Wolfang M. Schmitt setzt sich der aktuellen Ausgabe von Die Filanalyse mit den hiesigen Programmkinos und der Filmkultur Deutschlands auseinander. Er beschreibt darin sehr gut meine Suche nach guter Filmkultur hier am Rande Deutschlands, die mich in den letzten Woche erneut häufiger über die Grenze des Landes hinweg nach Luxemburg führte. Dort laufen nämlich Gia Coppolas Palo Alto oder Jonathan Glazers Under The Skin im Kino. Ein sehr treffender und wichtiger Beitrag:

Das Politische wie das Ästhetische wird als Bedrohung wahrgenommen. Das Wellness-Kino setzt die Politik der ‚Neuen Mitte‘ auf der Leinwand um. Lieber frönt man einer kulinarischen Kultur der Unterforderung, als sich noch Kritik oder gar Kunst auszusetzen. Die Kinobetreiber, die eher Therapeuten gleichkommen, die ihren Patienten/Zuschauern ein Sedativum nach dem anderen verschreiben, machen fröhlich bei dieser Verflachung mit, sie verdienen gut daran und schreiben sich weiterhin ‚Arthaus‘ auf die Fahnen, wenn auch nur die Kuschel-Version gemeint ist. Das ist ein großes Unglück, da es keineswegs weniger großartige Filme gibt. Das Problem ist, daß man diese Filme fast nur noch auf Festivals zu sehen bekommt oder auf die DVD-Veröffentlichung hoffen kann.

Dazu passend zwei äußerst passende Artikel von Rajko Burchardt:
Ziemlich beste Freunde, ziemlich großer Mist
In der Gewalt des Wohlfühlkinos