Regie: Marcus H. Rosenmüller
Label: 20th Century Fox
Land/Herstellungsjahr: Deutschland 2011
Laufzeit: ca. 105 Min.
FSK: 12
Extras: Audiokommentar, Kinotrailer, Hochdeutsche Untertitel
Film-Rating: ★★½☆☆
DVD-Rating: ★★★☆☆

Die Berlinerin Amrita zieht mit ihrer Kommune und ihrer zwölfjährigen Tochter Lili sowie ihrem Sohn Fabian von Kreuzberg auf einen geerbten Hof in Bayern um dort ein Therapiezentrum zu gründen. Weil Bayern 1980 noch erheblich konservativer war als heute, ergibt sich natürlich der Kulturkampf schlechthin. Die Hippies werden dank Mantas im Garten, orangenen Gewändern und freier Liebe von den Nachbarn naserümpfend beobachtet und sogar als Terroristen gehandelt.

Unter alledem leidet am meisten Tochter Lili, die keinen wirklichen Anschluss in der Schule finden kann. Insgeheim wünscht sie sich eigentlich ein ganz normales Familieneben wie das der anderen Kinder in ihrer Klasse. Wie bereits in seinem Erfolgsfilm „Wer früher stirbt, ist länger tot“ schaut sich der bayrische Regisseur Marcus H. Rosenmüller seine Heimat durch die Augen eines Kindes an und findet dabei interessante Aspekte. Die Demaskierung, wenn sie denn nach der Abhandlung jeglichen erdenklichen Hippie-Klischees passiert, ist zwar ehrlich, aber nicht tiefgehend genug um zu befriedigen.

Denn das Drehbuch weiß nie genau, was es denn sein will: Komödie oder Drama? Stellvertretend für diese Diskrepanz wäre die Eskalation des Konfliktes auf dem Dorffest zu nennen, an dessen Ende sich das ganze Dorf mit den Hippies einen ulkigen Kampf liefert, nach dem nichts passiert. Es gibt keine Konsequenzen. „Sommer in Orange“ ist dennoch ein unterhaltsamer Film, inklusive lustigen Figuren, guten Dialogen und einer guten Prise Humor.

Regie: Tim Boxell
Label: Imperial Pictures/KNM Home Entertainment
Land/Herstellungsjahr: Neuseeland 1997
Laufzeit: ca. 90 Min.
FSK: 16
Extras: Trailer
Film-Rating: ★☆☆☆☆
DVD-Rating: ★☆☆☆☆

Amy zieht zurück in die heruntergekommene Blockhütte, in der sie aufgewachsen ist. Dort will nichts funktionieren und dazu plagt sie noch eine Ratteninvasion. Auf dem Weg nach Hause bleibt auch noch ihr Auto liegen. Zum Glück trifft sie den jungen Biologen Marshall von der Universität in Minnesota, der sie nach Hause fahren kann. Marshall forscht in der Gegend, da alle Tiere und Insekten verschwunden sind. Daheim angekommen müssen die beiden feststellen, dass das Haus nicht von Ratten, sondern mutierenden Echsen befallen ist, die besonders hungrig auf Menschfleisch sind und sich rapide an die Tötungsversuche genetisch anpassen können.

„Echsenjagd“ ist eine neuseeländische Low-Budget-Horror-Produktion aus dem Jahr 1997, die jetzt in Deutschland veröffentlicht wird. Das liest sich nicht nur so, sondern sieht auch so aus. Regisseur Tim Boxell hat nicht ohne Grund nie wieder etwas von Wert gemacht, genau wie seine Drehbuchautoren. Die hier dargestellten Personen als eindimensional zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung für die Brillanz der Charaktere aus „Transformers“.

Die Dialoge sind oberpeinlich, ebenso wie die Geschichte, in deren Tiefgang nicht einmal die kleinen, titelgebenden Echsen ertrinken könnten. Dabei sehen die mutierenden Echsen für das geringe Budget noch ganz manierlich aus und die Spezial-Effekte sind effektiv und ekelig. Aber leider ist hier alles andere so schlecht, dass es schlecht bleibt und nicht wieder lustig wird. Dafür fehlt dem Film einfach der gewisse Charme. „Echsenjagd“ ist todlangweilig, staubtrocken und kein Trash, sondern purer Schrott.

Regie: Fred Cavayé
Label: Koch Media
Land/Herstellungsjahr: Frankreich 2010
Laufzeit: ca. 84 Min.
FSK: 16
Extras: Making of, Trailer
Film-Rating: ★★★★☆
DVD-Rating: ★★★☆☆

Samuel ist ein netter Durchschnittstyp. Er arbeitet als angehender Pfleger im Krankenhaus, kümmert sich gut um seine hochschwangere Frau und hilft alten Frauen über die Straße. Man mag ihn sofort. Als er eines Nachts seinem Patienten Hugo das Leben rettet, erfährt seine Routine eine dramatische Wendung: Ein Einbrecher schlägt ihn bewusstlos und entführt seine Frau.

Um sie zu retten, muss er Hugo aus dem Krankenhaus schmuggeln. Der ist nämlich Herzstück eines Verschwörungskomplotts und soll eliminiert werden. Eine rasante Verfolgungsjagd durch die dunklen Straßen von Paris entbrennt. Fred Cavayé hat sich als einer der vielversprechendsten Regisseure des französischen Films in den letzten Jahren hervorgetan. Nach seinem gefeierten Thriller „Pour Elle“ („Ohne Schuld“, 2011 von Paul Haggis als „72 Stunden“ neu verfilmt) schafft er es, sich in seinem neuesten Werk selbst zu übertrumpfen.

Dabei verspricht „Point Blank“ nicht mehr zu sein als er ist, hält aber verbissen zu seinem Wort und lässt den Zuschauer über die gesamte Laufzeit von 84 Minuten nur kurz aufatmen, bevor er erneut in eine fantastische Verfolgungsszene nach der anderen geworfen wird. „Point Blank“ ist ein französischer Thriller der neuen Schule mit Noir-Elementen, guten Schauspielern und einer typischen, aber einnehmenden Geschichte, die sich locker gegen Produktionen aus Hollywood behaupten kann und keinerlei Remake bedarf.
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Diese Reviews erschienen zuvor in der Multi-Mania, in die ihr alle mal reinschauen solltet.

  • Marcus Rosenmüller müsste ein rotes Tuch machen. Er macht quasi französische Filme auf deutsch mit deutschem Flair :P

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