Trailer: Netflix-Doku über Mitt Romney

28 Dec, 2013 · Sascha · Film

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Ich interessiere mich unheimlich für Politik. Ich meine, ich habe es immerhin studiert. Könnte man gar nicht meinen, wenn man nur den Blog hier so mitliest. Ich schreibe selten darüber oder gar nicht, weil das hier meine Nerdhöhle und mein verbalisierter Zufluchtsort vor der schrecklichen Welt da draußen ist. Es gibt genügend andere Blogs, die sich mit allem auseinandersetzen, was das Herz begehrt. Nein, muss hier nicht sein.

Aber! Eines meiner Spezialthemen im Studium waren jedoch die USA und insbesondere das Parteiensystem sowie die Wahlkämpfe. Diesen in meinem Auslandssemester letztes Jahr noch direkter zu erleben als zuvor war ein zusätzliches Highlight der Reise. Der vergangene Wahlkampf war wirklich alles andere als interessant. Mitt Romney war ein so schwacher Kandidat, das es eigentlich kaum zu einem knappen Rennen führte, das an keiner Stelle spannend wurde. Das sprach sich auch in nahezu allen Statistiken aus, insbesondere bei der gesunkenen Wahlbeteiligung und den demographischen Korrekturen zur Norm hin (Schöne Studie).

Viele Milliarden US-Dollar flossen in den Wahlkampf. Am Ende half dies alles nicht. Mitt Romney blieb für die meisten Amerikaner ein Enigma und selbst die meisten Republikaner mussten in den sauren Apfel beißen; Romney war trotz der Präferenzen von anderen Vorwahlkandidaten schließlich immer noch die bessere Wahl im Vergleich zu Präsident Obama. Party Unity, is’ wichtig, ne? Aber trotz allen Bemühungen und dem schönen Geld konnte kein Erfolg erzielt werden. Auch dank mehreren Fettnäpfchen entlang des Weges. Sogar am Ende, als bereits alles geklärt war, schaffte man es negativ zu überraschen: Romney und seine Berater hielten es nicht für möglich zu verlieren und hatten nicht einmal eine sog. concession speech vorbereitet gehabt. Wow. Als ich das damals im Radio morgens auf dem Weg zur Uni hörte, dachte ich, dass die Witze machen.

US-Talker Bill Maher spricht in seiner Sendung Real Time immer wieder von der “Bubble”, in der sich die amerikanische Rechte mit Fox News, Rush Limbaugh und Glenn Beck in einen sanften Medienkonkon einhüllt und in dem noch alles so berichtet wird, wie man sich das von der schrumpfenden weißen Mittelschicht im Bible Belt wünscht. Ob die Dokumentation “Mitt” von Greg Whiteley, der über sechs Jahre exklusiven Zugang zu Romneys Familie und Präsidentschaftsbemühungen hatte, die Blase zum Platzen bringen und uns einen bisher unbekannten Romney zeigen kann, werden Netflix-Abonnenten ab dem 24. Januar 2014 herausfinden.

A Netflix original documentary, Mitt is a rare and intimate account of one man’s quest for the presidency.

Given unprecedented access by Mitt Romney and his family for six years, Mitt follows the former governor’s presidential aspirations, from Christmas 2006 to his initial run to become the Republican nominee in 2008 and through his Presidential concession speech in 2012.

Director Greg Whiteley (“New York Doll,” “Resolved”) travels alongside the campaign through interactions with potential voters, preparations for the debates, personal moments with his family and concluding with final presidential election night results. via