Die besondere Schönheit in Spike Jonzes Her war nicht nur durch die authentische Beziehung zwischen einem Mann und seiner Handy-KI definiert, sondern auch über die utopischen Rahmenbedingungen, die diese Beziehung überhaupt ermöglichen und umgeben. Jonzes Zukunftsvision ist eine von Apple durchdesignte Utopie. Es gibt keine Roboterrevolution, Replikanten oder automobile Zeitreisen. Stattdessen fragt er sich, wie die digitale Revolution uns bei den stetigen Problemen des menschlichen Befindens behilflich sein kann.

Die Verschmelzung von Mensch und Technologie mag das Leben vielleicht in manchen Punkten erleichtern, andererseits kann sie den Weltschmerz aber nicht lindern und kreiert neue Probleme. So kann dich dein Videospiel zum Beispiel als Fuckface bezeichen, wenn es ihm beliebt. So passiert es Theodore Twombly, als er ein holographisches Indiegame spielt, das in seiner Machart schwer an eine zukünftige Version des Microsoft IlluRooms erinnert.

Das Spiel im Film wurde von David OReilly animiert, einem Regisseur und 3D Künstler, der jetzt sein eigenes Spiel auf den Markt bringen wird, bei dem man tatsächlich einen Berg spielen soll. Im passend benannten Spiel Mountain muss der Spieler eine Zeichnung anfertigen, auf deren Basis ein Berg entsteht, dem man bei seinem natürlichen Prozess zusehen kann. Witterung, Tag- und Nachtzyklus, Jahreszeiten – alles soll natürlich und einzigartig für jeden Spieler entstehen. Verwirrt? Gut. Die genaueren Beschreibungen lassen einen nicht schlauer werden.

FEATURES

– no controls
– automatic save
– audio on/off switch
– time moves forward
– things grow and things die
– nature expresses itself
– once generated, you cannot be regenerated

OReilly beschreibt sein Spiel selbst als Mix aus “relax ’em up”, Bergsimulator und Art Horror. So, basically… “art”. Ich bin gespannt. Mountain soll insgesamt 50 Stunden “Spielzeit” bieten und wird einen Dollar kosten, wenn es am 21. Juni für iOS, Mac und PCs erhältlich sein wird. (via)

  • DerBesserwisser

    Also im Prinzip ein Minecraft bei dem man die Seedeingabe aufgebohrt und Jahreszeiten eingebaut hat (?).
    Aber wenn schon das Ein bzw. Ausschalten der Tonausgabe seinen Weg in die Featureliste findet, scheint mir das einzig interessante an der Sache zu sein, ob das jetzt wirklich noch als Spiel zählt, oder einfach eine Minisimulation für das zukünftige, elektronische Erdkundeschulbuch ist.

    Btw. “Her” sucks balls!

    Nein, nicht wirklich, nur ein Ausdruck meiner inneren Selbstenttäuschung, da ich dem Film leider absolut nichts abgewinnen konnte,