George R.R. Martin On Spoilers

28 Apr, 2015 · Sascha · Film

martindinklage
HBO

George R.R. Martin ist ein echt feiner Kerl. Das wissen selbst eher unbelesene Fans der Serie wie ich spätestens seit seiner charmanten Folge von artes Durch die Nacht mit ihm und Sibel Kekilli. Ab und an verfolge ich zwar seinen “Not-a-Blog”-Blog, wo er sich kürzlich u.a. über eine Leggings mit seinem Gesicht als Motiv amüsierte, aber viel erfahre ich sonst nicht wirklich von dem was er so sagt. Daher ist er mir gerade noch ein Stück sympathischer geworden, als ich über seine Haltung zu Spoilern stieß: Gegenüber The Verge äußerte er sich nämlich generell zu der sinnlosen Angst vor Spoilern und seine Meinung stimmt mit meiner recht deutlich überein.

“This whole concept of spoilers is one that I’ve never gotten,” he says. “Yes, there’s a pleasure when you’re reading a book, or watching a television show — What will happen next? Who will win? Who will lose? But that is by no means the only reason to watch a movie or a television show. It’s not the only reason to read a book.

[…] I read a lot of historical fiction, you know? I know who won the Civil War — it’s not a spoiler to me. But I can still enjoy Gettysburg, even though I know how the battle came out. I can still enjoy historical fiction about the Wars of the Roses, even though I know who won the Wars of the Roses.

And for that matter, I still enjoy watching Citizen Kane every few years even though I know ‘Rosebud’ is the sled. So there — I just gave a terrible spoiler to all the people who haven’t seen Citizen Kane. Rosebud is the sled, but nonetheless, you should still watch Citizen Kane, because it’s incredible!” Martin laughed a deep, satisfied laugh.

Guter Mann. #JonSnowDies

  • Kruegar

    Ganz fieser Hashtag für Buchleser.

  • Kristl

    Ja, ja, ja. Alles wahr. Aber dennoch ist es in einer Serie irgendwie anders. Das catcht einen dann doch noch mehr, als ein Film, weil man sich über eine lange Zeit mit den Figuren verbunden fühlt. Und klaro ist die Story auch beim drölfzigsten mal Gucken immer noch gut, spannend und fesselnd. Aber dieser eine Moment, wenn was Krasses passiert und du hast nicht damit gerechnet – der ist dann halt doch was Besonderes.

    Im Übrigen wurde ich so vor einem Jahr richtig heftig von einem Kommentar auf Nerdcore gespoilert. Ich wusste unter anderem schon vorher, dass Tyrion seinen Vaddi auf dem Topf armbrusten wird. Und auch andere Handlungen wurden da auf kleinstem Raum erwähnt, welche bisher noch nicht in der Serie passiert sind. Und ich weiß, das war typisches Troll-Gehabe, aber deshalb hat es mich damals trotzdem richtig angekotzt und kotzt mich auch heute noch an.
    Das ist wie damals wenn man das neue Harry Potter-Buch bekommen hat und sich dann einen Tag lang ins Bett geballert hat und vor Spannung kaum umblättern konnte. Stell dir mal vor, jemand hätte da gesagt: Pah! Übrigens: Der alte Mann stirbt eh bald!

    Fazit: Spoilern ist kacke, weil es dem Zuschauer/leser/hörer den wunderbaren ersten Moment wegnimmt, etwas selbst und ganz für sich alleine zu erfahren und zu erleben.

  • Ich erinnere mich! René hatte das aber recht schnell gelöscht. Insgesamt gebe ich dir durchaus recht, da gibt es schon einen besonderen Aspekt/Effekt, den auch ich diesen Entwicklungen nicht abstreiten kann. Schlussendlich sollte aber mehr übrig bleiben. Game of Thrones ist da ein gutes Beispiel.

  • DerBesserwisser

    hmm starke Worte für jemanden, der in seinen Büchern gerne mal eine Bombe platzen läßt und sich auch nicht zu schade ist, ab und zu mal einen Cliffhanger einzubauen (was ich ihm schon verüble, das ist nur billige Effekthascherei).

    Ich finde das ist ein Henne – Ei – Problem. Sicher ist es oftmals so, dass derartige kulturelle Erzeugnisse auch funktionieren, wenn man bereits eine oder mehrere Wendungen kennt. Aber es gibt eben auch Werke die stark auf eine solche Wendung setzen, bzw. sogar deren Dreh – und Angelpunkt sein können (was es aber nicht unbedingt gegenüber anderen Erzählweisen abwertet).
    Das Problem an der Sache ist nur: ich kann im Vorraus nicht unbedingt wissen, welche Erzählmechanismen der Film/das Buch nutzt .

    Im Endeffekt geht es aber auf das grundlegendste aller Probleme zurück: soziales Verhalten. Bin ich bereit zu erkennen, dass das digitale “Zusammenleben” auch mehr Delikatheit im Umgang miteinander erfordert, oder verhalte ich mich einfach nur egozentriert und erkenne nicht an, dass man im Internet andere Menschen viel leichter vor den Kopf stossen kann, als im realen Leben und ggf. auch eine viel größere Menge an Menschen (und damit unterschiedlichen Bedürfnissen) erreiche.

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  • Linat

    Wow, besten Dank für den Jon Snow Spoiler o_O
    Vermutlich wird das dann die letzte Szene der 5.Staffel sein.
    Fuck man. Das wird echt übel.

  • Linat

    Scheisse, das hat mir jetzt keine Ruhe gelassen:
    In den Büchern ist wohl nicht ganz klar ob Jon Snow wirklich tot ist, nachdem er von seinen Brüdern niedergestochen wird.

    Wäre schon krass, ist aktuell mein Lieblingscharakter.

  • Ich habe keine Ahnung, was mit Jon Snow passiert, da ich die Bücher nicht gelesen habe. Der Link führt zu einem süffisanten Video von Jan Böhmermann, der mit genau dieser Spoilerangst spielt.

  • Linat

    Aha lustig. Nur dummerweise ist es ein echter Spoiler.

  • Oh, na das ist ja… oh. :(