Vor ein paar Wochen hatte ich mir bei einem zufälligen Besuch im örtlichen Elektromarkt Citizen Kane und Lawrence of Arabia auf Blu-ray gekauft – als Upgrade und wegen den genialen neuen Special Features, die mich auf der Verpackungsrückseite anlachten. Als ich dort in der Schlange an der Kasse stand, bemerkte ich, wie unglaublich selten dieser Moment geworden ist. Es gab mal eine Zeit, in der ich mehrmals pro Woche einen Film kaufte und meine Sammlung wuchs und wuchs. Auch heute noch finde ich mein Regal beträchtlich ausgestattet, doch die Anzahl der Titel wächst nur noch sporadisch und wenn, dann durch sehr ausgewählte Zielkäufe – nicht durch Bummeln und Entdecken.

Aber dieses Bummeln durch Regale von MediaMarkt und Videotheken ist auch nicht mehr so wichtig. Seit rund zwei Jahren besitze ich ein nahezu perfektes Team aus Streamingangeboten, das mir eine riesige digitale Bibliothek anbietet. Auch wenn eine richtig gut sortierte Videotheken natürlich immer den Vorrang vor einem Onlineangebot haben werden, insbesondere weil dort auch einfach mal gewisse Titel wieder aus dem Angebot verschwinden, bin ich trotzdem kaum noch in diesen unterwegs, ebensowenig wie vor meinem Regal, da ich eigentlich kein großer ReWatch-Mensch bin. netflix_logoDer Großteil meines Film- und Serienkonsums findet von der Couch aus via Fernbedienung statt. Es ist einfach und bequem.

Durch diese omnipräsenten Angebote ist mein Konsum auch enorm angestiegen. Bisher habe ich rund 200 Filme im laufenden Jahr gesehen, was für mich enorm viel ist. Nur ein Bruchteil davon wird noch im Kino geguckt. Die neuen Titel schaut man sich natürlich an, während mit Netflix, iTunes und Sky (hier ein Vergleich zu den eher mauen deutschen Angeboten) Lücken von zu Hause aus gefüllt werden. Deshalb lege ich auch immer mehr Wert auf meine Heimkinoanlage, was ich hier bereits ab und an erwähnt habe. Zu Weihnachten letztes Jahr gab es einen neuen Fernseher und wenn ich nächstes Jahr umziehe, werde ich mir wohl definitiv einen Beamer zulegen. Da ich nun auch im Besitz eines dünnen LED Fernsehers bin, ist der Sound nicht mehr wirklich das Wahre. Daher war ich sehr dankbar, dass mir soundbar.org die Soundbars zum Vergleich zur Verfügung gestellt hat. Für den Test der Geräte habe ich öfter mal wieder Fernsehen geschaut, mir etliche Filme reingezogen und ganz besonders bei Jurassic Park und Gravity reingehört, weil die zwei Filme mit ganz besonderem Sound Design und Musik verzaubern können.

Yamaha Yas 101

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Zunächst widmete ich mich der günstigeren Variante von Yahama. Die YAS 101 Soundbar gehört mit ihren 140€ eindeutig zu den “Budget”-Geräten, überzeugte mich persönlich jedoch mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Gerät vielen nicht ausreichen wird, aber für meine Umgebung ist die YAS 101 fast schon nahezu perfekt. Yamaha überzeugt hier mit einem sehr schnittigen Design, das sich super an jeden (schwarzen) Fernseher anpasst und sehr unauffällig vor dem Empfangsgerät stehen kann. Was direkt ins Auge fällt, sind die zwei nach vorne ausgerichteten Boxen und der fehlende externe Subwoofer.

Das YAS 101 hat eingebaute Subwoofer, die aber ebenfalls ihren Job gut verrichten – zumindest in meinem Proberaum. Hier wird eine neue “Air Surround Extreme” Technologie benutzt, die ein 7.1 Surround System simulieren soll und in meinem eher kleinen 16m² Heimkinoraum funktioniert das. Zumindest erkenne ich keinen enormen Unterschied zu dem Samsung HW-F450, der den höheren Preis rechtfertigen würde. In einem größeren Saal sieht das aber wieder wohl anders aus. Hier fällt der Klang trotzdem sehr stark mit vielen tiefen Tönen auf, dazu wirkt die Gesamtqualität “voller”.

