Die Magie von Sin City habe ich nie verstanden. Ich habe den Comic nie gelesen, da ich mit Frank Miller noch nie viel anfangen konnte und ihn generell für einen überbewerteten Spacko halte. Deshalb sah ich dann damals trotz des Hypes Sin City nicht im Kino und habe ihn erst später auf DVD bei einem RL-Treffen meiner Star Wars Galaxies Gilde (Don’t ask!) gesehen, wo einer dieser typischen hoffnungslosen Geeks die ganze Zeit über jeden vermeintlich coolen One-Liner 5 Sekunden vor dem Schauspieler rezitieren konnte. Meine Ablehnung ist also verständlich. Dabei war der erste Teil gar nicht mal so schlecht. Was Comic-Verfilmungen angeht, kommt man wohl nicht näher an das Original heran, es sei denn man ist talentiert wie Edgar Wright und kann auch ohne Panels zu kopieren eine Idee in ein anderes Medium übertragen.

Deshalb verstand ich auch nie das riesige Verlangen nach einem zweiten Teil. Robert Rodriguez ging zur gleichen Narzistenschule wie Tarantino und liebt es über seine eigenen Ideen und möglichen Projekte zu labern, aber ein Sequel zu diesem Teil war für mich nie ein notwendiger Schritt. Der erste Teil geht in Ordnung, wenn er im Abendprogramm von ProSieben an irgendeinem verschlafenen Samstag kam, habe ich mich nie gewehrt und ihn nebenher laufen lassen. Doch die große Genialität des Werkes blieb mir immer verborgen.

Nun kommt der zweite Teil dieses Jahr heraus (18. September) und alle drehen durch. Unverständlich für mich, aber ich lasse mich gerne überraschen. Mit dabei sind immerhin viele neue Gesichter, die man gerne im Kino sieht wie Josh Brolin, Bruce Willis, Joseph Gordon-Levitt, Eva Green, Mickey Rourke, Jessica Alba, Lady Gaga, Michael Madsen, Rosario Dawson, Ray Liotta und Juno Temple. (via René)

  • DerBesserwisser

    Dem kann ich (fast) ausnahmslos zustimmen

  • Fast?

  • DerBesserwisser

    fast > selbst als “Hintergrundberieselung” ist er mir zu uninteressant

  • Achso, neee. Dat geht schon klar.

  • Sin City ist doch großartig. Dafür war aber The Spirit total egaler Mist. Und Rodriguez ist aktuell auch mehr Miss als Hit, darum ist die Chance groß, dass der Film nur mittelgut bis kacke wird.

  • Wie halt schon der erste Teil ;)

  • Nee, Sin City ist doch wirklich eine der ganz wenigen interessanten Comicverfilmungen. Stil und Atmo sind monumental. Und dass Stil allein nicht reicht, hat ja The Spirit gezeigt :)

  • Okay, lass ich mal gelten ;)

  • Da muss ich dir ausnahmsweise mal widersprechen – auch auf die Gefahr hin, dass ich dann in deinen Augen auch so ein hoffnungsloser Geek bin ;).

    Frank Miller hat die Welt der Graphic Novels mit seiner Arbeit entscheidend geprägt und verändert. Ohne seinen Dark Knight hätte Cristopher Nolan schlicht und einfach keine Vorlage für seine Batman-Trilogie gehabt – zumindest nicht in dieser Interpretation der Figur. Ihn als Spacko zu bezeichnen ist daher imho schon ziemlich grenzwertig.

    Zum zweiten: Ob Robert Rodriguez ein Narzisst ist, vermag ich nicht zu beurteilen – er hat aber einige Filme gemacht, bei denen ich sehr, sehr viel Fun hatte. Gut, The Spirit war lahm, aber Machete, Planet Terror und Sin City würde ich auf jeden Fall dazu zählen. Robert Rodriguez funktioniert halt eher über visuelle Ästhetik und Athmosphäre als über klassisches Storytelling. Ich kann mich da aber durchaus drauf einlassen und freu mich tierisch auf Sin City 2.

  • Mit Spacko meine ich nicht seine Leistungen zum Genre, sondern seine Äußerungen in der letzten Zeit und seine generellen Ansichten. Da scheint was an dir vorbei gegangen zu sein.

  • “Die Magie von Sin City habe ich nie verstanden. Ich habe den Comic nie gelesen, da ich mit Frank Miller noch nie viel anfangen konnte und ihn generell für einen überbewerteten Spacko halte.” – Was genau ist da jetzt an mir vorbeigegangen…?

  • Nun gut, das ist tatsächlich an mir vorbeigegangen, aber ehrlich gesagt interessiert es mich im Hinblick auf die Beurteilung seines Werks auch nicht besonders, was er für eine Meinung über Occupy Wall Street hat.

    Der latente Sexismus und die anderen -ismen rühren mMn einfach daher, dass er seit jeher von den billigen Pulpheftchen im Hard-Boiled-Stil beeinflusst war und eben nicht sonderlich zimperlich ist, was das angeht. Ich seh da mehr praktizierte künstlerische Freiheit als politische Message.

    Ich geb dir in dem Punkt Recht, dass ich mich mit dieser Dimension von Frank Miller bisher nicht auseinandergesetzt habe. Nichtsdestotrotz bleibe ich bei dem, was ich oben geschrieben habe.

    Wir sind uns also einig, dass wir uns nicht einig sind ;).

  • in der tat. ich geb dir ja nich unrecht, ich meinte spacko halt nur sehr persönlich. hehe