Review: The Leftovers S01E09

26 Aug, 2014 · Sascha · Fernsehen,Review

The Leftovers 109 HBO
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Kurz vor dem vermutlich schockierenden Finale wagt The Leftovers einen Blick in die Vergangenheit und die Welt vor dem Departure. The Garveys at Their Best ist dabei jedoch ein bissiger Kommentar auf die bereits vorherrschenden Probleme der dysfunktionalen Familie. Hier ein Auszug, die gesamte Recap wie immer auf Moviepilot.

Andere Kritiker oder auch der bekannte Drehbuchautor und Podcastguru John August haben erwähnt, dass sie sich diese Folge auch früher gewünscht hätten, doch ich bin höchst zufrieden mit der Platzierung der Folge innerhalb der Staffel. Theoretisch hätte man die Folge bereits in abgewandelter Form vorher ausstrahlen können, doch die Folge so kurz vor Schluss zu bringen, verdeutlicht nicht nur, dass das Leben, dem viele Figuren in den vorherigen acht Folgen nachtrauern, gar nicht so toll war. (Mit der Ausnahme von Jill vielleicht.) Der bisherige Aufbau gibt dem Leiden auch Bedeutung. Die Inszenierung des Departures von Daniel Sackheim mit der musikalischen Untermalung von Max Richter ist atemberaubend. Es handelt sich um eine Sequenz, die in ihrer Tragik, Schönheit und Nuance kaum hätte besser gedreht werden können und sie funktioniert vor allem, weil wir wissen, was genau in diesem Moment in vielen Figuren zu Bruch geht und wieso sich andere bestärkt fühlen.

Steven Zeitchik schrieb vor Kurzem in der LA Times über den Aufstieg des Post-Plot Cinemaam Beispiel von Guardians of the Galaxy. Vielleicht ist es an der Reihe The Leftovers als das aktuelle Serienäquivalent zu definieren. Die erste Staffel übertrifft sich von Woche zu Woche, ein Panaroma der Bedeutungslosigkeit aufzuzeichnen. Die Gesellschaft wirkt leer, verwirrt und ziellos. Im Kontrast dazu gibt es einzelne Folgen, die uns das Schicksal einiger Individuen zeigen und als Beispiel für gute Charakterzeichnung dienen. Ein naheliegender Kritikpunkt jedoch wäre, dass dies trotzdem auf nicht viel hinausläuft – was wiederum genau der Punkt der Serie ist. Stanley Kubrick hat einmal im Interview mit dem Playboy bei einer Diskussion von 2001 gesagt: “The most terrifying fact about the universe is not that it is hostile but that it is indifferent; but if we can come to terms with this indifference and accept the challenges of life within the boundaries of death — however mutable man may be able to make them — our existence as a species can have genuine meaning and fulfillment. However vast the darkness, we must supply our own light.”

Der Departure ist damit nur ein nicht zu leugnender Beleg. Die Menschen mögen es unterschiedlich interpretieren, aber die Tatsache bleibt bestehen, dass es keinen tieferen Sinn gibt. Schlussendlich zeigt uns The Garveys At Their Best, dass das Beste eigentlich gar nicht so gut ist. Aber es ist genug. Die Verrückten („Are you ready?“) gibt es bereits vorher, nach dem Departure erhalten sich nur neuen Zulauf. Kevin hat bereits vor dem Departure Visionen, doch am Ende gibt es für alles eine plausible Erklärung. Die christliche Erscheinung des Hirsches ist am Ende nur reflektierende Plastikfolie im Geweih. Zufall und Chaos beherrschen diese Welt. This is it. God is dead. Don’t freak out.

Moviepilot: Wir schauen The Leftovers – Staffel 1, Folge 9

  • guy

    ohman ich dachte episode 10 wäre vorgestern bereits gelaufen, noch 5 tage warten -.-

  • Fühlst du dich auch alleine gelassen ;)?

  • guy

    so sehr, dass ich befürchte gleiche eine art nora durst vor der tür stehen zu haben, die mich dazu befragen will :P