Bei ein paar externen Reviews wird immer negativ erwähnt, dass es keinen HDMI-Anschluss gibt, den ich aber bei meinem Setup nicht vermisse. Was mich ein wenig stört, ist die fehlende Bluetooth-Verbindung. Ich liege gerne ab und an auf der Couch und höre dann – ohne aufzustehen, yay – das Lied auf meinem iPod dann etwas lauter. Hier muss dann wohl weiterhin der umständliche Zwischenschritt mit dem AppleTV helfen. Schade, das ist eigentlich Standard bei vielen anderen Geräten.

yamaha yas 101 (2)

Ich schaue sehr wenig bzw. selten Fernsehen. Ich verfolge, wie man hier immer lesen kann, unglaublich viele Serien, doch die werden dann ohne Werbung und eher am PC konsumiert. So einfach mal einschalten und eine Sendung schauen, tue ich selten. Besonders weil mich die Abmischung stört (“Clear Voice” regelt das) und dann die Werbung immer so laut ist, was durch das Einschalten von “UniVolume” gedämpft wird – sehr angenehm! Mit der Fernbedienung kann ich nicht viel anfangen. Ähnlich wie bei Samsung verrichtet sie auch hier ihre rudimentäre Aufgabe, ist aber weder was fürs Auge noch liegt sie gut in der Hand, was aber beim eher seltenen Gebrauch nicht wirklich als störend empfunden werden kann. Die Soundbar kommt in schwarz und silber und ist auch in der Höhe leicht verstellbar. Auch für den Fall, dass es eng wird, wurde gesorgt: Sollte sie vor dem IR Empfänger des Fernsehens stehen, gibt es auf der Rückseite einen IR Reflektor. Ebenso ist eine Wandbefestigung möglich.

Samsung HW-F450

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Der größte Unterschied fällt beim Auspacken direkt auf: Die HW-F450 Soundbar von Samsung kommt mit einem externen Subwoofer. Diesen muss man aber nicht großartig verkabeln, was das wohnzimmerliche Setup womöglich verderben würde. Nein, der Subwoofer verbindet sich ganz neumodisch “wireless” mit der Soundbar, direkt und problemlos – schick! Für alle Fans von multimedialen Anschlüssen gibt es auch hier dann zwei HDMI-Verbindungen.

Bezüglich des Designs schenken sich die beiden Geräte im Vergleich nur wenig. Die HW-F450 erscheint weniger robust, dafür in einem ebenfalls glänzenden Schwarz, das sich an die Breite Masse von Designs anschmiegt. Die Samsung Soundbar ist durch den Wegfall der eingebauten Subwoofer etwas dünner. Sie wirkt dadurch mehr wie eine sehr dünne Leiste. Das geschwungene Design Yahamas macht sich freistehend auf Fernsehtischen wesentlich besser; die HW-F450 wirkt eher wie Leiste, die man unter an der Wand befestigen TV-Geräten aufhängen sollte.

Die HW-F450 hat weiterhin Bluetooth und einen USB-Anschluss, über den man Updates installieren oder Musik hören kann (Macht man sowas überhaupt noch? Feels very 2008). Der Klang enttäuscht ebenfalls wie bei Yahamah nicht. Der externe Subwoofer ist natürlich etwas besser und erzeugt reichhaltigere, tiefere Töne, die spürbar mehr Bass kreieren. Am Ende des Tages ist der Unterschied aber nur bei bestimmten Szenen oder Filmgenren wirklich spürbar. Ansonsten, insbesondere bei meinem Setup in einem eher kleineren Raum, ist der Unterschied nur deutlich, wenn man wirklich genau hinhört.

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Abschließend würde ich sagen, dass beide Geräte zweifellos zu empfehlen sind und man sich vorher gut informieren sollte, was zu einem passt und ob vielleicht auch eine günstigere Variante ausreicht (Hier eine Übersicht). Prinzipiell aber stimmt es schon, dass man das bekommt, wofür man bezahlt. Mir würde jedoch die Yahama YAS 101 hier hier reichen.