Noch bevor ich wusste, worum genau es in Wild geht oder auch nur den Trailer gesehen hatte, wusste ich von dem großen Oscar Buzz um Reese Witherspoon. Seit der Film auf dem Telluride Film Festival im späten August seine Premiere feierte, konnte man verfolgen, wie sich die Kritiker immer sicherer wurden, dass Reese Witherspoon eine weitere Oscar-Nominierung für ihre Rolle im neuen Film von Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club) erhalten wird. Meine Interesse war natürlich geweckt. Worum geht’s also?

“Der große Trip – Wild” ist die wahre Geschichte eines außergewöhnlichen Abenteuers: Nach Jahren des ziellosen Umhertreibens, einer Heroinsucht und dem Ende ihrer Ehe, trifft Cheryl Strayed (Reese Witherspoon) eine wagemutige Entscheidung. Verfolgt von Erinnerungen an ihre Mutter Bobbi (Laura Dern) und ohne jegliche Wandererfahrung begibt sie sich völlig allein auf einen Trip der Extreme. Drei Monate lang kämpft sie sich fast zweitausend Kilometer über die Höhenzüge des Pacific Crest Trail an der US-Westküste von Südkalifornien bis in den Norden Oregons.

Auf den ersten Blick erinnert der Film an Sean Penns Into The Wild mit Emile Hirsch. Doch während Hirschs Chris McCandless eher in die Wildnis floh, um der Zivilisation zu entkommen und nie mehr zurückkehrte, scheint Witherspoons Cheryl die Wildnis nur durchkreuzen zu müssen, um ihren Schmerz zu verarbeiten und um dort anzukommen, wohin sie eigentlich will – auch wenn sie nicht genau weiß, wo das ist. Cheryl Strayed hat ihre Reise außerdem überlebt und in ihrer Biografie “Wild: From Lost to Found on the Pacific Crest Trail” festgehalten. Deshalb darf man wohl einen eher positiven Spin dieser Story erwarten.

Ängste, dass der Film in esoterische Naturstreicheleinheiten abrutschen könnte, habe ich nicht unbedingt. Ich bin aber auch selbst durch ähnliche Gebiete gewandert und es stimmt durchaus, dass man sich dort selbst begegnet und auch findet. Natürlich muss man das nicht tun, es gibt andere Wege, aber ich kann mich gut mit dem Wunsch nach dieser Reise identifizieren und habe deshalb auch große Erwartungen an den Film und vor allem seine Bilder der nordamerikanischen Wildnis.

Wild mag vielleicht eine Tour-de-Force von Witherspoon vorweisen können, doch sie hat gute Unterstützung. In weiteren Rollen sind nämlich die für einen Oscar® nominierte und mehrfach mit dem Golden Globe ausgezeichnete Laura Dern (Blue Velvet, Jurassic Park), sowie Thomas Sadoski (The Newsroom), Michiel Huisman (Game of Thrones), Gaby Hoffmann (Girls, Obvious Child), Kevin Rankin, W. Earl Brown, MoMcRae und Keene McRae zu sehen.

Wild startet am 15. Januar 2015 in den deutschen Kinos.

Dieser Artikel wurde gesponsert von 20th Century Fox