Clara schreibt mir:

guten tag sascha,
ich hätte eine bitte an dich, könntest du diesen offenen brief an die öffentlich-rechtlichen tv-sender auf deinen blog posten? […]

Clara ist noch Schülerin der 10. Klasse, was diesen Brief noch wichtiger macht, weil sie noch mehr “Zukunft ist” als ich. Außerdem bin ich angehender Lehrer und wenn Schüler so etwas tolles fabrizieren, bin ich sofort gewillt da mal bisschen Werbung für zu machen. Stimme dem Brief natürlich in jedem Wort zu. Deutschland kann Qualitätsfernsehen machen, aber die Frage ist, ob die Verantwortlichen das auch wollen.

Sehr geehrte Verantwortliche der Öffenttlich-Rechtlichen Sender,

“Denken Sie daran einen deutschen Ableger ihres Senders HBO ins Leben zu rufen?”, wurde der Chef eben dieses amerikanischen Erfolgssenders gefragt. Seine Antwort darauf war: “Wieso sollte ich, wenn die ARD und das ZDF kein ordentliches Fernsehen machen, ist es euer Problem.”¹
In dem Artikel der TV Spielfilm², der mich auf die Idee gebracht hat, diesen Brief zu schreiben, stand auch, dass Deutschland die Chance auf eigenes hochkarätiges Fernsehen hat, ähnlich dem, welches HBO oder auch die BBC produzieren. Zusätzlich wurden drei Sender genannt, die sich zu einem deutschen HBO mausern könnten. Denn ein Erfolgsgeheimnis für gutes und anspruchsvolles Fernsehen liegt darin, nicht von Quoten abhängig zu sein und dementsprechend auch Experimente wagen zu können.
Diese Vorraussetzung erfüllen in Deutschland, neben Sky, die Öffentlich-Rechtlichen. Es ist eine Freiheit, die Ihnen unglaubliche Möglichkeiten bietet und sie außerdem privilegiert. Dieses Privileg sollten Sie nutzen allein schon in Ihrem eigenen Interesse, denn Ihre Daseinsberechtigung besteht nur noch darin, dass Sie die Tagesschau produzieren, zur Belustigung der Senioren beitragen und hin und wieder mal einen guten Tatort liefern.
Wenn Sie also wieder als bedeutende Fernsehsender gelten wollen, die zu Recht die Plätze eins und zwei auf unseren Fernbedienungen belegen und das nicht nur in den Altersheimen der Republik, dann seien Sie mutig!
Sie haben den Freiraum, um großartige Serien und Filme zu produzieren und ich bin sicher, dass es genügend kreative, junge Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler gibt, die sich riesig über die Chance freuen würden, gutes Fernsehen machen zu können! Auch bin ich mir sicher, dass niemand, der heute die GEZ-Gebühren bezahlt, sich darüber aufregen wird, dass Sie neue Pfade beschreiten, selbst wenn es kein Erfolg werden sollte.
Und wenn Sie diese Pfade beschreiten, dann machen Sie auch darauf aufmerksam!
Zeigen Sie, was Sie haben und zwar nicht zu undankbaren Zeiten (Anm.: Beispiel 1 und 2), sondern zur Primetime und nicht auf einem der kleinen Ableger, sondern im Hauptprogramm! Und wenn Sie diese Highlights in Ihrem eigenen Programm ankündigen, dann bitte auch im Geiste der Sendung und nicht wie den neuen Rosemunde-Pilcher-Film, denn damit haben Sie schon potentielle Zuschauer verloren und falsche Erwartungen bei Ihren Zuschauern geweckt.
Bitte tun Sie sich und uns den Gefallen, endlich gutes Fernsehen genießen zu können, ohne extra dafür bezahlen zu müssen und geben Sie uns die Hoffnung in das deutsche Fernsehen wieder, das gefühlt nur noch der akuten Volksverdummung oder als Schlafmittel für die über 60-Jährigen dient. Lasst uns nicht mehr in dem Glauben, nur die Amerikaner und Briten können hochkarätiges Fernsehen machen und zeigen Sie, dass Ihnen nicht nur die alte Generation wichtig ist, sondern auch die Hoffnung auf eine Zukunft Ihnen etwas bedeutet!

