Die Geheimwaffe der Serie ist Max Richter, dessen grandiose Kompositionen bereits in den Opening Credits der 1. Staffel den Ton angeben. Seine Musik ist melancholisch, bedeutungsvoll, tiefgehend und leidend. In nahezu jedem emotionalen Höhepunkt kommen Richters Geigen ins Spiel und heben die Serie einige Level nach oben. Ohne seine musikalische Untermalung wäre die Serie immer noch gut, aber nicht das, was sie ist.

Böse Zungen könnten behaupten, dass man die Musik oft einsetzt, wenn ein Moment nicht sein volles Potenzial entfalten kann; dass Damon Lindelof und seine Regisseure Richters Musik als Stütze benutzen. Doch Richters Musik ist das pochende Herz der Serie. In einer Serie, die sich mit so tiefgehenden Fragen und Situationen auseinandersetzt, ist es häufig besser, wenn die Figuren schweigen und die Musik zusammenfasst, was Worte nicht ausdrücken können.

Richters Musik kann jedoch auch andere Serien- und Filmmomente noch trauriger machen. Das haben einige Videofuchse auf YouTube herausgefunden, die die Musik zu so etwas wie dem umgekehrten Curb Your Enthusiasm-Meme machten. Der erste, ausgewählte Clip war Will Smiths emotionaler Ausbruch aus The Fresh Prince of Bel Air, in dem Wills berühmt-berüchtigte “How come he don’t want me?”-Rede noch trauriger wird.

Hier noch einige weitere Clips zu The Lion King, Breaking Bad und dem Oscar-Gewinner Manchester by the Sea, der nach ein bis zwei mentalen Sprüngen auch sehr gut als Spinoff-Geschichte im The Leftovers-Universum funktionieren würde. Weiterhin kann die Musik aber auch Komödien zu tieftraurigen Dramen werden lassen, zum Beispiel als Harry in Dumb and Dumber leider auf Toilette muss und so seine große Chance verpasst. Ganz großartig ist auch der letzte Edit zu Anchorman.

  • DerBesserwisser

    “Böse Zungen könnten behaupten, dass man die Musik oft einsetzt, wenn ein
    Moment nicht sein volles Potenzial entfalten kann; dass Damon Lindelof
    und seine Regisseure Richters Musik als Stütze benutzen.”
    So ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, aber das machen 95% der Film/Serien produzierenden Industrie auch nicht anders.
    Ich habe mich auch gefragt, ob “das Publikum” dies heute eventuell auch erwartet: Ich bin vor kurzem über D.A.R.Y.L (1985) gestolpert, in dem eine Verfolgungssequenz als Einstieg zum Film fast gänzlich ohne musikalische Untermalung auskommen muss, was ich durchaus als “störend” empfunden habe.

  • DerBesserwisser

    Oh vergessen: Bin recht beeidruckt von dem “Prince of Bel Air” Schnipsel, wusste gar nicht, dass die Serie auch mal ernstere Töne angeschlagen hat.

  • In der dritten Staffel wird Richter ganz spärlich eingesetzt.

  • Richter<3

    Musik oft als Stütze nutzen ist ja gut, aber immer und immer wieder die gleiche Musik.. Gefühlt je Folge drei mal; mindestens ^^
    Und wie Pawlowsche Hunde gehen wir alle jedes mal mit, haha