Meine Top 20 Filme 2013

31 Dec, 2013 · Sascha · Film,Personal

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20. Der Geschmack von Rost und Knochen (Jacques Audiard)
Ein leidenschaftlicher Film über Liebe, Familie und das Leben selbst. Zwei unglaublich starke Performances und eine Chemie, der man Glauben schenkt. Fällt zwar in den letzten Minuten etwas auseinander, aber der Magie und Stärke der ersten zwei Akte ist nicht zu widerstehen.

19. Blackfish (Gabriela Cowperthwaite)
Ein starkes Argument für die Schließung von SeaWorld. Durch eine psychoanalytische Zeitreise rund um den Killerwal Tilikum wird pointiert gegen diese Sklavenhaltung argumentiert.

18. To The Wonder (Terrence Malick)
Malicks zweifellos persönlichster, aber auch sensibelster Film bisher. Ein Bewusstseinsstorm um Schicksal und Liebe für alle Sinne.

17. Only God Forgives (Nicolas Winding Refn)
Der Teufel in Neon. Moody, bis ins kleinste Detail abgestimmt und bewusst geschmacklos. Ein Kontrast der Sinne. Gosling ist perfekt, die sexuellen Metaphern überladen ein ansonsten nihilistisch zielgerichtetes Manifest der Antikolonialisten.

16. Spring Breakers (Harmony Korine) [Review]
Harmony Korines ästhetisch ansprechend verpackte Antithese zum Kapitalismus. Die Perversion der kontemporären Facette des Amerikanischen Traums wird offengelegt. James Franco ist betörend und stiehlt jede Szene.

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15. Blue Is The Warmest Color (Abdellatif Kechiche)
Nicht ganz so gut wie sein Ruf, aber zweifellos ein schönes Portrait von Pubertät und der Verwirrung um Gefühle und die erste Liebe. Habe es sehr willkommen geheißen, dass der Film sich so viel Zeit für seine Figuren nimmt und die Dialoge durch und durch authentisch sind.

14. The Hunt (Thomas Vinterberg)
Der mit Abstand stärkste Horrorfilm des Jahres. Der soziale Tod ist schlimmer als der körperliche. Mads Mikkelsen ist fantastisch. Zerfällt im dritten Akt völlig, da die Auflösung zu einfach und ohne größere Opfer kommt. Da hilft auch die letzte Szene nicht viel.

13. The World’s End (Edgar Wright)
Melancholischer Partyfilm mit der spaßigsten Action des Jahres.

12. Mud (Jeff Nichols)
Ein modernes Märchen und die zweitbeste Coming-of-Age Story des Jahres. McConnaugheys stärkste Rolle in den letzten Jahren – AND THAT’S SAYING SOMETHING!

11. The Place Beyond The Pines (Derek Cianfrance)
Starke und emotionale Analayse der zivilgesellschaftlichen Armut Amerikas. Subtile und persönliche Kapitalismuskritik.

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10. The Spectacular Now (James Ponsoldt)
Authentisch. Stolz. Unverfroren. Shailene Woodley und Miles Teller spielen sich in die Herzen des Zuschauers.

09. Captain Phillips (Paul Greengrass)
Der beste Thriller des Jahres. Nebendarstellern überraschen. Hanks brilliert, für die letzen 3 Minuten verdient er den Oscar.

08. Upstream Color (Shane Carruth)
Shane Carruth weigert sich einen Film für die Masse zu machen, nachdem er bei der Masse der Filmgeeks mit Primer überzeugen konnte. Ein Puzzle der Emotionen. Carruths komplette kreative Kontrolle verleiht dem gesamten Projekt eine besondere Rundung, die man so selten spürt. Upstream Color ist eine kompromisslose Mediation über Identität, Liebe und Schicksalsschläge.

07. Stories We Tell (Sarah Polley)
Sarah Polleys Familiende(re-)konstruktion ist so vieles gleichzeitig. Sie versucht die Vergangenheit zu rekonstruieren. Es ist eine Suche nach der Wahrheit und eine Mediation von Identität. Eine schmerzliche Betrachtung von Liebe und Ehe und diffusen Bedürfnissen. Ein eingiebiges Portrait einer Patch-Work-Familie, die trotz allem glücklich ist. Polley untersucht die subjektive Wahrnehmung von Realität durch einen Meta-Kommentar zum Filmemache und Geschichtenerzählen. Am Ende schafft sie es sogar, den Film zur Bühne für ihren Vater zu verwandeln, der sein Talent bisher nie zur Vollendung geführt hat. Und all dies funktioniert so luftig leicht und nebenher. Unglaublich.

