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Concept Art “Mute”, Duncan Jones

Als Duncan Jones’ Spielfilmdebüt Moon 2009 das Licht der Welt erblickte, war relativ schnell klar, dass es sich um einen Kultfilm in der Mache handelt. Fünf Jahre später findet man kaum einen Science Fiction Fan, der dem Film nichts abgewinnen kann. Stattdessen etablierte sich Jones als kompetenter Mann des Genres, dem man vertrauen kann. Diesen Status verfestigte er weiterhin mit dem Zeitschleifefilm Source Code und einer weiteren Tour-de-Force seines Hauptdarstellers.

Bereits kurz nach dem gefeierten Debüt des Regisseurs begann er über sein nächstes Wunschprojekt zu sprechen. Es sollte im gleichen Universum wie Moon spielen und Sam Rockwells Figur sollte sogar einen Cameo haben. Die Geschichte spielte jedoch nicht im Weltall, sondern hier auf der Erde. Es sollte ein Thriller werden. In Mute wollte er die Suche eines tauben Barkeepers inszenieren, der im heruntergekommenen Berlin der Zukunft nach seiner von Gangstern entführten Freundin sucht.

Während Moon eher die existenziellen Science Fiction Klassiker der Siebziger würdigte, wäre Mute eine Hommage an den verdrossenen Cyberpunk und Filme wie Blade Runner gewesen. Und genau wie Blade Runner hätte der Film eine einfache Handlung gehabt, die zwar in der Zukunft spielt, aber nicht durch ihren Handlungsort definiert ist. Letzteres muss wohl auch das Problem gewesen sein. Der Duncan Jones Fanblog ManMadeMovies hat die Produktionsreise durch die sieben Höllen Hollywoods recht gut dokumentiert und immer wieder kam die Frage auf: “Wieso muss diese Geschichte in der Zukunft spielen?” – was ein guter Einwurf eines Studio Execs ist, der Geld sparen will. Fans von Blade Runner und Moon verdrücken derweil wohl mehrere Tränen.

Nun arbeitet Jones bereits seit einiger Zeit an der World of Warcraft Verfilmung, die erst im März 2016 in die Kinos kommen wird. Danach will er noch einmal einen Versuch, hoffentlich mit einem großen Blockbustererfolg in der Hinterhand, mit Mute wagen.

Ulkigerweise versucht Terry Gilliam gerade wieder sein Lebenswerk doch noch zu vollenden. Er hat seinen Hauptdarsteller gefunden, im Frühjahr 2015 soll gedreht werden und der Film soll 2016 in die Kinos kommen. Ich glaube erst an die Existenz dieses Filmes, wenn ich ihn in meinem Regal als Blu-ray stehen habe werde und täglich anhimmeln kann.

Jones bleibt in der Zwischenzeit jedoch nicht ganz untätig. Zusammen mit Eisner-Award-Gewinner Glenn Fabry (Preacher) fährt er wie bereits Darren Aronofsky die Noah-Schiene und erhofft sich mit einer Graphic Novel einen zusätzlichen Push. Der erste Einblick ist Dystopie-Zukunft-Porn pur!

Mute Graphic Novel
Dark Horse/Glenn Fabry

Mal nebenbei: Sony bietet aktuell das “The Making of Moon” Featurette kostenlos über iTunes an.