Wieso Ubisoft den Hass verdient hat

09 Jun, 2016 · Sascha · Games

Oh, it’s brutal! Die E3 steht vor der Tür und Youtuber CrowbCat haut eines der vernichtesten Videos raus, das ich seit langer Zeit gesehen habe. Auf ganz nüchterne Weise zeigt er, wie sich Momente und Szenerien aus den Vorführungen der Spiele, die Ubisoft bei den E3-Präsentationen der letzten Jahre zeigte, grafisch dramatisch von dem Endprodukt unterscheiden.

Dabei unterscheidet sich nicht nur die Grafik extrem vom fertigen Spiel, sondern es sind auch viele zusätzliche Elemente zu sehen, die die Spielewelt besser, größer und belebter erscheinen lassen. Das liegt mitunter daran, dass – sofern überhaupt Gameplay-Szenen gezeigt werden – oftmals außerhalb dieser Präsentation wenig vom Spiel bis dato existiert. So gab Sean Vanaman, der Chef des Entwicklerstudios hinter Firewatch, jüngst gegenüber IGN zu, dass man bei der Veröffentlichung des Gameplay-Videos noch kein Stück mehr des Spiels erschaffen hatte. Dies ging für Campo Santo jedoch gut aus. Die Szenen in Firewatch spielen sich fast identisch so wie im Video ab und auch der Rest des Spiels ist stimmig.

Ich stolperte vor ein paar Tagen dank diesen Facebook-Jahresmeldungen auf einen Post von mir aus dem Jahr 2012, als ich wie viele andere völlig begeistert den Watch_Dogs Trailer teilte, lediglich mit dem Kommentar “Wow.” versehen. Als das Spiel dann erschien, habe ich es mir auf Grund der Downgrade-Debatte nicht einmal mehr gekauft. Erst heute, weil Watch_Dogs 2 bald erscheinen wird, habe ich mir den Titel als unschlagbares Schnäppchen bei Steam gekauft, wo er wohl unangespielt in der Bibliothek versauern wird. Nach der Ankündigung des Sequels, das seinen Protagonisten (als ob es an ihm gelegen hätte) und das Setting für eine Art Spin-off-Staffel von Mr. Robot hinter sich lässt, fängt die Diskussion aber von Neuem an. Mich lässt das Footage kalt. Dieses pre-gerenderte Zeug soll lediglich den Hype generieren, um die Vorbestellungen anzukurbeln. Das hat nichts mit dem fertigen Spiel zu tun. Mir ist dies klar, vielen jüngeren Konsumenten aber nicht. Man lernt eben dazu. Gut, dass dieses Video dabei hilft.

  • DerBesserwisser

    Niemand hat hier “Hass” verdient > das Zeitalter des Internets hat, wie mir scheint, dazu geführt, das viele Begriffe einfach verwendet werden, ohne sich über deren tatsächliche kontextuelle Bedeutung klar zu sein: Hass ist eine tiefgreifende Emotion und kann und wird nicht mal eben einem 1 Minuten Aufreger entgegengebracht, zu dem man nur einen oberflächlichen Bezug hat. Wer in diesem Zusammenhang ernsthaft von “Hass” spricht, sollte sich Gedanken über seine Priorisierungen machen.
    Wenn dann hat höchstens jemand den Vogel verdient, weil er wirklich Werbematerial vertrauen schenkt (am besten noch welches das von einer Klatschveranstaltung stammt).
    Das Spielehersteller in Ihren Ankündigungen immer vollmundig Spiele anpreisen, ist doch schon so, seit Spiele ein Markt sind. Gerade heute sollte das doch auch weniger ein Problem sein, als noch vor 10-15 Jahren, als man noch auf Spieletests in Zeitschriften warten konnte/musste. Heute ist das doch kein Problem mehr: schnell auf Youtube ein Let’s Play/Review angeworfen, und schon hat man alles nötige um die die Kaufentscheidung zu fällen. Wer es dann immer noch kauft, zieht auch Hosen mit einer Kneifzange an.

  • Ganz im Gegenteil. Tatsächlich besitzt Hass ja in genau dieser kontextuellen Bedeutung weitaus weniger Punch, sondern ist eher mit der abschätzigen Haltung gegenüber dem Ethos eines Publishers gleichzusetzen. Als Gamer hyperbolisiert mal sowieso ganz gerne. ;)

  • DerBesserwisser

    Überhaupt nicht,
    Hass ist die intensivste negative Emotion die mein (beschränkter) Wortschatz her gibt – quasi ein Gegenteil von Liebe.
    Aber da kommt dann wahrscheinlich auch wieder die Unterscheidung von “Spieler” und “Gamer” zu tragen: Der “Spieler” straft so etwas mit nicht kaufen ab. Der “Gamer” muss anscheinend hassen.

  • Ich treffe solche Unterscheidungen nicht.

  • evilnerd

    E3 Video-> Hype-> Fanboyism-> Vorbestellung-> Downgrade-> Fanboys verteidigen das Produkt-> Akzeptanz des Status Quo -> E3 Video

  • evilnerd

    Alter, das mächtigste Tool des Marketings ist HYPE! Und der Hype führt zu Vorbestellungen. DAS ist das Problem!

  • Kann dich verstehen. Verstehe bis heute nicht, wie Leute bei Moviepilot jeden zweiten Film als Hassfilm bewerten, nur weil er ihnen nicht gefällt. Wird definitiv inflationär gebraucht das Wort.