Hollywood hat die Animes für sich entdeckt. Es hat ein bisschen gedauert, Geburtsschwierigkeiten eingeschlossen, aber mit Ghost in the Shell kommt demnächst die erste Live-Action Adaptation eines Animes in die Kinos, die eine ganze neue Welle an Filmen wie Death Note oder Attack on Titan einschließt. Die Japaner probieren sich bereits schon seit Jahren an ihren Stoffen, immer mit eher mäßigem Erfolg. Zumindest in kritischer Hinsicht. Es ist selten, dass eine Produktion gut genug ist, um zu uns herüber zu schwappen und mehr als die Weeaboos nass in der Hose zu machen.

Dragonball Evolution war katastrophal, The Last Airbender fand nur selten erinnerungswürdige Momente im Chaos und Speed Racer wurde nicht als das Anime-Meisterwerk vermarktet, das es war. An Akira schraubt man seit über einem Jahrzehnt herum. Doch Ghost in the Shell, eine IP, die auch eher genrefremden Kinogängern und dem geneigten Nerd ein Begriff ist, soll das endlich ändern.

Mit Scarlett Johansson und einem beachtlichen Cast sowie Regisseur Rupert Sanders (Greatness Awaits) kann das auch gelingen, selbst wenn es bereits wegen des Castings Whitewashingvorwürfe gab. Ich sehe das so: Einerseits würde ein Film mit diesem Budget ohne Johansson nicht grünes Licht für die Produktion bekommen. So funktioniert das risikoscheue Blockbustersystem heute leider. Andererseits kann sich nach dieser Logik aber auch nie ein asiatischer Star entwickeln, durchsetzen und für diese Rollen ins Gespräch kommen. Rinko Kikuchi zum Beispiel hätte die Rolle bestimmt gut ausgeübt (wobei auch Johansson bestimmt einen guten Job abliefern wird), aber hier liegt das Vertrauen eber eher zunächst in der Marke statt dem Stoff.

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All das spielt aber keine wirklich große Rolle mehr, wenn man den Trailer gesehen hat. Die Action haut mich jetzt nicht wirklich um, aber vor allem das Produktionsdesign ist halt einfach atemberaubend. In dem Film steckt unglaublich viel Vision, Liebe fürs Detail und echtes Handwerk. Adam Savage besuchte erst vor kurzer Zeit den Weta Workshop, um sich dort die animatronischen Wunderwerke und Props aus dem Film anzusehen, die tatsächlich verblüffen. Auch die Umsetzung dieser riesigen Holofiguren in der Stadt sowie die Kostüme, Fahrzeuge und Roboter sehen schlicht grandios aus.

Basierend auf der gleichnamigen international gefeierten Sci-Fi-Reihe erzählt GHOST IN THE SHELL die Geschichte von Major, einem einzigartigen Mensch- Maschine-Hybriden, die in einer dystopischen Zukunft die Eliteeinheit Sektion 9 anführt. Auf ihrer Mission gegen die gefährlichsten Kriminellen und Extremisten sieht sich Sektion 9 mit einem Gegenspieler konfrontiert, dessen Ziel es ist, die fortgeschrittenen Cyber-Technologien des Konzerns Hanka Robotics zu vernichten.

Ghost in the Shell startet am 30. März in den deutschen Kinos. Während wir noch drei Wochen auf den Film warten müssen, gibt es bereits den Remix des berühmten und beliebten Themes von niemand Geringerem als Steve Aoki. Ich meine, den Remix finde ich jetzt nicht prinzipiell schlecht, aber er hat auch nichts mehr von dem Theme übrig und passt nicht zur Shelling Sequence, die nun nichts mehr von diesem mythischen Erwachen des Majors hat. Aber naja, just my two cents.

Immerhin sind die Poster schon mal ziemlich großartig, auch wenn natürlich nichts über Martin Ansins Interpretation geht.


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