thewalkingdeads04e01 AMC

“You know everything’s gonna work out, right?”

Mehrere Monate sind vergangen. Der Governor ist in alle Winde verstreut und die Einwohner Woodburys waren eine willkommene Ergänzung um das Gefängnis endlich auf Vordermann zu bringen. Es gibt Feldanbau im Vorgarten, ein neues Tor wurde gebaut und das Gefängnis mit Holzanbauten und Gardinen wesentlich heimeliger gestaltet. Doch, natürlich, warten die Walker immer noch hungrig vor den Zäunen.

Es ist keine Überraschung, dass ein Staffelauftakt viel Exposition bietet. Doch es ist überraschend, dass The Walking Dead unter dem neuen Showrunner Scott Gimple und den vielen Veränderungen am Settings teilweise so nahtlos in der Erzählung funktioniert. Nach all der berechtigten Kritik der letzten Staffeln gibt diese Folge zuallererst Hoffnung. Hoffnung, dass man Kritik verstanden hat. Hoffnung, dass man sich ein wenig mehr am Comic orientiert. Hoffnung, dass es endlich um mehr geht, als um die direkte Gefahr der Beißer und die damit verbundenen Schockelemente.

Während der folgende Smalltalk-Einstand natürlich in seiner Belanglosigkeit nervt, fängt die Folge noch sehr atmosphärisch dicht an. Rick, der Gärtner, der sich als neuer und friedliebender Mann neu erfinden will und gleichzeitig zu jeder Zeit spürt, dass er sich der Verantwortung gegenüber dieser Welt nicht entziehen kann, ist ein erfreulicher Subplot, der den Charakter wieder breiter aufstellt und die Staffel hoffentlich lange begleiten wird. Ebenso wird Michonne binnen einer Sekunde – und das nur durch ein Lächeln – sympathischer. Vergessen ist die grüblerische Einzelgängerin. The Walking Dead hatte schon immer das Talent dafür reinen Tisch zu machen zum Staffelauftakt. Dies liegt natürlich daran, dass das Vorangegangen so ohne Wert und schwammig war, dass man es einfach nahezu vergessen kann, aber mit einem neuen, fähigen Showrunner kann man das noch ein letztes Mal versuchen.

Die zwei Handlungsstränge der Episode ergänzen sich schön. Auf der einen Seite haben wir den brachialen Umgang und die Zombieeffekte, die durch Ricks emotionale Bewältigung seiner Depression ergänzt wird. Insbesondere die durch das Dach hereinstürzenden Zombies ergeben ein äthetisch ansprechendes Element. Natürlich ist es nervig, dass wir direkt wieder ein paar Red Shirts verlieren, aber man darf davon ausgehen, dass die Gruppe nicht die gesamte Staffel im Gefängnis verbringen wird und im weiteren Verlauf der Staffel eventuell dem Fear The Hunters Plot der Comics auf der Reise nach Norden folgen wird. Daher gehe ich davon aus, dass der Governor und die finale Schlacht im Winterfinale stattfinden werden. Ein paar Nebendarsteller weniger bis zu diesem Zeitpunkt können also nicht schaden.

Teilweise werden gewisse Subplots wie den um Maggies Schwangerschaft wieder aufgewärmt, aber all diese Entwicklungen sind eine willkommene Abwechslung. Die Serie stellt sich breiter auf. Es geht zwar immer noch hauptsächlich um die direkte Bedrohung (Carols Initiative bei der Kindererziehung unterstreicht diese Dringlichkeit), aber die zwischenmenschlichen Momente und der Alltag werden wichtiger und interessanter. Es darf gerne so weitergehen.

Rating: ★★★½☆

divbar

Für alle, denen diese Review nicht reicht, haben René und ich die Folge wesentlich ausführlicher in unserer ersten offiziellen Ausgabe des Werewolves on Wheels Podcasts besprochen. Ich muss sagen, dass ich im Podcast dann doch ein kleines Stück zu negativ bin und mir die Folge besser gefiel als ich klinge.

Shownotes

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Moviepilot: Wir schauen The Walking Dead – Staffel 4, Episode 1
Badass Digest: Zombies Have Conquered Pop Culture: 16.1 Million People Watched WALKING DEAD

MP3: wowcast01.mp3 (118MB)
Soundcloud: Wowcast 01: Walking Dead S04E01 – 30 Days Without An Accident
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