Mit freundlichen Grüßen,
Clara Siepmann

¹ Bezug auf ”Fernsehen für Profis” von Rüdiger Meyer, erschienen in der TV Spielfilm XXL 18/12, Seiten 8-9.
² Rüdiger Meyer, aaO.

Ich habe Clara gefragt, ob Sie damit einverstanden ist, wenn ich ihre Mail-Adresse veröffentliche und sie hat zugestimmt und um Feedback gebeten. Dann mal auf. Kommentare gehen natürlich auch. Und einen Blog sollte sie sich auch anschaffen, wenn es nach mir geht.

  • Jann

    Das vielgelobte HBO ist ein Privatsender (im Besitz von Time Warner), für den man sehr wohl bezahlen muss. Der Brief und die Situation von ARD/ZDF sind eher ein Argument für die Abschaffung derselben, als für einen weiteren Versuch, in dieser Bürokratiemaschine noch irgendetwas zu richten.

  • Ich gehöre zu diesen im Brief erwähnten jungen, kreativen Filmschaffenden und kämpfe seit Jahren um Jobs in diversen Projekten auch in den ÖR. Doch abgesehen von Praktika hat man es schwer einen Fuß in die Tür zu bekommen. Die Praktika halten auch bei weitem nicht das, was sie versprechen. Im Gegenteil. Ich kann das Wort Praktikum schon nicht mehr hören, so viele habe ich schon hinter mir. Und so bleibt einem als kreativer Regisseur keine andere Wahl als auf das Internet auszuweichen.

  • Klasse Brief, vielleicht rüttelt er endlich die Programmdirektion wach. Dass die Öffentlich-Rechtlichen im Stande sind, tolle Formate zu produzieren, spreche ich ihnen nicht ab. Das Problem sehe ich vielmehr darin, dass diese in Randzeiten oder nciht von jederman empfangbare Spartenprogramme gepackt werden. zdf_neo ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber warum wird das “junge” Publikum ausgelagert? Sollten wir nicht auch zur Zielgruppe des “Ersten” und “Zweiten” gehören? Leider kennen viele die neuen Digitalsender noch nicht einmal!

  • Max L.

    Nach einem halbjährigem Auslandsaufenthalt in den USA habe ich, zurück in Deutschland, erst mal meinen Fernseher verschenkt. Ich stimme Clara vollkommen zu!

  • Reinhard

    Mich würde mal interessieren, wieviel vom Gesamtbudget der Sender wirklich in die Produktion vom Programm geht und wieviel in die Verwaltung oder einen “Wasserkopf”.
    Die Sender müssen ja angeblich immer mehr sparen. Warum? – Die Gebühren werden doch nicht weniger, sondern eher mehr. Trotzdem werden die Budgets für Filme und Serien städnig gekürzt. Kann mir das mal einer erklären?

  • Jonny

    Ist ja nett gemeint, aber der Ansatz ist naiv. Die Öffentlich-Rechtlichen haben als Zielgruppe sicherlich nicht 10. Klässler im Visier, denn davon gibt es weit weniger, als Rentner, Frührentner, Mittfuffziger oder Altachtundsechziger. ARD und ZDF sind demographisch anders ausgerichtet – Hochglanzproduktionen für einen Bruchteil des demographischen Spektrums sind einfach nicht drin, vor allem auf Grund der Finanzierung durch GEZ-Gebühren.

