The-Hobbit-An-Unexpected-Journey-Poster-3

Vereinigte Staaten, Neuseeland 2012
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Peter Jackson & Philippa Boyens, & Fran Walsh & Guillermo del Toro
Darsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage
Länge: 169 Minuten
Rating: ★★★½☆

“All good stories deserve embellishment.”

Ich habe eine sehr bewusste Entscheidung getroffen. Als jemand, der einen Filmblog betreibt und Reviews schreibt, die von ein paar Leuten gelesen werden, hatte ich zwar das Gefühl, mir Peter Jacksons neuen Film wie vom Regisseur beabsichtigt ansehen und die neue Technologie erfahren zu müssen, aber ich wollte mir die erste Kinoerfahrung aufbewahren und sie ein wenig schützen.

Bei all den negativen Kommentaren, die im Netz zu finden waren, stießen die Kommentare zur erhöhten Framerate und dem 3D besonders heraus. Und als jemand, der solche Effekte schon bei den Fernsehern mit höherer Hertzzahl hasst, wusste ich, dass ich mir den Film in tradtionellem 2D mit 24fps ansehen würde.

Für mich stellte ‘The Hobbit’ eine Möglichkeit dar, zurück nach Mittelerde zu reisen, die Welt der großen Trilogie wieder auf der großen Leinwand zu sehen. ‘The Hobbit’ bietet das und noch mehr. Die Geschichte um den aus dem Auenland mit dreizehn Zwergen ausreisenden Bilbo ist bekannt, wird aber durch viele Szenen, die den Anhängen der anderen Bücher entstammen, unterstützt.

Ich habe eine Schwäche für Kontinuität und dass man die eigentlich leichte, abenteuerliche Hobbit-Geschichte mit Andeutungen auf den Krieg um den einen Ring ausweitete, erfreut mich sehr. Viele sehen darin fälschlicherweise einen Versuch diese Filmtrilogie ebenso episch aufzubauschen wie die erste, aber dabei will Jackson nur so möglich viel wie möglich mit diesen Filmen machen. Das ist ein Unterschied, der nicht jedem klar zu sein scheint.

Das funktioniert natürlich nicht immer. Es gibt Pacing-Probleme und gewisse Szenen könnte man schneiden, aber auch die alten Filme lebten von den ruhigen Momenten, die besonders erst im Kontext der Gesamttrilogie wertvoll erschienen. Für Jackson ist diese Trilogie etwas mehr Auftragsarbeit als Passionsprojekt wie das erste Unternehmen vor 10 Jahren.

Doch als Verantwortlicher für den Erfolg kann man es ihm nicht übel nehmen das Projekt in dem Chaos um MGM, Gewerksschaften und Produktionshölle an sich gerissen zu haben. Immerhin werden diese Filme gemacht, so oder so, es geht hier um Geld. Dann doch lieber er und jetzt. Man kann es dem Mann nicht übel nehmen.

Und wie will man es auch? Für Fans der Welt erweckt er Charaktere zum Leben, die erneut begeistert und verzaubern. Die Setpieces sind enorm, das CGI bis auf wenige Ausnahmen fantastisch und die Welt zeitlos schön. Der Film ist weder zu lang noch zu langatmig und ich möchte keine Szene missen. Dazu ist die Darbietung von Martin Freeman fantastisch. Viele sagen, er sei geboren worden um diese Rolle zu spielen, und sie haben recht.

Worin viele auch richtig liegen, ist, dass HFR nicht gut ist. Zumindest nicht für diesen Fantasy-Film; bei James Camerons 60fps und seinen Avatar-Sequels ist das wieder ein anderes Gespräch. Dass viele kleine, eigentlich Nitpicks, Nörglereien durch die schreckliche Erfahrung der Version in 48fps zu den vielen negativen Kritiken führten, kann ich nach dem zweiten Viewing auch verstehen.

Wenn ihr Mittelerde mochtet, tut euch selbst einen Gefallen, geht ins Kino, schaltet ab, kauft Tickets für 2D und seid glücklich.