Joseph Gordon-Levitt spielt den Jurastudenten Wilee, der das schnelle Leben als Fahrradkurier zu sehr liebt um sich um seine Abschlussprüfung zu kümmern. Als ihm eine heiße Ladung unterkommt, für der spielsüchtige und manische Polizeikommissar Monday (Michael Shannon) bereit ist zu töten, entfacht eine rasante Verfolgungsjagd durch Manhattan.

Gordon-Levitt ist sympathisch und trägt den Film, Michael Shannon channelt seinen korrupten Cop aus Boardwalk Empire perfekt und David Koepps Aufnahmen vom urbanen Manhattan sprießen nur so vor kinetischer Energie. Die Stuntaufnahmen mit echten Fahrradprofis sind atemberaubend und auch der Hauptdarsteller musste nach einem Unfall mit 30 Stichen genäht werden. Besonders herausstechend sind die Szenen, in denen Wilee einem Objekt ausweichen muss und er blitzschnell mehrere mögliche Pfade erkennt und sie im Kopf, für uns aber visuell, durchspielt.

Drehbuchautor Koepp hat mit seinem Regiedebut definitives Talent hinter der Kamera bewiesen, doch seine sonstigen Geschichten sind packender und dichter. Premium Rushs seichte Story ist zwar erfrischend kurz und bündig im überfüllten und komplizierten Sequelkinosommer, aber streckenweise zu dünn und einfach um völlig zu überzeugen.

Rating: ★★★½☆

Das indirekte Sequel zu 2 Days in Paris. Delpy ist mit ihrem Vater zurück, der dieses Mal zu ihr nach New York kommt – samt ihrer Schwester und Chaosfreund. Kulturchaos ohne Ende. Der Vater versucht kiloweise Wurst und Käse durch den Zoll zu schmuggeln und weigert sich dann zu duschen. Urkomisch.

Doch nicht alles bleibt beim Alten: Delpys Charakter ist inzwischen mit Chris Rock zusammen, der überraschenderweise überzeugt, und das in einer eher seriöseren Rolle. Während alle anderen Charaktere Stereotypen und Vorurteile überspitzt ausspielen, ist Rock auffällig ruhig und zeigt andere, ungewohnte Seiten auf.

Wer auf Feel-Good-Filme, am besten noch aus Frankreich und mit Alles-ist-und-wird-gut-Voice-Over am Ende, steht, wird hier vollends befriedigt. Der Rest kann den Film gerne für ein Date aufheben, bei dem der Film nicht im Vordergrund steht.

Rating: ★★★☆☆

Ja, große Lücke hatte ich das als Blogger, Netzfreund und Filmefan, aber sie wurde geschlossen. Pirates of Silicon Valley ist ein Made-for-TV-Film vom Amisender TNT und das sieht man dem Film kontinuierlich an. Aber das heißt nichts Schlimmes. Seine eher mäßige, visuelle Qualität fügt dem ohnehin schlecht gealterten Film eine gewisse Retroqualität hinzu, die sich positiv auf die gesamte Geschichte um Gates und Jobs auswirkt.

Noah Wyle verkörpert Steve Jobs so gut, dass der ihn später einmal bei einer Keynote noch einmal seine Rolle aufleben ließ. Die restlichen Darstellungen sind leider nur Karikaturen ihrer Vorbilder; insbesondere Michael Anthony Hall als nerdiger Bill Gates gefiel mir überhaupt nicht. Die Geschichte ist nett, wenn auch nicht detailliert genug um die wahren Begebenheiten aufzuzeigen. Der metadokumentarische Ansatz gefiel aber sehr.

Rating: ★★★½☆

Brave war zwar in keiner Weise ein Make-or-Break-Moment für Pixar, aber man war schon gespannt, wie Pixar sich nach dem Totalausfall namens Cars 2 zurückmelden würde. Leider ist Brave keiner der originalen und frischen Hits, mit denen Pixar uns seit Mitte der Neunziger in andere Welten versetzte und träumen ließ, sondern eine bereits oftmals rezitierte Disney-Story, die einer Prinzessin auf dem Weg zu wahrer Erkenntnis folgt. Die Animation ist pixarüblich atemberaubend, insbesondere Meridas Haare, für die ein komplett neues Programm geschaffen wurde, stehlen die Show. Doch die Charaktere und Geschichte sind zu flach, einiges wird nicht mehr aufgegriffen und andere Ideen finde ich teilweise zu krass.

Alleinstehend ist Brave sicherlich ein solider Animationsfilm für Kinder. Im Kontext seiner Macher jedoch kann er nicht an die Magie früherer Werke anschließen. Die Einführung einer weiblichen Protagonistin ist nett, aber sie bleibt in der Geschichtsstruktur der archaischen Disney-Tradition gefangen.

Rating: ★★½☆☆