  • Sibille

    Ich lebe seit fast 2 Jahren in Irland und habe in Ermangelung genügend irischer TV-Sender (3 oder 4 glaub ich) das komplette UK-Programm und fast alles Sky-Sender.
    Nach 2 Jahre mit diesem TV-Programm muss ich sagen, dass die zwar einige gute Sachen mal dazwischen haben (zu fast 95 % von HBO oder amerikanischen Sendern), aber uns hier auch bergeweise mit Mist und/oder elendigen Wiederholungen zuwerfen.
    Es ist anderswo also nicht unbedingt besser als zuhause in Deutschland.
    Jedes Mal wenn ich dann mal zuhause in Deutschland bin, bin ich erstaunt, wieviel Mist mal wieder im TV läuft. Und das quer über alle Sender, nicht nur die Privaten, sondern auch die ÖR.
    Es ist nicht alles schlecht. Wie schon mehrfach erwähnt wurde, gibt es die Sender wie Phönix, ZDF Neo und Co. die echt gutes Material haben, aber leider oft auch zu nachtschlafener Zeit.
    Es muss auf jeden Fall etwas in der deutschen TV-Landschaft passieren, damit wir nicht so langsam nach und nach verblöden.
    Und wer, wenn nicht die ÖR, sollten doch endlich mal ihre Möglichkeiten nutzen und gutem Film-Nachwuchs Chancen geben, was tolles für die Prime-Time zu produzieren.
    Ich bin zur Zeit echt froh, dass ich durch meinen Umzug nach Irland keine Gema-Gebühren mehr zahlen muss.

  • Nalexander

    Stimme voll mit TeeKay ueberein.

    Zunaechst einmal muss ich aber Clara loben, sie hat unheimich viel Mut aufgebracht und sich toll engagiert, weiter so.

    ABER, leider fand ich Deine Meinung schlecht recherchiert.
    Ich lebe in den USA und arbeite fuer unseren oeffentlich-rechtlichen PBS Schwestersender als Produzentin.
    ARD/ZDF kann man in keinem Fall mit HBO vergleichen. HBO ist ein privater Sender, den man nur beziehen kann, wenn man sich in den USA teures, privates Kabelfernsehen leistet. Dazu muss man dann auch noch HBO selber abbonieren, nochmal teures Geld, was dann zusammen im Monat einige hundert Dollar kosten kann. HBO kann so schoene Programme herstellen, weil sie eben so viel Geld verdienen. Ebenfalls in der gleichen Sparte liegt Showtime, bekannt fuer die geniale Serie Dexter.

    Ein Vergleich mit den amerikanischen oeffentlichen Sendern waere da viel angebrachter, denn diese produzieren zwar einige wunderbare Programme, allerdings sind diese auch eher auf die aeltere Generation ausgerichtet – oder auf die ganz jungen. Ausnahmen bestaetigen hier natuerlich die Regel. Einige schoene Produktionen gibt es dort dann schon, aber das kann man ja, wie Du auch erwaehnst, im deutschen Fernsehen ab und zu mitbekommen.

    Trotzdem muss ich Dich hier eben mal kuerz ruegen, denn die Recherche, liebe Clara, lag leider daneben. Die ARD und ZDF mit privaten, millionen schweren Produzenten wie HBO zu vergleichen, ist Dir leider nicht gelungen.

    Ich verstehe allerdings, was Du damit bezwecken moechtest. Die Idee ist gut. Ich stimme voll mir Dir ueberein, dass oeffentlich-rechtliche Sender mehr Wert auf juengere Zuschauer legen sollte.

    Aber wenn Du hoffst, demnaechst eine deutsche Game Of Thrones oder True Blood Produktion zu sehen, muss ich Dich enttaeuschen. :-)

  • Ja, das ARD und ZDF sollten mutiger werden! Wenigstens so mutig, wie sie es einmal waren!

