Review: The Leftovers S01E01

02 Jul, 2014 · Sascha · Fernsehen,Review

The Leftovers 101 HBO
© HBO

Wie letzte Woche bereits angesprochen, übernehme ich für Moviepilot die Besprechung von Damon Lindelofs neuer Serie The Leftovers auf HBO (bzw. SkyGo). Seit gestern ist meine erste Review online, hier ein Ausschnitt und unten ein Link zum gesamten Text. Ich bin sehr positiv gestimmt für die Zukunft, The Leftovers erzählt eine einzigartige Geschichte mit interessanten Figuren und ist auf einem Metalevel wahrscheinlich genau die Therapie für Lindelof und Fans, die alle nach dem angeblich verkorksten Lost Finale brauchen.

The Leftovers bietet ein Konzept, das für Damon Lindelof persönlich geschrieben worden zu sein scheint. Es ist nicht wirklich schwer zu verstehen, was genau ihn an Tom Perrottas gleichnamigen Roman angezogen hat, wenn ihr euch ein wenig mit dem noch jungen Werk des Autors beschäftigt. Bei den Projekten, bei dem ihm alleinige narrative Verfügung oder relative Autorität zugestanden wurde, verfuhr Lindelof stets nach der Mystery-Box-Maxime seines Mentors, J.J. Abrams, bei der keine Auflösung oder Antwort so interessant und einnehmend sein kann, wie das dazugehörige Mysterium. Bei Lost bewies der Showrunner zusammen mit Carlton Cuse, wie interessant er dieses Gefüge, manche würden es wohl als Kartenhaus bezeichnen, aus Antworten und immer neuen Fragen gestalten und dabei gleichzeitig komplexe Charaktere und Themen bedienen kann. Der Zwiespalt zwischen Religion und Wissenschaft, zwischen Glaube und Beweis, dominierte die verschollene Insel. Es ist daher nicht verwunderlich, weshalb die nicht mit weltlichen Methoden zu erklärende Prämisse von Tom Perrottas Roman ihn so offensichtlich faszinierte.

Von jetzt auf gleich verschwinden zwei Prozent der globalen Weltbevölkerung. Es ist genug, um wahrscheinlich kleine Schäden anzurichten. Aber nicht genug, um die globale Bevölkerung ins politische Chaos zu stürzen. Das Leben geht weiter. Die durch den “Departure” resultierende Existenzkrise findet ihren Konflikt im Mikrokosmos New Yorks. Zwei Prozent sind nicht genug für die Apokalypse, aber immerhin 140 Millionen Menschen weltweit. Genügend, dass fast jeder einen kennt, der verschwunden ist. Und wenn das Event die Familien nicht zerschlägt, dann tut es der stetig wachsende Einfluss lokaler Gruppierungen, die auf ihre Weise versuchen, mit der Nachwelt und ihren Implikationen umzugehen.

Moviepilot: Wir schauen The Leftovers – Staffel 1, Folge 1

  • DerBesserwisser

    Sieht tatsächlich recht vielversprechend aus, bin(/sind) mal gespannt wie sich das weiterentwickelt. Lediglich die “Guilty Remnants” gehen mir zu sehr in Richtung tolkinsche Pappkameraden.
    Danke auch für den “Hinweis” das Peter Berg Regie führte, jetzt macht der Cameo auch Sinn.

  • Micha

    Ich finde es ja immer spannend wenn man so ein Konstrukt aus Fragen wirklich mit antworten im Kopf aufbauen kann. Bei Lost hatte ich schon sehr früh das Gefühl das sie sich einfach nur scheiss aus den Fingern saugen, das Finale hat das nur bestätigt aber mich ob meiner Erwartungshaltung nicht enttäuscht. – Etwas wie Twin Peaks finde ich da dann deutlich besser als X-Files, Alias oder eben Lost, was nicht heißen soll das man diese Serien nicht mögen darf – ich wundere mich nur immer sehr darüber wie ernst sie genommen wurden. ;)

    Bleibt also zu hoffen das diese Serie etwas mehr bietet, ich fand die erste Episode ok. Ich bin etwas besorgt um den möglichen Amerikanischen pathos da der Vergleich zum 11. September mit doch mehr als einmal durch den Kopf gegeistert ist als es um die Dialoge und die Gedächtnisfeier ging. Woran es mich auch ein wenig erinnert hat war der Beginn von True Blood, „holyshit Vampire sind nun allen bekannt und ich will wissen was in der Welt vor sich geht bekomme aber nur Informationen vom leben in dieser kleinen Stadt.“. Ich würde mich freuen wenn es da noch etwas mehr big picture gibt als nur „Meine Frau redet nicht mehr mit mir“.

  • Letzteres wird es wohl nicht geben. Dafür gibt es dann, wie in der Review angesprochen, TV, Radio und Sonstiges.

  • Cooler Auftakt. Was auffällt, ist der gute Einsatz von Musik. Freue mich auf weitere Folgen!