Ich hasse ja Post, die damit anfangen, dass der Autor beteuert, dass er diesen Inhalt normalerweise nicht posten würde, aber normalerweise würde ich das hier echt nicht posten, weil diese Art von Werbung meistens für alle Beteiligten lediglich ein Paycheck ist. Martin Scorseses Werbung für Dolce&Gabbana mit Matthew McConaughey und Scarlett Johansson fällt da eigentlich auch nicht aus diesem Muster heraus, aber der Spot hat irgendwie gerade komisch mit mir geklickt und ich glaube, dass es hier mehr zu sehen gibt als die Oberfläche vermuten lässst.

Zunächst einmal verleiht der Blick auf die Manhattan Bridge in Verbindung mit der monochromen Schwarz-Weiß-Ästhetik dem Filmchen etwas Zeitloses. Als ob die folgende Szene schon immer stattgefunden hat oder stattfinden könnte. Die beständige Stadt mit Attitüde, die niemals schläft. Als ob sie von unserer Zeitachse unabhängig wäre. Dazu kommt die leere Stadt, ein Kontrast zur Realität. Und dann kommt McConaughey dort in einem Oldtimer angefahren. Die Frau meint, sie hätte einen dringenden Flug, aber die Zeit drängt nicht wirklich. Ein kurzer Trip durch die Straßenschluchten dürfte drin sein – ein letztes Mal. Beide spielen diese Figuren mit Genuss und tragen dick auf.

Das ganze Geplänkel und die Szene wirken extrem aufgesetzt, als ob die beiden schon lange in einer verlassenen Dimension New Yorks ihr Unwesen treiben und sich nur mit diesen Spielchen noch bei Verstand halten können. Danach folgt der nostalgische Blick über die Dächer New Yorks und Viertel, die in verschiedenen Zeiten stehen geblieben sind. Und dann ist ständig die Rede von früher, einem Zustand in der Vergangenheit zu dem man zurückkehren will.

Nachtrag: Ach Mist, gerade beim zweiten Anschauen entdeckt, dass dort ein Arbeiter und ein Concierge vor dem Hotel mit ScarJo warten. Just talking out of my ass then, I guess. Wobei die ja auch mitspielen könnten. Wie auch immer, ich will hier wahrscheinlich einfach nur ein Remake von Quiet Earth in New York sehen. I’d watch it.