  • martin

    @Reinhard
    also das Gesamtbudget der ÖR ist ca. 9 Milliarden Euro pro Jahr (nur durch eure Gebühren. Werbung machen die inzwischen ja auch obwohl es ursprünglich ja verboten war. Hier wurden einfach die Gesetze entsprechend “angepasst” von den Politikern die – um die ganze ÖR-Sache noch komplizierter, unflexibler und teurer machen – mit in den Verwaltungsräten der Länder sitzen und trotz völliger Ahnungslosigkeit mitbestimmen können.

    was gestrichen werden könnte ist meiner Meinung nach ganz einfach. Schaut man sich die
    inflationäre Entwicklung der Anzahl der öffentlich-rechtlichen Radio und TV Sender in Deutschland an kann man nur den Kopf schütteln. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36329/umfrage/radiosender-anzahl-oeffentlich-rechtliche-und-private-seit-1987/

    Hier mal ein paar Haarsträubende Auszüge aus der ÖR Verschwendungssucht:

    – öffentlich-rechtliche Radiosender: 62
    – öffentlich-rechtliche TV Kanäle: 36
    – Die Anknüpfung der Gebührenpflicht an das “Vorhalten” eines “Rundfunkempfangsgerätes” ist antiquiert und absurd. Die GEZ könnte abgeschafft und die Kosten von ca. 300 Mio. Euro im Jahr eingespart werden.
    – Jauch kassiert 4500 Euro pro Minute (ca. 10 Mio. Vertrag) (hätte es sicher günstigere gegeben)
    Polit-Magazinen kommt „Fakt“ (MDR) mit 3284 Euro pro Sendeminute
    „Monitor“ dagegen verbraucht 5009 Euro – 52 Prozent mehr.
    „Anne Will“ ist mit 3164 Euro
    Menschen bei Maischberger“ (1552 Euro)
    Maybrit Illner“ (ZDF, 1893 Euro).
    – 450.000 Euro bekommt Monica Lierhaus dafür bekommen, dass sie für die ARD-Fernsehlotterie wirbt. Bischen viel für die paar Minuten Arbeit!! (einer meiner pers. Favoriten)

    – Innerhalb der Gebührenperiode (2009 bis 2012) hat sich der Aufwand für die Spartenkanäle (ZDFneo, ZDFinfo und ZDFtheaterkanal) sogar versiebenfacht.
    – Onlinekosten: 610 Millionen Euro. So werden für die Seite „sportschau.de“ allein in diesem Jahr 1,75 Millionen Euro, für „boerseard.de“ 1,48 Mio. Euro und für die Digitalkanäle 1,17 Mio. Euro bewilligt. Für neue Portale wie „KiKaninchen“ und „KiKaplus“ gibt es jährlich 500 000 Euro.
    – Der ARD-Videotext kostet den Gebührenzahler in diesem Jahr stolze 78 Mio. Euro.
    – Aus aktuellem Anlass (Stichwort Rente): Allein für Kosten der Altersversorgung wollen die Anstalten 228,7 Millionen Euro mehr. Insgesamt erhalten ARD und ZDF bis 2012 unglaubliche 2,35 Milliarden Euro allein für Pensionskosten. Durch geringere Zinserträge fehlen bei der Altersvorsorge 320 Millionen Euro. Aus den Gebühren erhält die ARD deshalb seit Jahren extra einen zweckgebundenen Anteil von 25 Cent.
    – Sport ist mit Abstand der größte Kostenblock (Z.B. im ersten Fernsehprogramm 27,7 % der Erstsende-Selbstkosten, Stand 2010) und da außer Fussball ja nichts brauchbares in der Sportschau kommt ist klar wer die abstrusen Gehälter der Herren Fussballer bezahlt. Danke ÖR…

    Auch wenn man nur kurz an der Oberfläche kratzt sieht man schnell dass hier durch Korruption und Parteieinfluss einiges schief läuft. Ziel der ÖR sollte ursprünglich mal dazu dienen die Menschen in Deutschland mit einem minimum an Informationen zu versorgen. Von Geld zum Fenster raus werfen (Pokerspiele um millionenschwere Fussballrechte etc.) und Unterhaltung war nie die Rede. Außerdem sollen die ÖR keine Konkurrenz zu den privaten sein. Sie sollten eigentlich unabhängig sein. Ist leider nicht (mehr) der Fall.

