Welcome to the digital age of comics

19 May, 2015 · Sascha · Comics

Arielle Duhaime-Ross und Ross Miller von The Verge haben mit Scott McCloud, den Comixology-Gründern John Roberts und David Steinberger sowie Joyce Rice, der Art Directorin von Symbolia, über die Vor- und Nachteile der Digitalisierung der Comic-Industrie gesprochen. Herausgekommen ist dieses schöne und informative Video, das völlig unaufgeregt die Veränderungen reflektiert, die wir sowieso nicht aufhalten können.

Ich finde es außerdem höchst fasznierend, dass Guided View quasi als Notlösung entstanden ist. Für eine Comics, wie zum Beispiel The Walking Dead, ist die digitale Leseart geradezu revolutionär, weil Überraschungen tatsächlich verblüffen – und eben nicht beim Umblättern schon verraten werden.

Aber ich kann mich auch bei Scott McCloud wiederfinden und die leeren Seiten in Sculptor hätten ganz sicherlich nicht den gleichen Effekt gehabt, wenn ich den Comic digital gelesen hätte. Womöglich müssen sich die beiden Medien gar nicht im Krieg miteinander befinden. Vielleicht kommt es einfach nur auf den jeweiligen Comic und Leser an? Das wäre doch was.

  • pauliborn

    der Nachteil der Digital Comics ist natürlich ihre unglaublich einfache illegale Verbreitung (u.a.) durch das Internet. Im Vergleich zu Kino oder TV haben die ja kaum Speicherverbrauch. Ich hab meinen ersten (Wieder)Kontakt zu Comics auch über einen 700mb Ordner eines Studienfreundes gehabt und hatte dadurch Lesestoff für Jahre in der Theorie.
    In der Praxis hab ich (nur) so festgestellt das die New52 Batman (Owls-Reihe) in Wahrheit total geil ist und das ganze Genöle des Internets sich mal wieder als Bullshitstorm entpuppte… Danach hab ich meine ersten Hefte für die Tablet-App gekauft und seit dem schlage ich unregelmäßig mal zu. Sieht man also auch an meinem Beispiel, es geht eben so und/oder so….

  • Der Nachteil liegt ja nicht in der Technologie, sondern bei der Haltung des Verbrauchers. Tut mir Leid, da habe ich kein Verständnis.

  • pauliborn

    Das stimmt natürlich und lässt sich ebenfalls damit umschreiben das es eben nicht aufzuhalten ist. Und gut designte e-Comics die die Technologie optimal und kreativ ausnutzen sind auch die richtige Antwort anstatt einfach zu ignorieren und den P2P Markt von Scans überschwemmen zu lassen. Und Digital wird auch hier Papier nicht töten, denn Papier hat mit den “Specialeditions” ja z.B. auch immer noch einen Mehrwert. Die Death in the Family mit der Jokermaske ist zusätzlich zum Lesevergnügen noch ein schickes Stück im meinem Regal.

    Die Haltung des Verbrauchers muss man allerdings auch irgendwie mit in die Pläne aufnehmen, denn wenn man Pleite geht ist es ja leider uninteressant wer dran Schuld ist. Genau so wie man sich überlegen muss wie man die Technologie so nutzen kann das auch Comicläden was davon haben.
    Ich würde mir z.B. die Comic-Covers als Print mit einem digitalen Code zum DL des Comics am Tag vor der eigentlichen Veröffentlichung wünschen. So das Sammler und Hardcorefans einen weiteren Grund haben zum Laden zu laufen und trotzdem digital lesen und sammeln können. Das oder man kommt damit klar das es dann irgendwann eben nur Apps oder Amazon gibt.

  • Die Idee mit dem Code gefällt mir. Aber wieso soll ich als Verlag was verschenken ;)?

  • Pauliborn

    :) naja ein doppelseitig bedrucktes Blatt Papier in etwas dickerer Stärke ist ja immer noch günstiger zu produzieren als ein ganzes Heft.

    Ich glaube halt nur das es bald wieder den Trend gibt “rausgehen”. Zum comicladen gehen und kaufen damit man der erste ist und nicht *klick preorder*. Und wenn das richtig dicke losgeht macht es ja Sinn die digitalen Produkte vor Ort mitzuverkaufen. Als Beispiel: starwars im Dezember gibt es viel Gerede darüber das fans wieder für Karten an Kinos zelten wollen und das ganze natürlich keinen Sinn macht wenn die Karten über die Köpfe hinweg online bestellt werden. wenn die Leute rauswollen, werden die das auch belohnen….. Bildmaterial von Massen von Leuten verkleidet als Zombies vor einem comicstore ist immer noch die bessere Werbung als “150.000 mal geordert am ersten Tag”