Noah-Teaser

Es ist nicht schwer zu verstehen, wieso Darren Aronofsky sich von der Figur des Noahs so inspiriert fühlt. Noah passt perfekt in sein bisheriges Charakterschema. Aronofskys Figuren sind manisch, obsessiv und bereits viel zu tief im Kaninchenbau als dass sie auf ihre Freunde hören und umkehren würden.

Es brauchte jedoch viel Überzeugungskraft bis Aronofsky sein Herzensprojekt umsetzen durfte. Trotz einer beeindruckenden Filmographie fand sich kein Finanzierer für die Idee des Regisseurs und stattdessen begann ein kurzer Flirt mit dem Wolverine. In der Zwischenzeit entstand der nie veröffentliche Comic Noé, der anscheinend nur existiert, damit man einen Finanzier fand – gibt ja nichts Schlimmeres auf der Welt für Hollywoodleute als ein originaler Film ohne etablierte PI.

Wobei die Geschichte ja ohnehin nicht originell ist. Es gibt kaum eine ältere Geschichte als die der Sintflut und Noahs Arche; eine solch wahrhaftig epische Geschichte sollte sich doch umsetzen lassen. Es dauerte ein wenig, aber nun erblickt der Film mit dem beeindruckenden Cast um Russell Crowe, Anthony Hopkins, Emma Watson, Logan Lerman, Jennifer Connelly und Ray Winestone das erste Land in Form eines Trailers.

Bereits seit Wochen tummeln sich Gerüchte über Probleme der Produktion online und ich finde, dass man die ein wenig hier reflektiert sieht. Zunächst einmal haben die Zauberer von Industrial Light and Magic gesagt, dass Noah den bisher schwierigsten CGI Shot der Firmengeschichte hat. Der Regisseur selbst findet das aber ziemlich cool:

“It was a nice badge of honor. I don’t think it’s the most incredible shot, but I think because of all the hair on the animals it was incredibly complicated for them,” Aronofsky revealed. “They said, ‘We can only render it two or three more times so make sure those are exactly right because they take so long and are so complex.’ ”

Weiterhin sollen die Test Scores desaströs sein und seither sollen sich der Regisseur und das Studio um den Final Cut des Films streiten. Und man kann schon verstehen wieso. Der Trailer verspricht eine epische Geschichte um Russell Crowes Noah, die zwar die Eckpunkte der biblischen Geschichte abhakt, aber sich kreative Freiheiten nimmt. Man konnte sich ja auch vorstellen, dass Aronofsky jetzt nicht eine genaue Adaption der Bibel vorstellt, sondern etwas eigenes und komplexes daraus formt mit einem Hauch von Umwelt- und Klimaschutz.

Das würde aber logischerweise die fundamental Religiösen des Bible Belts erzürnen, die es als Zielgruppe zu gewinnen gilt. Daran hält sich der berüchtigte Regisseur und Autor jedoch nicht auf und inszeniert einen epischen Weltuntergang à la Emmerich mit einem komplexen Helden in der Mitte des Films. Ein definitives Kinolight 2014.

Trotz alledem darf man sich fragen, ob unbedingt Aronofsky Noah drehen musste. Statt diesem überladenen CGI Bombast hätte man auch von diesem Budget wohl 10 Black Swans oder Requiems for A Dream drehen können.

Kurzinhalt: Oscar®-Preisträger Russel Crowe spielt Noah, von Gott auserwählt, das Unmögliche zu schaffen: Mittels einer gigantischen Arche soll er die Menschheit sowie das Tierreich vor der apokalyptischen Flut retten. In diesem von Darren Aronofsky („Black Swan“) bildgewaltig in Szene gesetzten Leinwandepos treten an der Seite von Russel Crowe weitere Hollywood-Größen wie Anthony Hopkins, Jennifer Connelly, Emma Watson, Ray Winstone und Logan Lerman auf.

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  • Dank CG-überladenen Bombastfilmen lassen sich überhaupt 10 Black Swans oder Requiems for A Dream drehen. Das ist das traurige am Hollywoodsystem. Frage ist: Schafft es Aronofsky aus dem stereotypen Blockbuster-Dunstkreis auszubrechen? Wenn ja, war er der richtige Mann für den Job. Aber selbst wenn Noah ein 0815 Blockbuster werden sollte, der katastrophalen Schiffbruch erleidet (John Carter, Lone Ranger lassen grüßen), dürfte der Film zumindest als Sargnagel für das überholte System nützlich sein. So oder so, ich seh sehr optimistisch dem Film entgegen.

  • Ich denke nicht, dass der Film an den Kinokassen untergehen wird. Dafür ist der heimische Markt viel zu sehr für die Thematik sensibilisiert – insbesondere falls sich ein gewisser Gegenwind formieren sollte. An Buzz wird es dem Film definitiv nicht mangeln.