  • Karlheinz

    Man sollte ganz einfach die Wahl haben ob man für so ein Sender zahlt oder nicht. Dann können die von mir aus auch das nächste Dschungel Camp ausstrahlen. Die sollten sich auf dem Markt genauso rechtfertigen müssen wie jeder private Sender auch.. dann ist die Motivation ganz anders, an der Qualität des Senders zu arbeiten. Das Problem ist man wird es nie schaffen den Geschmack von jedem Zuschauer zu treffen auch wenn Tatort noch so toll sein soll. Irgenwelchen Leuten gefällt es nicht und die müssen dann für etwas Zahlen was sie nicht nutzen wollen!

  • Liebe Clara!

    Ich selbst arbeite in der Medien-/TV-Branche und habe einen netten Einblick in jene.

    ARD und ZDF mögen nicht das Potential zu einem “HBO”-Kanal haben, denn ihre Art der Finanzierung ist eine andere und ich vermute, dass die Aufträge an einen Sender wie HBO, oder generell die Aufträge an Sendeanstalten im Ausland anders ausfallen, als der Gesetzgeber in Deutschland es von den ÖR-Sendern (und auch den Privaten) fordert.
    In Deutschland müssen die Sender Bildung, Information, Unterhaltung und xxxxx (ich vergesse Nummer 4 stets) in einem festgelegten Maß liefern. Ein Sender darf also nicht ausschließlich Unterhaltung oder nur Bildung senden. Das ist sehr wichtig, denn im zweiten Weltkrieg wurden die Medien für Meinungsmache und Propaganda missbraucht, danach wollte mit dem sog. Adenauer-Fernsehen weiterhin die Politik in den Medien mitmischen. Das hat man erfolgreich unterbunden – und darauf sollten wir stolz sein. Man sollte auch wissen, was die Medien NICHT tun.
    Zugegebenermaßen hat man viele viele Jahre den öffentlich-rechtlichen Zug in eine Sackgasse gefahren. Besonders um die junge Zielgruppe hat man sich wenig bemüht.
    Der Weg heraus führt, und das machen die ÖRs hier gar nicht mal so schlecht, über die Spartensender. Schau dich mal in der Senderlandschaft um, wie viele ÖR-Spartenkanäle es gibt – es sind beeindruckend viele. Und ihr Programm ist auch für junge Menschen attraktiv.
    Die privaten Sender machten es vor: Vox war lange Zeit der “Ausprobierkanal”, und sobald eine Sendung gut ankam, hat man sie auf die Hauptsender portiert. Das Gleiche passiert nun auf den ÖR-Spartenkanälen.

    Es gibt Hoffnung.

    Der größte aktuelle Fehler: Gutes Programm kommt zu unmöglichen Zeiten. Eine Umprogrammierung seitens der Sender wäre der wichtigste Schritt.

  • Daniel

    Liebe Clara,
    ein schöner Brief, Danke für Dein Engagement.
    Die Sache hat nur einen Haken:
    HBO lebt von Abonnenten. Das sind Menschen, die sich freiwillig entschieden haben, für das Programm von HBO monatlich Geld zu zahlen, weil ihnen dieses Programm gut gefällt. HBO muss also ein gutes Programm machen, um diese Abonnenten nicht zu verlieren.
    ARD und ZDF sind so dermaßen unabhängig, dass sie es überhaupt nicht nötig haben, gutes Fernsehen zu machen. Sie bekommen Ihr Geld von Menschen, die einen Fernseher besitzen. Ob diese Menschen ARD und ZDF schauen, oder ob sie überhaupt Fernsehen schauen, das ist völlig egal. Sie müssen zahlen. Und bald wird es für ARD und ZDF noch besser: Dann muss jeder für ihr Programm zahlen, auch wenn er keinen Fernseher besitzt. Was Du bei ARD und ZDF siehst, ist deshalb nicht das, was den Zuschauern gefällt, sondern das, was Politiker, Intendanten und sogar Kirchenleute für gut halten.
    Liebe Clara, schreib Deinen Brief lieber an Sky oder RTL.
    Beste Grüße,
    Daniel

