Die besten Filmmomente 2014

30 Dec, 2014 · Sascha · Film

Im vergangenen Jahr habe ich so viele Filme wie in keinem zuvor gesehen. Deshalb tue ich mir gerade bei der Erstellung der Jahresendliste etwas schwer. Manche Filme bleiben hauptsächlich wegen einigen guten Szenen im Gedächtnis, während andere einfach in der Gänze besser sind und die Plätze natürlich mehr verdient haben. Ich mache mir höchstwahrscheinlich bei alledem viel zu viele Gedanken. Aber dennoch möchte ich dieses Jahr eine neue Kategorie einführen, die gewisse Szenen hervorhebt, die mir besonders gefallen haben – auch wenn der Rest des Films womöglich nicht immer so toll war. Aber natürlich finden ebenfalls Höhepunkte aus absoluten Lieblingsfilmen den Weg in diese Liste.

14. 22 Jump Street – End Credits

Comedy-Sequels, die so lustig wie ihre Vorgänger sind oder diese sogar noch toppen, gibt es eigentlich keine. Die Filme, auf die das womöglich zutrifft, kann man an der Hand abzählen. 22 Jump Street kann man aber ruhigen Gewissens als Ausnahme ansehen. Der Film funktioniert hauptsächlich, weil er sich der Absurdität seiner Existenz bewusst ist und in den Credits wird das auf die Spitze getrieben. Zum Schreien komisch.

13. The Rover – Verfolgungsjagd

The Rover gibt keinerlei Exposition. Man steigt mitten in der Action ein und lernt die Figuren durch ihre Taten kennen. Guy Pearce bekommt sein Auto gestohlen und verfolgt anschließend die Räuber in einer der realistischsten Verfolgungsjagden aller Zeiten. Die Szene geht noch weiter als hier im Video, aber hier mal ein Eindruck:

12. Noah – Evolution

Noah ist Chaos. Russel Crowe gibt eine großartige Performance, aber seine Figur ist so stoisch und unsympathisch geschrieben, dass der Film nur schwer funktioniert. Der Rest des Casts ist entweder unfähig oder kriegt nicht genug zu tun, dann gibt es Steinengel und postapokalyptische Landschaften und so weiter. Aronofsky weiß nicht so sehr, was er will, aber das schadet dem Film nicht unbedingt. Der Filmemacher versucht sich zwischen Glaube und Wissenschaft und der Noah-Geschichte, die ihn als Kind sehr beschäftigt hat, einen eigenen Reim zu bilden und das endet in dieser virtuosen Evolutionssequenz.

11. X-Men: Days of Future Past – Quicksilver

Die Leute flippen jetzt schon aus und fragen sich, wie Whedon diese Szene in Age of Ultron toppen will, aber ich bleibe da ganz ruhig. Quicksilver wird in Avengers 2 immerhin eine Figur mit Charakter werden, während Singers Quicksilver nur für diese Szene existiert und dann wieder geht, weil sonst das narrative Konstrukt in sich zusammenfallen würde. Trotzdem ist die Szene natürlich großartig inszeniert und zurecht in dieser Liste.

10. Godzilla

Mir hat Godzilla wirklich überaus gefallen. Ich mochte allen voran Gareth Edwards’ Regie und die Entscheidung, Godzilla ähnlich wie Bruce in Jaws oder die Dinos in Jurassic Park spärlich einzusetzen. Deshalb bin ich nicht enttäuscht, dass der Kampf auf dem Flughafen nicht gezeigt wird, denn er ist wahrscheinlich nur halb so dramatisch und interessant, wie Godzillas Einmarsch das andeutet. Anyway: Das Verstummen der ängstlichen Schreie in der Flughafenhalle, als der König mit seinem massiven Fuß ins Bild stampft, war definitiv ein persönliches Highlight 2014.

9. Guardians of the Galaxy – Come And Get Your Love / The Interview – Katy Perry

Man konnte sich ja im Vorfeld bereits ausmalen, dass einem Guardians of the Galaxy bei übereinstimmenden Neigungen gefallen könnte. Dass diese Kommunikation aber so sehr über Musik laufen würde, hätte ich selbst nach den Trailern nicht erwartet. Der Film beginnt und man setzt direkt ohne viele Worte einen semiseriösen Ton, um ihn dann mit “Come And Get Your Love” zu sprengen. Love it.

“As we shoot across the sky-sky-sky!”
“Good times!”

