Ich bin kein Techblogger, aber habe genug Ahnung, um mich über die negativen Rückmeldungen bezüglich Apples Ankündigung, die Kopfhörerbuchse zu entfernen, zu wundern. Das soll jetzt gar kein Thinkpiece werden, aber diese Fortschrittsfeindlichkeit nach derartigen Keynotes finde ich immer sehr befremdlich. Natürlich ist das aktuelle Design der Apple-Stöpsel fürchterlich und sie fallen insbesondere beim Sport ständig aus dem Ohr (oder habe ich nur eine schlechte Gehörgangsform?). Ich werde Apples AirPods auch selbst nicht kaufen. Zumindest nicht die erste Generation.

Wichtig ist jedoch: Dieser Schritt ist natürlich revolutionär. Und jetzt werden Apple-Feinde wie Tech-Geeks sagen, “Neee, das gab es alles vorher schon, Apple macht nur wieder nach!” – ohne natürlich den springenden Punkt zu betrachten.

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Joaquin Phoenix in Her (2013) / © Annapurna Pictures

Das Revolutionäre an Apples Schritt ist nicht die Technologie selbst, sondern dass eine breite Masse an Kunden mit ihr vertraut gemacht wird. Diese Kopfhörer werden sich natürlich in den nächsten Jahren zu kleinen Computern entwickeln werden, die weitaus mehr als nur Töne anspielen können. Das geht ja bereits jetzt schon mit Siri usw. etc. pp.

Ich würde gerne das Motto des Techniktagebuchs zitieren und leicht anpassen: “Ja, jetzt ist das langweilignervig. Aber in zwanzig Jahren!”. Und ich bin mir sicher, dass es weniger als zwanzig Jahre dauern wird, bis zumindest dieser Aspekt aus Spike Jonzes Her Realität wird. Und bis dahin gibt es auch angenehme AirPods oder Hearables von anderen Herstellern. Die eingeschlagene Richtung ist aber jedoch der wichtige Punkt. Manchmal braucht Fortschritt einen kleinen Stupser. Danke, Apple.

  • unterschreibe ich genauso!

  • T9

    Ich sehe das nicht als technikfeindlichkeit. Es geht viel mehr darumd ass manche Leute weiter vorausschauen als “ey cool, neues drahtloses digital Feature” und die dahinterstehenden Absichten der Konzerne erahnen.

    Hier geht es doch schon seit über zehn Jahren nicht mehr um Technik! Es geht nicht um Gadgets für den Nutzer. Darüber sind alle IT Konzerne hinweg.

    Es geht um den Nutzer, aber natürlich nur um die Lösung dessen Alltagsprobleme, sondern der Nutzer als Rohstoff.

  • Beaver Bros. Pictures

    Abgesehen davon das Wireless Earbuds nichts neues sind, die Akkulaufzeit mit 5 Stunden absolut inakzeptabel in der Praxis ist, sie noch ein Device sind das aufgeladen werden will – schlecht gestaltet sind sie auch noch. Aber ja, der Punkt das jetzt mehr Menschen mit solchen Kopfhörern rumlaufen werden, stimmt wohl…

  • Aluhut?

  • DerBesserwisser

    Worum geht es nun eigentlich genau – das Entfernen der Kopfhörerbuchse oder die drahtlosen Kopfhörer, oder beides ? Wenn man etwas gegen das Entfernen der Kopfhörerbuchse hat, muss das nicht zwangsläufig etwas mt “Fortschrittsfeindlichkeit zu tun haben, es kann auch einfach der Faktor Praktikabilität sein. Sofern man nicht auf drahtlose Kopfhörer setzen möchte (um zum Beispiel nicht darauf achten zu müssen, ob der Akku noch genug Saft hat) muss man sich zukünftig entscheiden, ob man Musik mit dem Gerät hören möchte, oder ob man es befüllen/laden/wasauchimmer möchte. Aber wahrscheinlich ist das so ein total abgedroschenes Nutzungsszenario, das man nur noch aus Erzählungen von Großeltern kennt.
    Zu den drahtlosen Kopfhörern > hää?? das gibts in allen Formen und Größen schon seit zich Jahren – bloß weil Apple das jetzt auch verhökert, ist das mehr als einen nebensächlichen Beitrag in irgend einem Apple-blog wert ?
    Wenn es um beides geht sehe ich den Sinn des Beitrags überhaupt nicht, man kann doch immer noch nicht-drahtlose Kopfhörer anschließen, sind halt nur für die nächsten 1-10 Jahre mit wenigen anderen Geräten nutzbar.