  • Christian

    Ich habe den Brief auf Facebook auch mal geteilt, obwohl ich mich nicht zu den über 60-jährigen zähle und dennoch auch ARD oder ZDF sehe. Leider fehlt mir in dem Brief, was das Mädel konkret unter Qualitätsfernsehen und mutige Experimente versteht. Ich lese da nur Spielfilme. Ich finde aber dass es dort schon recht gute Dokus gibt. Und neben Unterhaltung sollte Qualitätsfernsehen auch Bildung enthalten und zwar mehr als nur Quizze. Dennoch finde ich den Brief lesens- und bedenkenswert

  • numa

    wenn ich so etwas schon wieder lese–seniorenfernsehen–JA UND? haben die kein recht “IHR” programm sehen zu können? die privaten machnen doch eh nur programm für die jahre 0 – 49–reicht das angebot da nicht? ich bin heilfroh dass bei den öffentlich rechtlichen der anspruch ein anderer ist–außerdem ist bei den digitalen sendern der öfftl. rechtl. ein immenses programm für die jugend täglich zu empfangen–ich verstehe die diskussion nicht!

  • Stephan

    Ist ja ein ganz netter Brief, doch solange das Staatsfernsehen indirekt von der Politik bezahlt wird, sieht man eben nur noch Talkshow mit Politikern (wie uebrigens in keinem anderen Land der Welt) und Belustigungen der alternden Gesellschaft (was ja an sich nicht schlecht ist). Zuletzt kommt noch dazu, dass Fernsehen einen ganz anderen Stellenwert hat als in USA zum Beispiel und Einschaltquoten mit der (weltweit) geringen deutsch-sprechenden Bevoelkerung eben auch nur bedingt vermarktbar sind. Das alles fuehrt dazu, dass die Budgets eben nicht dar sind.
    Zuletzt muss man auch realistisch sehen, dass eine staatlich-finanzierte Behoerde niemals effektiv arbeiten wird. Der gut geschrieben Brief erinnert mich irgendwie als fordere man von der Deutschen Post, dass sie Weltkonzerne wie UPS oder Fedex in USA angreifen.

  • Sonny

    männlich, Anfang 30, gebildet, selbst in der Film- und Fernsehbranche, sucht adäquates Fernsehprogramm. Bin leider nicht Soap-Kompatibel, Volksmusik-Affin oder Pilcher-Freundlich.
    Mag zwar gute Dokus, aber es darf gerne mehr Fiction sein- aber vielleicht mal nicht zum 100.000tausendesten mal aus sicht des sympathischen Ermittlerteams der Polizei. Vielleicht mal was über deutsche Rockerkriege? Oder libanesische Mafiosi in Berlin? Oder die badische Revolution von 1848? Oder den Krieg gegen Frankreich 1871? Oder mal ne abgrundtief schwarzhumorige Politik-Satire (Stoff hätten wir ja zur genüge)? Oder.. hoppala! Da gibt es ja DOCH spannende deutsche Themen @ Christian S!
    Es geht ja nicht darum, den Rentnern das Alpenglück am Freitag Abend oder den Kids die gefallene Eisprincess im Vorabendprogramm wegzunehmen. Es geht um Ausgewogenheit. Und an der fehlt es, das ist einfach nicht von der Hand zu weisen.

  • ThomasL

    Danke, der Brief spricht mir aus der Seele.
    Auch für den “älteren Normalo” (um die 40, mittlerer Bildungsabschluß) findet sich heutzutage kein Sender. Und wenn tatsächlich einmal (in meinen Augen) gutes Unterhaltungsfernsehen in den ÖR läuft, wird so wenig Werbung dafür gemacht, dass es sich doch wieder niemand ansieht. Schlimmstenfalls wird komplett abgesetzt, weil kein Interesse zu sehen ist.
    Gegenbeispiel ist die in den USA preisgekrönte Serie “Breaking Bad”, welche bei uns bereits 3 Staffeln lang im Programm von arte zu sehen ist. Werbung? Null. Ohne Mundpropaganda hätte ich diese intelligente, facetten- und actionreiche Serie einfach verpasst. Oder – wie wenige andere, sehensreiche File und Serien – einfach (illegal) aus dem Internet geladen. Ohne Quotenmessung.

