Honest Trailer – Boyhood

10 Feb, 2015 · Sascha · Film

Ich mag es sehr, dass sich die Screenjunkies bei ihrer Honest Trailer Reihe merklich mehr Mühe geben und kreativer werden. Wie schon für den LEGO Film hat man einen eigenen Song kreiert und dazu die “In A World”-Stimme/Masche weggelassen. Stattdessen nimmt man die Trailer selbst auf die Schippe. Abwechslung tut gut. Das Ergebnis ist durchaus hübsch geworden, auch wenn ich ihnen hier inhaltlich deutlich widersprechen würde. Boyhood ist Magie.

  • Flo Lieb

    Jup, so wie hier im Trailer isses. Warum den Film die Leute so knorke finden, wird mir wohl länger ein Rätsel bleiben als der echte Attentäter von JFK…

  • Ich glaube, dass man das nicht so richtig erklären kann. Ich mag es eigentlich gar nicht, wenn man ich in solche metaphysischen Erklärungsversuche zurückzieht, ob bei einem Film oder allgemein, aber irgendwo glaube ich doch, dass man entweder eine Verbindung zu dem Film aufbaut oder eben nicht. Natürlich kann man den Film auseinander nehmen, seine Teile preisen oder kritisieren, aber in seiner Gänze ergibt sich da etwas, das mich seit über einem halben Jahr alle paar Tage mal wieder intensiv beschäftigt. Das schafft ein Film bei mir doch eher selten. Wenn ich ihn mir auf Blu-ray gekauft habe, werde ich vielleicht mal einen längeren Text dazu verfassen. Allgemein finde ich aber Linklaters Zeitspiele höchst interessant, ist sein bester Charakter und präsent in vielen Filmen.

  • Owley

    Ganz nett, aber der Titel am Schluss, that’s where I cracked up.

  • Flo Lieb

    Ich finde, die Tatsache allein, dass jemand 12 Jahre an einem Film drehte, ist kein (ausreichendes) Auszeichnungsmerkmal. Wie hier und da erwähnt wird, dreht Michael Apted seine “Up”-Serie seit einem halben Jahrhundert (und die Serie hat tatsächlich was zu sagen bzw. zum Inhalt). Ansonsten bietet “Boyhood” eine relativ stinknormale Coming of Age-Story, wie sie so in etwa jeder Film mit Coming-of-Age-Elementen erzählt. Ich kann ja irgendwo verstehen, wenn einer (wie ich) selbst Scheidungskind ist und dann ab und an Coldplay und Britney Spears aus dem Off hört und denkt “ja, so war das damals” und denkt, dieser Film fängt das wahre Leben ein. Aber auch das erscheint mir unter der Sichtweise völlig beliebig. Kein Film ist näher dran an meinen eigenen Erfahrungen gewesen als Marco Petrys “Schule”, auch deshalb mag ich den Film, würde ihn aber nie als Meisterwerk bezeichnen, weil er im Grunde nur zeigt, was schon andere gezeigt haben (u.a. auch Linklater in “Dazed and Confused”).

    Man müsste sich fragen: würde der Film auch so abgefeiert, wenn er “We Need to Talk About Kevin”-mäßig die Hauptfigur auf drei Darsteller verteilt hätte? Wenn ja, ist das Gimmick des 12-Jahre-Drehs bedeutungslos (und sollte von den Beteiligten nicht als entscheidendes Auszeichnungsmerkmal auf jeder Award-Show heruntergebetet werden). Und wenn nicht, wird der Film letztlich nur wegen seinem Gimmick zelebriert (was in eher in Gefilde wie “Avatar” rückt).

    Eine ausgiebige Analyse von einem Fanboy scheint mir da in der Tat angebracht :-) Looking forward to it.

  • Ich finde den Vergleich zu Michael Apteds Up-Serie in fast jeder Diskussion zu Boyhood und kann das Argument jedes mal nicht vollends nachvollziehen. Immerhin hat man zunächst einmal die markante Trennung zwischen einem Spielfilm wie Boyhood und einer Dokumentarfilmreihe wie Up. Und selbst wenn man den Vergleich zulässt, besteht die Up Reihe immerhin noch aus unterschiedlichen Filmen, während Boyhood völlig nahtlos (der Schnitt wird völlig zu Recht den Oscar gewinnen) die Jahre verstreichen lässt.

    Die Drehzeit kann man sicherlich auf das “Gimmick” reduzieren, aber das wird dem Film doch nicht wirklich so gerecht. Ich finde auch die Zentrierung auf Mason nicht unbedingt förderlich. Ich bin auch etwa zur gleichen Zeit aufgewachsen, kann mich auch identifizieren, aber es ist ja nicht nur Mason, der sich verändert – auch wenn er natürlich klar im Vordergrund steht. Schlussendlich kann man dann auch sagen: Ja, okay, Älter werden haben andere Filme aber auch schon besser gemacht. Mag stimmen, aber ich fand Linklaters Behandlung der Zeit als Hauptfigur mit beiläufiger Natur schon immer höchst interessant. Dass das jetzt in jedem Gespräch über den Film und dem Marketing in den Vordergrund gerückt wird, kann man dem Film nicht als Kritik vorhalten.

    Fanboy finde ich übrigens einen ziemlich schwierigen Begriff, den ich doch von mir weisen würde. Ich bin ein Jurassic Park Fanboy, weil das ein integraler Teil meiner Kindheit war und ich auch das FRANCHISE heute noch spannend finde, aber nur weil ich einen Film für gelungen finde, bin ich noch kein Fanboy. Es lassen sich sicherlich Mängel bei Boyhood finden, die nichts mit dem 12 Jahre langen Dreh zu tun haben. Aber dazu kommt es meist gar nicht in der Debatte.

  • Ich mag Red Letter Media, aber damit haben sich die Jungs ziemlich blamiert.