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Ich muss da mal etwas korrektieren. Anfang des Jahres habe ich Kevin Smiths Show Comic Book Men ziemlich verrissen. Wie das Leben so spielt, ist die Serie inzwischen ein kleines Wochenhighlight geworden. Das Problem der ersten Staffel war, dass die Leute allesamt keine wirkliche Erfahrung vor der Kamera gehabt haben, das Layout des Stores nicht ideal war und vieles einfach wahllos aneinandergereiht worden war.

Die neue Staffel ist wesentlich gestraffter. Die Folgen sind in der Kürze halbiert worden, was der Serie spürbar gut tut. Die Mitarbeiter des Stores wurden in Schubladen gesteckt, was der Serie aber hilft. Es nervt zwar, dass Walt immer wieder der coole, allwissende Chef ist und Ming immer wieder als Depp hinhalten muss, aber die Serie unterhält und man merkt, dass die Leute mit ihren aufgedrückten Rollen Spaß haben und hinter den Szenen wohl viel Spaß haben. Die Situationen sind zwar immer noch komplett gestellt, passen dafür aber besser in den Rhythmus der kürzeren Show.

Die Themen der einzelnen Episoden wurden auch interessanter, die Sammelsurien der Kunden sind interessanter geworden, es gibt Stargäste (u.a. Stan Lee in der letzten Folge) und es sind tatsächlich echte Leute im Geschäft, die im Hintergrund Comics durchstöbern und kaufen. Dazu wurden Walt, Mike und Ming sichtlich entspannter vor der Kamera. Die Podcastmomente mit Smith wirken zwar immer noch deplatziert, aber sie wurden weniger und dienen mehr als Rahmenhandlung und sind geschickter eingesetzt.

Trotzdem stellt die Serie für mich immer noch eine verpasste Chance dar. Wie es Dan Seitz passend trifft:

The point is, they’re all interesting in their own way. And they’re also all struggling, to various degrees. Keeping a comic book shop open in the twenty-first century is hard. Digital comics are beginning to eat into print sales, they’re reliant on Diamond to get single issues, and the vagaries of publishers can make life difficult for them. A good production company could make a dynamic and interesting story about American small business and what it takes to succeed in a niche.