    Zu einem anderen Punkt, der oben bereits erwähnt wurde: den Sendezeiten.
    Tatsächlich werden interessante Programme selten zur Prime Time ausgestrahlt, sondern am späten Abend nach 22.15 Uhr – einer Zeit, an der es arbeitenden Menschen schwer fallen dürfte, sich noch 45 Minuten oder länger vor dem TV aufzuhalten, ohne am nächsten Tag ziemlich müde dreinzuschauen. Ja, es gibt technische Möglichkeiten, zeitversetzt zu schauen, ob per Heimaufnahme oder Mediathek. Aber dann fehlt der Impuls des Sendetermins, und so verpassen die ÖR wieder ein breites Publikum.

    Das sind natürlich nur erste Gedanken, gespickt mit sehr persönlichen Erfahrungen.

    Ich hoffe, dass der Brief und auch die Kommentare dazu beitragen, die Fernsehlandschaft in Deutschland zu verbessern.

  • Andy

    Also ich finde es schade, dass die ganzen interessanten Wissenschaftssendungen, Politsendungen und Dokus der ÖR immer nach 21/22 Uhr kommen, wo man eigentlich sich bald überlegt ins Bett zu gehen, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

    Direkt wenn man nach Hause kommt, kommt leider nur Schrott. Vor allem diese unnötigen billig produzierten Laber-Serien regen mich auf (Marien-Hof-dings, etc.). Ich weiss nicht, warum man hier nur eine Zielgruppe bedient…Warum können diese Serien nicht nachts kommen?

  • Bastian

    Hallo,

    ist eigentlich die Echtheit des Briefes durch mehr belegt als eine Mailadresse? Zum Beispiel welche Schule in welcher Stadt?

    Neben dem Satzbau und der Inhaltstiefe ist vor allem die Wortwahl sehr untypisch für eine Schülerin der zehnten Klasse, denn es sind viele branchenspezifische Worte und auch unbekanntere Worte dabei: privilegiert, Primetime, Geiste der Sendung, Rosamunde-Pilcher-Film.

    Dazu noch eine Perspektivübernahme, um die Lage aus der Sicht der ARD zu kommentieren: “denn Ihre Daseinsberechtigung besteht nur noch darin…”

    Kurz: Ich traue sprachlich und inhaltlich keiner Schülerin der zehnten Klasse zu, diesen Brief tatsächlich selbst geschrieben zu haben.

  • Mutiges Mädchen, toll geschrieben und den Nagel absolut auf den Kopf getroffen. Die Hoffnung auf eine Verbesserung des deutschen Fernsehens besteht, doch ist die aufkeimende Resignation ob der Ignoranz der Verantworlichen leide rnicht von der Hand zu weisen.

  • Ich freue mich über einen so angenehmen, recht sachlichen und treffend formulierten Brief einer 10.-Klässlerin. Liebe Clara, ich kann Dir nur zustimmen! Vor zwei Jahren haben meine Familie und ich das Fernsehen aufgegeben, die Kiste ist nur noch mit dem DVD-Player verbunden, um gute Filme und Dokumentationen sehen zu können. Der Grund liegt auf der Hand: Wir haben alle besseres zu tun als uns irgendwelche langweiligen oder gar bösartigen Sendungen, wie Sie von manchen Privaten produziert werden, anzusehen. ARD und ZDF sehen wir schon lange nicht mehr – die Filme sind langweilig, der Polittalk ist langweilig – es ist alles verstaubt und uninteressant. Selbst die Tagesschau sehen wir nicht mehr. Warum gibt es nicht mehr Dokumentationen? Die BBC hat mit ihren Doku-Reihen doch hervorragende Vorreiter-Arbeit geleistet. Wieso ist das nicht auch hier in Deutschland möglich? Warum werden keine kritischen Berichte zu politischen oder gesellschaftlichen Themen mehr gebracht? Wo überhaupt ist unsere Kritik an den Missständen in Politik und Gesellschaft hin? Ist sie nicht, ebenso wie der mündige Bürger, Basis unserer Demokratie? Häufig stoße ich bei Entscheidungen, die ich treffen soll, an meine eigenen Wissensgrenzen – wie soll ich als mündiger Bürger fungieren, wenn mir Infos fehlen, die ich leicht aus mehr Transparenz gewinnen könnte? Sind denn die öffentlich-rechtlichen Sender, für die wir alle Monat für Monat Gebühren zahlen, nicht durchaus in der Lage, diese Transparenz verfügbar zu machen? Und wenn sie dazu in der Lage sind – wovon ich mal schwer ausgehe – warum tun sie es dann nicht? Wissen ist Macht und die gehört wieder zurück in die Hände des mündigen, wissenden Bürgers! ARD und ZDF haben den öffentlichen Auftrag, hier ihren Beitrag zu leisten. Ich unterstütze den Brief. In allen Punkten.

