lonely servers without any inbound links languishing away in dusty server rooms that people have all but forgotten about. Refusing to submit to either one of two remaining overlords these servers sit traffic less and mostly idle (load average: 0.00) except for when the daily automated back-up time rolls around. Waiting for a renaissance heralded by the arrival of a packet on port 80 or 443 of the WWW as it once was known, a place where websites freely linked to each other. Following a link felt a bit like biting into a chocolate bon-bon, you never quite knew whether you were going to like it or be disgusted by it but it would never cease to surprise you.

Read on, dear.

Ich bin spät dran und das Video hat bereits die Runde durchs Netz gemacht, doch ich möchte es mir auch in den Blog kleben: Die deutschen Viralmasters vom Bohemian Browser Ballett haben einen Werbespot für die Actionfiguren von Echsen-Merkel und den Gottkanzler Schulz im 90s-Style ebastelt. Der Erfolg des Videos zeigt auch, wie großartig und haargenau die Ästhetik dieser Werbespots eingefangen wurde. Das ist gar nicht so einfach. Diese Art von Parodie gibt es häufiger und selten so schön umgesetzt. Die Figuren sind dazu äußerst liebevoll und detailgenau gestaltet, sodass ich mir tatsächlich so ein Set kaufen würde.


Mondo

Ich hatte Anfang des Jahres Wind River auf meine Liste der Filmhighlights 2017 geschrieben. Jeremy Renner und Elizabeth Olsen im Schnee, in Szene gesetzt von Taylor Sheridan, der sich nach seinem Megadurchbruch als Drehbuchautor mit Sicario und Hell or High Water jetzt auch als Regisseur probieren will – das klingt spannend.

Bisher weiß ich noch nicht recht, worum es in dem Film geht und einen Trailer habe ich ebenfalls nicht gesehen. Nun haben sich die Genies von Mondo haben sich gedacht, dass sie den Film schon jetzt mit einem Poster von Matt Tobin ehren wollen. Das Ergebnis ist extrem genial, es funktioniert ohne Vorwissen zum Film und schafft gleichzeitig Vorfreude. Tolles Ding, das leider ohne vorherige Ankündigung und auf Grund der geringen Stückzahl recht schnell ausverkauft war.

Die Posterreihe 59 National Park Series macht genau das, was im Namen steht: Jeder einzelne Nationalpark in den USA erhält einen Print von einem Künstler, welche dann online verkauft werden.  Es gibt zwar durchaus limitierte Versionen der Poster, der Fokus liegt aber eher auf der Aktion an sich und somit sind auch alle Bilder nach wie vor zu erwerben und auf jeden Fall einen Blick wert.

Ich bin schon lange stiller Beobachter der Aktion. Bisher variieren die Resultate stark in der Qualität und in ihrem Vermögen die Charaktere der Parks tatsächlich einzufangen. Für jeden großartigen McCarthy, Danger oder Danthony Print findet sich ein eher enttäuschendes Stück.

Besonders schade wird es dann, wenn es die eigentlich großen und bekannten Parks wie Yellowstone oder Yosemite trifft. Sie sind zwar nicht unbedingt schlecht, aber auch irgendwie bläh.

Ganz im Gegenteil dazu hat Rory Kurtz es mit seinem Double Punch bei den Rocky Mountains gemacht. Ich bin jetzt schon seit knapp zwei Wochen am überlegen, welche Variante ich mehr mag und welche Version dieses wunderschönen Moments am Ende einen Platz an meiner Wand finden darf, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden und bitte daher um Mithilfe in den Kommentaren. Aktuell tendiere ich zu der Alpenglow-Variante.

Mein geliebter Glacier National Park hat übrigens noch keinen Print abbekommen, aber ich bin höchst gespannt und bange um ein gutes Ergebnis.

Dance Well Beast

07 Sep, 2017 · Sascha · Alles sonst so · 0 comments

Mein Lieblingstwittermensch Marco ist genau wie ich ein riesiger Fan der Band The National, die am morgigen Freitag ihr siebtes Studioalbum veröffentlicht. Eigentlich ist dieses Video nur ein Insider-Gag für unsere Twitter-Gang (invite-only, sorry), aber da ich finde, dass die Lyrics ebenso wie der Rhythmus super zu den Emos (oder “industrial dancer” or whatever) passen, möchte ich das im Blog festhalten.