diabolus rex jw teaser
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Der Trailer zu Jurassic World ist da und ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht. Es überrascht mich nämlich ein wenig, dass offenbar vorher keiner wusste, dass es im Film einen neuen Über-Dino geben wird. Zumal der liebe Sascha hier in den letzten Wochen und Monaten immer wieder verschiedenste Informationen zu Jurassic World zusammengetragen hat. Darunter Folgendes:

Die Webseite verrät außerdem, dass Dr. Henry Wu zurückkehrt, den man aus dem ersten Film kennt. Dass BD Wong erneut den Forscher (der im ersten Buch übrigens stirbt) spielt, wussten man bereits. Doch nicht, dass Wu nun Leiter der Forschung ist.

Wenn man Gerüchten trauen darf, soll Jurassic World zehn Jahre nach seiner Eröffnung unter Besucherschwund leiden (darauf wird auch im Jahresbericht von Masrani angespielt), weshalb Dr. Henry Wu einen neuen D-Rex (Diabolus) genetisch herstellt, der noch furchterregender und aggressiver sein soll als der T-Rex. So erhofft man sich neue Besucher. Das wird hoffentlich klappen und dann werden alle gefressen. Mwahaha.

Für mich ist der D-Rex die logische Konsequenz aus den Genexperimenten, die Wu und seine Kollegen durchgeführt haben. Die Dinos in Jurassic Park waren schon immer genetische Konstrukte, Lücken in den Gensequenzen wurden beispielsweise mit Frosch-DNA aufgefüllt, weshalb sich die vermeintlich sterilen Tiere dann überhaupt auch erst fortpflanzen oder den Lysin-Plan überleben konnten.

Jurassic World
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Jurassic Park ist von 1993, damals waren CD-Roms noch neu. Die damalige Gentechnik mit modernen Computern und 22 Jahren Forschung weitergedacht und man landet meiner Meinung nach zwangsläufig bei einem Superdino.

Insbesondere, wenn man Henry Wu zum Chef der Forschungsabteilung macht. Im Film mag das nicht so stark wirken, weil seine Rolle dort auch nur eine sehr kleine ist. Schlimmer: Im Grunde genommen ist er ein reines Expositionsvehikel, spuckt nur Hintergrundwissen aus und verschwindet dann auch sofort wieder, nachdem er diese Funktion erfüllt und die Hauptdarsteller sowie den Zuschauer darüber informiert hat, dass (angeblich) alle Dinos weiblich sind und sich nicht auf natürlichem Weg fortpflanzen können. Im Buch jedoch ist Henry Wu eine der Hauptfiguren und dort wird deutlich, dass er nicht nur ehrgeizig, sondern im Zweifelsfall auch recht skrupellos ist. Deswegen stirbt er dann auch, denn die Dinos haben eine besondere Vorliebe für schlechtes Karma.

Für Wu ist die Genforschung an den Dinosauriern fast schon eine sportliche Herausforderung. Wieso nicht die eigene Arbeit (beziehungsweise die anderer Wissenschaftler, auf denen er seine aufbaut) nochmal übertrumpfen? Immer und immer wieder. Um Jurassic Park und Jurassic World mal in eine zeitliche Relation zu setzen: Die Dinosaurier wurden zu einer Zeit entwickelt, als es Windows 95 noch nicht gab, welches den endgültigen Durchbruch der Computertechnologie auch im Privatbereich darstellte (auch wenn Jurassic Park bekanntlich über ein Unix-System läuft). Im Buch werden zur Gensequenzierung neueste Hochleistungsserver benutzt, die trotzdem nicht einmal den Bruchteil eines heutigen Gaming-PCs bringen dürften. Man gebe dem Team jetzt 2014er Computertechnologie und schaue zu, was dabei herauskommt.

dr henry wu bd wong
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Der Trailer sagt außerdem ganz klar, dass die Forscher in den letzten zehn Jahren extreme Fortschritte gemacht haben, die sie sich nicht einmal vorstellen konnten: “We learned more in the past decade from genetics than a century of digging up bones.”

Ich verstehe auch nicht ganz, wieso “normale” Dinosaurier akzeptabel sind, der D-Rex jedoch gleich “Trash” sein und den Film zum “B-Movie” machen soll. Jurassic Park hat schon immer viel “suspension of disbelief” von seinen Zuschauern verlangt. Aus meiner Sicht ist der D-Rex die logische Konsequenz aus 22 Jahren Genforschung, betrieben von Wissenschaftlern mit sportlichem Höher-schneller-weiter-Ehrgeiz. Und wie Sascha bereits angemerkt hat, spielt offenbar auch Geldgeilheit eine Rolle. Die Besucher des Parks kennen den T-Rex schon, da muss eine neue Riesenechse mit deutlich größeren Fußstapfen her.

Man mus das alles nicht mögen, aber wenn man Jurassic Park weiterdenkt und die technologischen Fortschritte der letzten Jahre in Betracht zieht, dann erscheint zumindest mir das alles sehr kohärent zu sein. Davon abgesehen: Warten wir doch erstmal den Film an sich ab, danach können wir gerne darüber diskutieren. Das bisher Gezeigte macht auf mich als riesgen Jurassic-Park-Fan schon mal einen guten Eindruck und im schlimmsten Fall dürfte zumindest Michael Giacchinos Soundtrack hörenswert werden. (Anmerkung Sascha: Michael Giacchino begann seine Karriere als Komponist diverser Videospielsoundtracks, darunter zwei Jurassic Park Spiele. Außerdem komponierte er die Musik für Jurassic Park: The Ride.)

divbar

Tim Rozenski ist Chefredakteur des deutschen Videospielblogs GamezGeneration, aktiver Twitter-Mensch und bereits mehrfach Gast im PewCast gewesen. Uns eint eine Liebe für Jurassic Park, uns teilt sein unüberwindbarer Hass für The Walking Dead.