Meine Top 20 Poster 2016

28 Dec, 2016 · Sascha · Film,Personal

Bei Postern verzichte ich auf eine numerische Auflistung. Take it away.

Für Pew-Freund Alex gibt es in den besten Science-Fiction-Filmen eine Ehrfurcht für das Außergewöhnliche. Das fangen die Poster im besten Spielberg-Face/Close-Encounters-Mode prima ein.

Kein offizielles Poster, aber es sollte eins sein.

Unmissverständlich, stark, großartig konzipiert und umgesetzt.

Ich habe Christine noch nicht gesehen, aber das Biopic über Christine Chubbuck, die 1974 live im Fernsehen Selbstmord beging, scheint mir ein außergewöhnliches Portrait über eine junge Frau zu sein, die sich in ihrer Rolle gefangen sieht und den Zwiespalt zwischen Fernsehruhm und persönlichen Problemen nicht überwinden kann.

Totalitarismus, selbst in schicken Apple-Minimalismus-Weiß, löscht Identität aus. Er schafft Unschärfe, Verwirrung, sodass im Leben keine Klarheit entsteht. Aber selbst in diesem System lässt sich Liebe finden. Equals ist leider trotz tollen Schauspielleistungen eher so mitelmäßig/enttäuschend, aber A24 liefert uns dieses großartige Poster als Ersatz.

Ich habe Everybody Wants Some mal als “movie made by an alpha for betas to discover alphas’ beta sensibilities” beschrieben und stehe dazu immer noch. Dazu passen die Posen, die Mimik, die cartoonhafte Anordnung der Figuren, der Rückgriff auf ähnliche Figurenhaufen aus Filmen, die diese Klischees erst zementiert haben.

Schöner Schwindeleffekt und eine Pose, die keinen Sinn ergibt und trotzdem magisch den Blick auf sich zieht.

Wenn ich mich jedes Jahr auf die Suche nach den besten Postern des Jahres begebe, meide ich Blockbuster wie Gift. Aus gutem Grund. Doch Marvel hat mit Doctor Strange (Matt Ferguson) und dem minimalen Ant-Man Poster bewiesen, dass man nicht pauschal alle über einen Kamm scheren darf. In die gleiche Kerbe schlägt dieses 80er-Plattencover mit den protzend-teilnahmslosen Guardians of the Galaxy in Schwarz-Weiß.

Kühn, anmutig, elegant und vor allem rot.

Erneut so ein offizielles Poster (Ebenfalls von Matt Ferguson), das eigentlich nur noch in der Movie Art Ansammlung zu finden wäre. Aber nein, Laika hat tatsächlich den Schritt gewagt, einen Künstler werkeln zu lassen, und wird mit diesem schönen Print über Freundschaft, die Heldenreise und japanische Kunst belohnt.

Das Internet ist so schön und verwoben, da verblasst die wahre Welt um uns herum in grauem Beton. Die Sicht des Menschen ist so verkabelt, dass das Internet zu einer Falle wird. Herzog sieht das Internet im Film nicht ganz so negativ, aber das Poster ist so oder so stark.

Vielleicht das beste Poster des Jahres, A24 eben wieder. Ein Mann, eine Geschichte, drei Phasen. Absolut großartig.

Die beste Tagline des Jahres, weil 2016. Der Pitch des eher enttäuschendes Films ist schwer in einem Poster zu verkaufen, das nicht irgendwie mit Kameras oder Kubrick-parodierenden Mätzchen hantiert, doch dieser subtile Kniff zeigt, wie es geht.

Sehr optimistisch und retrofuturistisch, dazu natürlich der fette (bold!) Schriftzug und das Versprechen eines Abenteuers.

Ich habe den Trailer zu Park Chan-wooks The Handmaiden bewusst nicht gesehen, aber das Poster verspricht einen Mix aus Tradition und Taboos. I love it.

Der zweitbeste Print des Jahres? Wer füllt das Loch in unserem Leben? Spielt es überhaupt eine Rolle, wer es ist, solange nur der buchstäbliche Leerraum gefüllt ist? Und sind wir dann glücklich?

Ja, könnte auch genau so in der Vogue drin sein. Job erfüllt.

Woulst thou look at this delicious poster? Moment, wieso ist das eine Ziege? Und wieso sieht die Ziege so böse aus? Super Font, fantastische Tagline und die Frage, ob die Ziege tatsächlich so böse ist, wie das Poster verspricht.

Ich habe Toni Erdmann fürs Jahresende aufgehoben und erhoffe, den Film ebenfalls so glücklich und zufrieden am Ende zu umarmen. Es wird ohnehin viel zu wenig umarmt, besonders auf Postern. Habt euch doch mal alle einfach lieb.

Haha, Penis!

  • Klasse kuratiert. Einige Übereinstimmungen, dazu einiges neues. Gefällt!