Carrie Fisher hat ihren Herzinfarkt, erlitten am 23. Dezember, nicht überlebt. Sie starb am 27. Dezember 2016 im Alter von nur 60 Jahren an den Folgen. 2016 hat uns viele unserer Pop-Helden genommen, aber Carrie Fishers Tod trifft mich am meisten.

Ich verliebte mich zwei Mal in meinem Leben in sie. Zunächst in ihre starke, kämpferische, elegante, geistreiche, überlegte, pragmatische Leia (es gibt einen Grund, wieso alle Frauen, in die mich verliebe, etwas von ihr haben); und später in Carrie selbst, als ich über das wachsende Internet leichter recherchieren konnte, was die Schauspieler heute so machen und wie wahrscheinlich eine Sequel-Verfilmung sein würde.

Spätestens mit ihrem grandiosen Auftritt bei der Verleihung des AFI Lifetime Achievement Awards an George Lucas aka The Roast of George Lucas schloss ich sie für immer in mein Herz.

Aber Carrie war eben nicht nur die Prinzessin von Alderaan, sondern eine wunderschöne, talentierte, komplizierte, unendlich lustige, erfolgreiche Frau in Hollywood, deren beeindruckende Karriere große Ehre gebührt. Sie hatte es im Leben dank ihrer Krankheit oft nicht leicht, doch ihr lustiger und lockerer Umgang und Engagement als Fürsprecherin halfen. Nicht nur ihr. Auf Auftritt auf Twitter war stets lustig, ihre kreative Schreibweise für mich seit Jahren ebenso kryptisch wie legendär.

Ihre Arbeit als Skriptdoktor wird seit Jahrzehnten hoch angesehen, auch wenn offiziell wenig natürlich bestätigt wurde. Ihre Bücher habe ich leider nie gelesen, aber immer wieder fantastische Zitate entdeckt, die natürlich jetzt wieder überall gesharet werden. Ihre Talkshowauftritte waren ebenfalls unterhaltsam. Ihre Rückkehr zu Star Wars gestaltete sich wie wenig anderes für mich an dem Film erfolgreich. Als General Leia Organa kehrte sie zurück, ebenso wunderschön und lebhaft wie vor mehr drei Jahrzehnten. Besser noch: Ihre offen gelebte Freundschaft und Liebe zu ihren Schauspielkollegen und ihrem Hund Gary war für mich das Highlight der Rückkehr von Star Wars.

Vor ein paar Jahren sah ich Carrie Fisher einmal mit eigenen Augen. Star Wars Fans können tierisch nervig sein; besonders jene, die auf Conventions gehen. Als ich auf der Celebration Europe II die Hallen wechselte, performte Anthony Daniels beseelt die Massen vor den Autogrammreihen. Sie saß da an ihrem kleinen Stand, ich blickte kurz zu ihr hinüber. Glücklich sah sie nicht aus. Sie genoss die Aufmerksamkeit nicht so wie Daniels. Sie bekam ohnehin genug davon ohne Mätzchen zu machen. Ich zog nicht in Erwägung, mir auch ein Autogramm zu holen. Nicht nur, weil der Preis ein wenig über meiner Schmerzgrenze lag und ich ohnehin wenig Wert auf solch einen Gegenstand lege, sondern weil ich sie auch nicht unnötig belästigen wollte. Sie musste schon mit genügend anderen kostümierten Fans kämpfen und artig Photos schießen. Und trotzdem. Als sie da so saß, hätte ich sie gerne umarmt und ihr für ihr gesamtes Lebenswerk gedankt.

Was ich aus dem kleinen Moment und den letzten Jahren, in denen ich sie beobachtete, ziehe, ist nicht immer alles so ernst zu nehmen. Man muss nicht immer alles genießen, hauptsache am Ende des Tages geht es einem persönlich irgendwie halbwegs gut und man kommt mit sich klar. Danke, Carrie. Mach’s gut.