06. Frances Ha (Noah Baumbach)
Zeitlos und dann doch so zeitlich gebunden an die Bedürfnisse und Bestrebungen dieser Generation.

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05. The Master (Paul Thomas Anderson) [Review]
The master stroke that keeps on giving.

04. Inside Llewyn Davis (Joel & Ethan Coen)
Melancholie und Katzen – der ultimative Mix. Die Coens sind zurück mit einer neuen Tragikkomödie um den Folk-Sänger Llewyn Davis, der zwar talentiert ist und die richtigen Kontakte besitzt, sich aber selbst im Weg steht. Wie so oft sind die Nebenfiguren so echt wie das Leben selbst, selbst wortkarge Figuren, die nur einen kurzen Auftritt haben, scheinen intrinsisch außerhalb dieser Geschichte ein volles Leben zu führen.

03. Zero Dark Thirty (Kathryn Bigelow) [Review]
Kompromisslos. Eine starke Frau, eine bessere Performance und eine Spannung, die man mit dem Buttermesser schneiden kann. Auch ein Film, der mehreren Viewings standhält. Die letzten 30 Minuten sind atemberaubend und jedes Mal erneut spannend, obwohl man natürlich bereits den gesamten Ablauf kennt.

02. Before Midnight (Richard Linklater) [Review]
Ohne Zweifel ein Geniestreich und dazu noch unerwartet. Dass sich Richard Linklaters kleiner Film aus dem Jahre 1994 zu der definitiven Diskussion um Romantik, Beziehung und die Frage nach der ewigen Liebe entwickeln sollte, hat wohl niemand geahnt. Dazu die traurigste Szene des Jahres: Still there. Still there. Still there. Gone.

01. Gravity (Alfonso Cuarón)
Die Definition von Kino. Ein Erlebnis, das seinesgleichen sucht.

Ehrenwerte Nennung: Pacific Rim, World War Z, Jurassic Park 3D, Sightseers, Don Jon, Oblivion, The Wolverine

Enttäuschung des Jahres: Elysium

Flop 10

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10. Escape From Tomorrow (Randy Moore)
09. Star Trek Into Darkness (JJ Abrams) [Review]
08. Man of Steel (Zack Snyder) [Review]
07. Kick-Ass 2 (Jeff Wadlow)
06. The Internship (Shawn Levy)

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05. After Earth (M. Night Shyamalan)
04. Oz: The Great & Powerful (Sam Raimi)
03. The Hangover: Part III (Todd Phillips)
02. The Purge (James DeMonaco) [Review]
01. The Host (Andrew Niccol) [Review]

  • Mag deine Liste, wobei ich #1 noch nicht sah, muss ich wohl noch, und von den Coens war ich ETWAS enttäuscht dieses Jahr….

    Guten Rutsch, Sascha! :)

  • Dir auch, lieber Chris!

  • Hm… Zero Dark Thirty hätte ich nicht so weit oben erwartet, den fand ich relativ schwach, aber das kann auch an meinem Antiamerikanismus liegen.

    Ausgetauscht hätte ich ihn mit „Her“, der ist Platz 3 würdig.

  • Das kann ich jetzt gar nicht nachvollziehen, denn Zero Dark Thirty war alles andere als pro-amerikanisch. Ganz im Unterschied zum Beispiel zu Argo, der ja auch den Oscar gegenüber ZD30 erhielt. Völlig zu unrecht, wenn man mich fragt. Der Film behandelte dunkle Punkte in der Geschichte der USA in den letzten 10 Jahren und erzählte eine bekannte, aber dafür umso spannendere Geschichte. Die letzte Einstellung verrät eigentlich ziemlich deutlich, dass Kigelow und Boal absolut nicht diese Geschichte bejubeln.

    Her läuft bei uns erst im Jahr 2014 und den habe ich noch nicht gesehen.

  • fluffy

    Schön, eine Liste mit guten Filmen parat zu haben. Sind ein paar bei, die ich schauen wollte, dann aber doch verplant habe und jetzt vllt nachhole.
    Gravity auf #1 kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Neben dem Erlebnis, mal wieder im Space unterwegs zu sein – was ja meistens rockt – war da eigtl recht wenig. Die Story total vorhersehbar und ziemlich dünn. Mir auch ne Spur zu over the top unrealistisch, wie sie sich da ständig noch im allerletzten Moment retten.

  • Flo Lieb

    Bei mir spielten insbesondere Zero Dark Thirty, aber auch The Master und Before Midnight eher im Flop-Bereich eine Rolle. Dafür landete auch Frances Ha bei mir auf der 6 und Mud sowie Blau ist eine warme Farbe zwischen 10 und 15 – immerhin :)

  • Geschmäcker sind verschieden und das ist gut so :)