via Indiewire

Es geht nicht viel depremierender als Werner Herzog. Anfang des Jahres habe ich einen kleinen Binge-Watch vollzogen und mir Herzogs Mitt-200er wie Grizzly Man oder Encounters at the End of the World mal wieder angesehen. Es fällt mir immer schwer Herzog dabei nicht komplett zu verfallen. Sein Stil wirkt so simpel, so ehrlich, so distanziert und befremdlich, aber gleichzeitig elegant und empathisch für die Protagonisten seiner Filme.

Ganz ähnlich ist dies so in seiner neuen Doku From One Second To The Next, die er in Verbindung mit allen großen amerikanischen Mobiltelefonfirmen gegen SMS-Schreiben beim Autofahren produziert hat. Erneut erzählt uns Herzog tieftraurige Geschichte mit Opfern und unfreiwilligen Tätern, die gerne zurückgehen würden und in dieser einen Sekunde etwas anderes tun würden als auf das Handy zu gucken, ohne dabei je ein Urteil zu fällen. Dies überlässt er oft dem Zuschauer und den Figuren selbst. Ein kleines, weiteres Meisterwerk von Herzog, das man in jeder Fahrschule zeigen müsste.