Jack Johnson steht für chillige Melodien und Surferästhetik. Seit 15 Jahren gehört er zu meinen Lieblingskünstlern und ich kann wahrscheinlich bei keinem anderen Musiker so viele Lieder fehlerlos mitsingen wie bei ihm.

Die Leidenschaft eines Fans sollte aber Grenzen haben. Nur, weil man etwas erkennt und sonst prinzipiell gut findet, sollte das nicht die Empfindsamkeit für geschmackliche Ausrutscher lähmen. Zu dem Urteil komme ich, nachdem ich den neuen Dokumentarfilm All At Once gesehen habe. Johnson war vor seiner Musikarriere professioneller Surfer und filmte während dieser Zeit seine Kollegen. Daraus entstand unter anderem der super chillige Film A Brokedown Melody, eine Mischung aus Musikvideo, Surferästhetik und Lebensweisheiten von Sunnyboys. Außerdem gibt es großartige Filme wie En Concert, die ihn auf einer Tour begleiten und nicht nur für die Ohren ein besonderer Schmaus sind.

All At Once ist aber nichts davon. Der Film ist viel zu kurz, um sich mit einem Thema wirklich tiefgehend zu beschäftigten und kann sich nicht entscheiden, was er will. All At Once springt von Konzerten über Gärten und Ackerbau zum grünen Alltag einer umweltfreundlichen Tour-Infrastruktur. All das ist prinzipiell interessant, aber so simpel und oberflächlich erklärt, dass sich der Inhalt binnen Sekunden offenbart. Insofern handelt es sich hier um die Verfilmung der Aufzählungspunkte auf der Rückseite eines Flyers. Auch visuell kann Tyler Mansons Dokumentarfilm wenig bieten. Die schönsten Shots lassen sich bereits im Trailer finden und er findet zu keinem Zeitpuntk spannende oder kreative Wege, um die Missionierung des Films zu verbergen.

While following Jack’s 2014 west coast tour, this film highlights the Johnson‘s Kokua Hawaii Foundation, the work of the All at Once campaign, and several key non-profit partners and businesses focusing on plastic free initiatives and sustainable local food systems. Additionally, the film highlights the unique way in which the Jack Johnson tour is run.

From traveling on biodiesel buses, to eating organic and locally sourced meals and carefully disposing of waste created along the way. The viewers will experience day-to-day life of touring and the band’s commitment to the environment every step of the way. The goal of the tour and this documentary is to inspire people to get involved, make the right choices, and enjoy the music along the way.

All At Once ist kein sehenswerter Dokumentarfilm, aber die Bewegung an sich ist ein unterstützenswertes Projekt, das Jack und Kollegen seit Jahren mit großer Leidenschaft verfolgen. Das ist zumindest im Film zweifellos zu erkennen.