PewCast 014: Interstellar

10 Nov, 2014 · Sascha · Featured,PewCast

Interstellar Kritik (1)

<McConaughey> Interstellar and me? We go way back. </McConaughey>

Ich weiß nicht mehr, wann genau ich zum ersten Mal von Interstellar gehört habe. Aber ich wusste sofort: Diesen Film will ich sehen. Seit frühester Kindheit interessierte ich mich für Science-Fiction, die Arbeit der NASA und den Kosmos. Angespornt durch Robert Zemeckis virtuose Darstellung einer instellaren Reise in Contact, bis heute einer meiner Lieblingsfilme, lernte ich mehr über Einstein-Rosen-Brücken und den ganzen Kram. Irgendwann später fing ich an selbst Geschichten darüber zu schreiben, sogar das Drehbuch für einen potentiellen Kurzfilm eines Freundes an einer Filmhochschule ging über Wurmlöcher und eine Raumfahrt zwischen den Sternen.

Interstellar schwirrte währenddessen immer in meinem Hinterkopf – und manchmal auch durchs Netz. Kip Thorne arbeitete an einem wissenschaftlichen Treatment, es sollte ein Drehbuch entstehen und Steven Spielberg sollte es verfilmen. Dann kam Nolan und nahm sich dem Drehbuch an. Nun gab es endlich Interstellar im Kino zu sehen. Ich handhabte dies auf Grund enormer Erwartungen und Hoffnungen auf eine erstklassige Kinoerfahrung wie bereits mit Inception – keine Trailer, keine Informationen, keine Beschreibungen, keine Bilder. Das Filmerlebnis sollte dann zusammen mit Alex stattfinden – zum ersten Mal IMAX.

All dies funktionierte und ich hätte nicht glücklicher sein können. Wir wollten uns dann auch nicht die Chance entgehen lassen, einen Podcast auch mal live vor Ort und eben nicht nur übers Netz aufzunehmen. Das hatte natürlich einen gewissen Charme, den ich nicht ablehnen wollte, aber führte auch dazu, dass ich mich relativ kurz (so 10 Minuten) nach Filmende über Interstellar unterhalten muss. Ich weiß, dass das nicht bei jedem so ist, aber ich forme dann noch meine Meinung. Deshalb halte ich auch diese “Who-can-tweet-it-first”-Reaktionswellen nach Filmpremieren für schrecklich, aber das nur am Rande. Deshalb hier mal ein sehr einzigartiger Einblick in ein Gespräch, wo ich heute gerne selbst teilweise einschreiten und mir widersprechen würde (Alex steht noch zu seiner Meinung übrigens).

Ich habe Interstellar dann gestern direkt ein zweites Mal sehen können und wenn man nicht so sehr vom Erlebnis eingenommen wird, kann man sich auch mehr auf die nuancierten Hinweise und Verbindungen konzentrieren. Ich halte ihn inzwischen doch für außerordentlich gut. Der emotionale Arc hat auch hier für mich wesentlich besser funktioniert und ich erhielt meine Antworten. Ich schreibe gerade an einer längeren Kritik, aber ich werde den Film noch ein drittes Mal sehen wollen im Laufe der Woche. Nicht, dass dies dafür nötig wäre, aber bin halt gerne im Weltall.

Shownotes:
Spoiler-Cast! Wir spoilern den gesamten Film.
Interactive Movie Space Suit Gallery
Bildquelle: © Warner Bros./Paramount Pictures

Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcastlive.mp3 (16 MB)
Soundcloud: PewCast 014: Interstellar
iTunes: PewCast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/pewcast

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  • RAftboy

    SPOILER:

    Matt Damon war in keinem Trailer. War eine riesige Überraschung für alle.

  • Matze

    Lohnt es sich 400km für eine IMAX Vorstellung zu fahren?

  • Sascha

    @Raftboy: Aha, danke :) (Außer man hat bei imdb mal geguckt gehabt – was ich vor ewigen Zeiten mal zufällig mal tat und woran ich mich den Sternen sei Dank nicht mehr erinnerte.)
    @Matze: Ja. Absolut. Das Erlebnis empfand ich wirklich als einmalig, als ob man tatsächlich mit der Rakete und der Crew ins Weltall reißt. Ich habe keine Vergleichsmöglichkeit zu anderen IMAX-Filmen, aber das passte wirklich zusammen und haute mich extrem um. So sehr, dass ich zentrale Plotelemente wohl verschlafen habe :D

  • halbtotal

    ich hab nolan vorher immer vorgeworfen, dass es seinen figuren an herz fehlt. nun muss ich ihm ausgerechnet vorwerfen, dass er durch zuviel herzschmerz einen ansonsten nahezu perfekten scifithriller etwas vergeigt hat.
    hätte der film sich als reiner survival-thriller begriffen, gravity und sunshine steckt der locker in die tasche…interstellar versucht aber mehr zu sein und übernimmt sich dabei zum ende doch deutlich.
    vor allem, dass nolan es nicht wie kubrick bei andeutungen belässt, sondern den erklärbär raushängen lässt, fand ich dabei eher schädigend für den gesamteindruck.

    unterm strich schrammt der film für mich am meisterwerk vorbei, was mich ärgert. weil die ersten 3/4 des films für mich wirklich super waren.

  • Holgenz

    @halbtotal: volle Zustimmung

    @Sascha: wird es noch einen weiteren Podcast nach deiner dritten Sichtung geben? Evtl. mit diesem Typen von Nerdcore?

