Von Borrowed Time habt ihr vielleicht in den vergangenen Tagen bereits im Internet gehört, ich möchte es mir aber auch nicht nehmen lassen, den Kurzfilm im Blog zu verewigen. Dieser stammt von zwei Pixar-Animatoren, die den emotionalen Western in ihrer Freizeit neben ihrer Arbeit an Inside Out und Brave produziert haben.

Man liest jetzt häufig im Kontext dieses Films, dass Pixar mehr Filme für Erwachsenen produzieren soll oder dass Animation auch ein Genre für reife Geschichten sein kann. Pixars Kurzfilm-im-Film zu Beginn von Wall-E wird auch immer als Beweis dafür angesehen, dass die Produktionsfirma auch dark™ sein kann. Aber muss es immer dark sein, damit es für Erwachsene genießbar ist? Sicherlich nicht, wie Inside Out bewiesen hat (wobei ich auch argumentieren würde, dass dieser Film in seiner Gesamtheit wesentlich finsterer empfunden werden kann als Wall-E). Komplexe Themen können sowohl für Erwachsene als auch Kinder spaßig sowie ernst aufbereitet werden. Zumal ich die Unterstellung, dass Erwachsene unbedingt düstere Unterhaltung konsumieren wollen, nicht haltbar finde.

Anyway, was ich aus diesem Vorschlag höre ist der Ruf nach einem Animationsfilm, der ausschließlich für ein erwachsenes Publikum gedacht ist. Da frage ich mich aber: Hat denn niemand Anomalisa gesehen? Wie auch immer, Borrowed Time ist ein fantastischer Kurzfilm, der alles hat. Runde Animationen, reiches Charakterdesign, tolle Regie und Musik von dem grandiosen Komponisten Gustavo Santaolalla (The Last of Us).