Da verlasse ich gerade mein hochgeschätztes Seminar um das ansonsten nur streng für wissenschaftliche Zwecke nutzbare Uni-Wifi zu missbrauchen und nun das: Der erste Teaser zu Marc Forsters ‘World War Z’ mit Brad Pitt sieht verdammt bescheiden aus und mir zerbricht es das Herz.

Ich weiß noch ganz genau, als ich das Buch 2008 im Virgin Store am Times Square zufällig fand, kaufte und mich auf dem Rückflug zwingen musste es zur Seite zu legen, weil ich sonst die komplette Awesomeness des Buches in einer Sitzung absorbiert hätte. Klar, Brooks’ Buch hat keinen wirklichen Hauptcharakter und eine dünne Geschichte. Es ist mehr eine episodenhafte Weiterentwicklung seiner Gedanken im Zombie-Survival-Guide mit Charakteren, aber für jeden Fan, der sich einmal dachte “Was wäre eigentlich wenn?” ist es die Bibel.

Wir sind uns ja alle einig, dass eine Adaption besser im Fernsehen aufgehoben gewesen wäre, aber ich habe beide Drehbuchentwürfe von J. Michael Straczynski gelesen (über die wollte ich mal vielleicht einen Audioblogeintrag machen und vielleicht gibt mir die Wut im Bauch jetzt Anlass dazu) und fand sie großartig. Doch die wurden nicht verfilmt! Stattdessen gibt es jetzt GIANT RUNNING WAVES OF ZOMBIES. WHAT. THE. FUCK?!

Man sieht nicht viel, ich schreibe mir hier emotionalen Mist vom Leib und den vollen Trailer gibt’s am Donnerstag, aber das hier erinnert mich stark an CGI-Vampire aus ‘I am Legend’. Hinzu kommt, dass World War Z ohnehin schon unter Produktionsbeschwerden litt und 7 Wochen Reshoots gemacht wurden. SIEBEN WOCHEN. Ich ahne Böses.


via F5

  • Max

    Mochte das Buch auch sehr. Könnten die GIANT RUNNING WAVES OF ZOMBIES vielleicht der Versuch sein, ein neues (visuelles) Element einzubringen, nachdem ja “TWD” (also die Serie) irgendwie die Setting von “WWZ” schon in epischer Breite erzählt und damit eigentlich einen Kinofilm bzw. Franchise zum Thema überflüssig macht?

  • Pred2k

    Diese animierten Zombies sehen für mich auf den ersten Blick aus wie die drecksdringer aus “I am Legend”.

  • Sascha

    Ich kann den Anreiz das leicht verstaubte Konzept von Zombies mal auf Vordermann zu bringen und vor allem visuell ein wenig zu experimentieren durchaus verstehen, aber diese große Abweichung vom Buch, insbesondere der Meinung des Hardliners/Autors Brooks in dieser Hinsicht, schmerzt.

    Und The Walking Dead finde ich alles andere als episch. Die Serie begnügt sich mit kleinen Settings (Camp, Farm, Gefängnis, Dorf) und einer persönlichen Perspektive, während WWZ sich einer globalen Pandemie wirklich annimmt und das vor allem durch die soziopolitische Perspektive.

    Was auch womöglich dadurch verloren gehen kann (nur eine Vermutung), dass man den Interviewaspekt Gerüchten zufolge fallen gelassen hat und Gerry Lane (Pitts Charakter) einen Antivirus finden soll. Ich bin mir da aber nicht mehr sicher, ob ich aktuelle Informationen habe und zuuu sehr will ich mich auch nicht spoilern.

  • Max

    “Und The Walking Dead finde ich alles andere als episch.”
    Ja, das sehe ich auch so. “Episch” ist vielleicht der falsche Begriff. Meinte damit vielmehr: “TWD” erzählt über viele Folgen eine Situation, die bisher so nur in Kinofilmen stattgefunden hat. Die Frage ist, was ein Kinofilm dem außer Schauwerten erzählerisch hinzufügen kann.

    Am Buch fand ich so toll, dass es gelingt, eine globale Katrastrophe auch global zu erzählen. Aber das geht eben nur, wenn es sehr viele Handlungsorte und Figuren gibt. (damit eigentlich keine Protagonisten mehr).

    Dieses Konzept (Fakedoku, Interviewfilm etc) ließe sich vielleicht auf einen Independentfilm (bzw. so etwas soziopolitisches wie “Contagion”) übertragen, aber nicht auf eine MultiMillionenDollar-Produktion, die mit Brad Pitt auch ein klaren Protagonisten hat. Deshalb kann es in “WWZ” eigentlich nur die übliche Heldengeschichte geben, die im Kleinen versucht das Globale zu erzählen. Leider.

  • Laufende Zombies… reicht doch schon um zu sehen, dass des Murks ist.

  • flo

    Egal. Ich schau ihn trotzdem! Bei Zombies und großem Budget setzt mein Hirn aus! *hrrrrnnn* *urggsgss*

  • Sascha

    Wie ich ja oben gesagt habe, halte ich einen Film ohnehin nicht für richtig. Nicht für diese Adaption. Eine Serie wäre eben besser gewesen. Von mir aus auch gerne eine Miniserie, am besten bei HBO. Beim derzeitigen Erfolg von AMC wäre ein Verkauf / Pitch heute nicht mehr so schwierig wie zur Zeit als die Rechte von Plan B Entertainment für einen Film gekauft wurden.

    Und klar, für diesen Kompromiss war ich natürlich bereit. Das mit Pitt ist eben so. Contagion finde ich übrigens ein gutes Beispiel. Aber erst einmal den ganzen Trailer abwarten.
    Wir wissen nichts zum Ton des Films. Das kann viel ändern. Wenn da zwei ET Spacken im VO labern kommt ja kein Flair auf.

  • Nun mal doch nicht alles schwarz und heb dir den Hass für den Trailer oder den kompletten Film auf ;) Obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass Zombies nicht rennen können sollten, finde ich die Idee von wortwörtlichen Zombiewellen schon irgendwie ansprechend. Obwohl sie da im Teaser wirklich ein bisschen zu glatt und animiert aussehen. Ich bleibe allerdings weiter gespannt. Und das, obwohl ich das Buch nicht so toll fand. Die Prämisse schon, die Umsetzung nicht.