8. The Rover – Ende

The Rover gehört zu meinen Lieblingsfilmen des Jahres, insbesondere gerade wegen dem Ende, das viele verstimmte. Es gibt den Ausschnitt, der alles erklärt und retrospektiv die gesamte Geschichte in einem anderen Licht dastehen lässt, leider noch nicht online anzusehen, aber The Rover ist ja bereits als DVD/Blu-ray zu erstehen und ich kann den Film wärmstens empfehlen.

7. Obvious Child – Dance Scene

Ebenfalls nicht als einzige Szene online, aber man sieht im Trailer bereits kurz, wie Jenny Slate betrunken mit ihrem folgenhaften One Night Stand durch ihr Zimmer tanzt. Herrlich echt.

6. The Lego Movie – Spaceship!

Obviously.

5. Nightcrawler – Final Negotiation

Leider zeigt das Video nicht die gesamte Szene, aber was man hier sieht, reicht schon. Jake Gyllenhaal versinkt komplett in der Rolle seiner bisherigen Karriere und gibt einen so einschüchternden Monolog, der das Desinteresse für die Gefühle anderer gut zum Ausdruck bringt und die wirklichen Abgründe dieser Figur nur erahnen lässt.

4. A Most Wanted Man – Günther Am Ende

A Most Wanted Man ist ein mittelmäßiger Film, der durch Philip Seymour Hoffman drei Level aufsteigt. Es tut so weh, ihn hier in seiner letzten großen Rolle zu sehen und vorgeführt zu bekommen, was für ein Talent dort von uns gegangen ist. Günthers Wutausbruch, sein “FUUUUUCK!” und der leider im Video dann nicht mehr enthaltene langsame Gang über den Parkplatz zum Auto stehen sinnbildlich für viele seiner gequälten Figuren und es ist ein gebührender Abgang für einen überragenden Darsteller.

3. Frank – I Love You All / Guardians of the Galaxy – We Are Groot

Ich mochte Frank sehr. Der Film ist ziemlich bequem und unterhaltend, bleibt aber für mich nur für den Moment im Gedächtnis, wenn Michael Fassbender endlich die Maske abnimmt und sein Gesicht zeigt. Völlig verletzlich beginnt er sich wieder zu sammeln und die Band formt sich erneut, ohne Domnhall Gleesons Jon. Dieser hat endlich begriffen, dass Vermarktung alleine keine gute Band ausmacht, sein Traum nur ein Traum bleiben sollte und manche Künstler nicht wegen, sondern trotz ihrer Probleme Erfolg haben.

Manly tears were shed.

2. Boyhood – Ende

Ich hätte etliche Momente von Boyhood nehmen können, schließlich ist es ein Film, der charmant belanglose wie wahrhaft bedeutsame Momente ohne wirklichen Plot aneinanderreiht. Besonders gefallen hat mir Ethan Hawkes Vater, der in einem Monolog um das aufrichtige Interesse seiner Kinder kämpft, Masons Autofahrt oder auch das Gespräch mit seinem Lehrer. Aber mein absoluter Lieblingsmoment ist das Ende. Mason sitzt nach einer Wanderung mit seiner offensichtlich baldigen Freundin in der Landschaft und sie wiederholen das Spiel der Blicke aus Before Sunrise.

Der Höhepunkt ist dann aber Ellar Coltranes Blick in die Kamera, den Linklater bewusst drin lässt, einen Sekundenbruchteil bevor der Regisseur in die Credits übergeht. Es ist ein Moment der Unsicherheit, leicht unangenehm, aber doch willkommen und süß. Coltranes Blick geht in die Kamera, er bricht die vierte Wand, als wolle er zu Linklater und dem Publikum sagen: Die Szene ist vorüber, das war’s. Und dann kommt Arcade Fires “Deep Blue”.

Here in my place and time / And here in my own skin / I can finally begin

Perfektion.

1. Interstellar Docking Scene

Ich liebe diese Szene. Sie gehört zu den besten Momenten, die ich je im Kino erlebt habe. Die Szene muss man einfach in IMAX gesehen haben. Ich liebe den initialen Schockmoment, Coopers “Don’t tell me the odds” Attitüde, das Spiel von TARS mit menschlichen Emotionen (90% Wahrheit), wie echt sich das anfühlt, Nolans Bilder und Vision, die GoPro-Ästhetik und allen voran Hans Zimmers Score, der diese Szene trägt. Einen Clip gibt es leider nicht in voller Länge online (nur als GIF Set), aber hier hat sie jemand selbst animiert. Ziemlich cool.