Netter Trailer zum modernen Kinderbuchklassiker The Giver, das in den USA zur Standardliteratur der Schulen gehört. Die Welt von The Giver erscheint zunächst als nahtlose Utopie bis die Fassade bröckelt und die dystopischen Züge der Gesellschaft kommen zum Vorschein als der junge Jonas die wahre Geschichte seines Vaters und der Genese seiner Regierung entdeckt.

Der Trailer kann mich nicht völlig überzeugen, aber das übergeordnete Design der Welt mit seinen schicken Sets, Kostümen und Ritualen gefällt mir sehr und erinnert stark an die utopischen Bestrebungen im 19. und 20. Jahrhundert sowie an die “World of Tomorrow” der 1939er Weltausstellung in New York.

Leider kommt die Verfilmung womöglich ein wenig zu spät und läuft Gefahr, das Schicksal von John Carter zu wiederholen. Ein Kommentar unter dem Trailer fasst das so schon mal zu sammen, ohne natürlich zu wissen, dass alle genannten Film nach der Veröffentlichung des Buches kamen: “Pleasantville meets The Matrix meets The Thirteenth Floor meets The Truman Show meets Battle Royale meets The Island. There is nothing new under the sun.”

Dass man die Figuren dazu etwas hat altern lassen um dem Jugendbuchwahn der letzten Jahre gerecht zu werden und sich dem Zielpublikum anzupassen, hilft dem Film natürlich auch nicht, da er in die gleiche Kerbe schlägt wie der jüngst in den Kinos angelaufene Film Divergent.

Dass den jungen Leads erfahrene Ausnahmedarsteller wie Meryl Streep und Jeff Bridges an die Seite gestellt werden, erinnert natürlich auch an das oft kopierte Erfolgsmodell aus Harry Potter. Trotz allem aber kann der Film mit Sicherheit einige Zuschauer bei all dem Dystopiehype der letzten Jahre finden. Wer kann es ihnen in diesen Zeiten der totalen Überwachung verübeln? The Giver kommt mit dem deutschen Titel Hüter der Erinnerung am 25. September in die deutschen Kinos.

  • Haina

    …meets thx 1138.

  • Hehe, guter Punkt ;)