  • lbl

    Der Soundtrack erscheint ja leider erst am 21.November :(
    Und das Buch erst am 14.11., die Kindle version sogar erst am 24.11. o_O

  • karbbel

    Oh, da hast du echt Glück gehabt, dass du es geschafft hast dir die Trailer nicht anzusehen!
    Ich war nicht so willensstark, und habe mir jeden der vier Trailer ca. 20 mal angesehen. Das war ganz schön geil, aber ich würde jetzt gerne mein Gehirn löschen und den Film nochmal ohne jegliches Vorwissen gucken.

  • Sascha

    @Holzgenz: Ich glaube nicht.
    @lbl: Freue mich sehr auf den Soundtrack! Von dem Buch wusste ich gar nichts, merci!

  • DerBesserwisser

    Ach Mann, ich bin anscheinend echt zu Alt :o(
    Ich hätte wieder schreien können ob der Galaxie großen Logiklöcher und der absoluten Unsinnigkeit der Handlung, die nur dazu da war, dass pseudophilisophisches Gebubbler gestelzt vorgetragen werden kann.

  • CarFreiTag

    Oh das klingt gut! :) (Also jetzt nicht der Podcast – den höre ich mir erst nach dem Film mal an).

  • Im Gegenteil. Ich finde, dass Interstellar beachtlich wenige Plotholes hat als man das bei der Thematik eigentlich erwarten könnte.

  • DerBesserwisser

    SPOILER !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Warum müssen alle Farmer werden ? Warum macht sich der Untergang der Welt nur durch Staubstürme bemerkbar ? Warum verschwinden bereits vorhandene Technolgien ? Warum bekommt man erzählt, dass die NASA keine Kohle mehr hat, es aber trotzdem schafft 12 bemannte Missionen loszuschicken ? Warum wird M. McC. Option 1 zum Menschheitretten vorgegaukelt ? Warum kann man mit Eizellen einen Planeten kolonisieren (ohne Leihmütter etc.) ? Warum braucht man einen Raketenstart, wenn man 45min später problemlos auf Planeten landen, bzw. von diesen wieder starten kann (die z.T. auch eine höhere Gravitation haben) ?. Warum sind die “gravitätischen” Auswirkungen mal enorm (Zeit wird extrem gedehnt: 1Std > 7 Jahr oder so) mal minimal (130% der Erdschwerkraft) ? Warum gibt es auf dem Raumschiff genug Nahrung/Luft/Wasser/etc. für etliche Jahre, während M McC am Anfang schon angemeckert wird, wenn er 5min länger atmet ? Warum schauen alle nur in eine Richtung oder sehen beim Anflug schon nicht, dass es große Wellen gibt ? Warum ist “Liebe” eine Emotion, die alle Dimensionen durchbricht, “Hass”, der im Prinzip nur das Negativ dazu darstellt nicht ? Warum kann das Entwickeln der Emotion “Liebe” als Überlebenstrategie nicht auch unerwünschte Nebeneffekte haben ?
    Woher hat Matt Damon den Sprengstoff ? Warum ist das Sendemodul an einem Anzug derart einfach zu entfernen bzw. wieder anzubringen ? Warum wird damit begonnen ein Basislager an einer völlig ungeeigneten Stelle aufzubauen ? Warum fängt Matt Damon das völlig sinnfreie Gequatsche an ? Warum begibt er sich überhaupt nochmal zu M McC runter ? Was ist seine Motivation überhaupt dies zu tun, bzw. hätte er die anderen dann auch umgebracht ? Warum kann das Andocken “pro Person” deaktiviert werden ? Warum benutzt ein Roboter einen für Menschen gemachten Steuerknüppel für ein Anflugmanöver ? Warum zereisst das Abbremsen nicht Teile der Andockklammer, bzw, des ganzen Schiffes ? usw, usw, usw – hab jetzt einfach keine Lust mehr.
    Der Film hatte ein paar schöne Momente und Aufnahmen/Einstellungen, aber die Handlung auch nur annähernd Kohärent zu nennen halte ich schon für gewagt.

  • Sehe ich auch so. Der Film ist trotz Länge sogar relativ kurzweilig, hat schöne Bilder und sogar oft emotional starke Momente. Aber nachdenken darf man über den Film nicht. Mich hat dann der Reveal auch nur zum Gähnen gebracht, unglaublich vorhersehbar und dann breiterklärt, bis es blutet (à la Erklärbärszene in Vanilla Sky)… und noch viel schlimmer: die aufgesetzte Liebesgeschichte. Emotional wichtig war die Vater-Tochter-Beziehung, die am Ende einfach mal fix abgehakt wird, damit er nochmal zur Schnalle fliegen kann…. super unnötig und schade um den eigentlich emotionalen Anker des Filmes. Also, ich wurde ganz gut unterhalten, aber je länger ich über den Film nachdenke, desto blöder finde ich ihn. Und alles mit Matt Damon war einfach Mist….

  • Pingback: Vater, Tochter und das Schwarze Loch: Nolan schnürt mit “Interstellar” das Komplettpaket | SchönerDenken()

  • Meisterschluck

    @Sascha, arbeitest du noch an einem ausführlichem Review und wenn ja, wann und wo könnte ich das denn lesen?

  • Ja. Hier am Sonntag auf dem Blog.

  • Pingback: Der Interstellar Masterpost – Links, Videos, Grafiken, Parodien - PewPewPew()

  • x

    Was ne hahnebüchene Story……

  • Inwiefern?