  • Philipp
  • Hallo Zusammen,

    dieser Brief hat mir so unfassbar aus der Seele gesprochen …
    wir suchen für unsere Webserie/TV Serie schon seid Jahren Investoren oder einen Sender der uns ausstrahlt. Leider fehlt hier der Mut bei den Sendern.
    Tatsächlich haben wir mit unserer Serie einfach mal so konzipiert das wir sie uns selber angucken würden und nicht so, das sie gekauft wird da sie dem akutellen TV-Trend entsprechen:
    http://www.notrb.biz/media-center/player/flash/video/story/11.html?tx_mediacenter_pi1%5Breiter%5D=story#v11
    Sicherlich unternehmerisch ein Fehler – ideologisch aber genau das was den öffentlich rechtlichen bzw. der gesamten deutschen TV Landschaft fehlt und gefördert werden sollte.

    Ein umdenken bei öffentlich rechtlichen – weg von: was sind die Erfolgsrezepte der Privaten zu einem: wir bereichern das Programm der Privaten – wäre durchaus angebracht, und ist ja auch der ursprüngliche Auftrag.
    liebe Grüße und höchste Achtung an Clara

    Frank Dahlmann

  • Hansi

    Jubel. Applaus. Auf den Punkt. Leider fehlen immer noch überzeugende Programm-Konzepte.
    Eigener Rentnersender als Ghetto für Menschen, die lieber Volksmusik und seichte Serien sehen?
    Aktuell gibt es zu viele Sender die angeblich Spartenprogramme machen. Es erinnert ein wenig an die Landschaft der politischen Parteien. Offensichtlich glauben die “Macher” immer noch an alte demographische Werte. Jaguar fahren, Grüne wählen, als aktiver alleinerziehender DJ nachts auflegen, morgens den Sohn zur Schule bringen, mittags Tom Waits hören und über dem Bett hängt ein Bild von Jacques Tati. Wessen Zielgruppe ist das?
    Also von mir aus könnte arte zu ARD werden. Tagesthemen runderneuern und rein damit, die wirklich guten Magazine dazu, alle zwei Wochen einen wirklich ausgesuchten NEUEN Tatort beilegen, weniger Werbung, dafür mehr Zuschauerbeteiligung. Das sollte im Zeitalter von social media networking technisch kein Hexenwerk sein.
    Ich befürchte, das wird durch allgemeine Mutlosigkeit und unkreatives Duckmäusertum, durch Controller ohne Sinnlichkeit und durch Programmdirektoren mit Schützenverein-Mentalität vereitelt. Da ist kein Durchkommen. Und kein Geld? Im ZDF werden jednefalls weiterhin peinliche bis ärgerliche Spots für Prostata-Problemlöser und Abführpillen gesendet.

    Budgetprobleme alleine sind jedenfalls nicht der Grund:
    Immerhin verdient die BBC ziemlich viel Geld mit der Rechteverwertung von zum Teil beeindruckenden Dokumentationen. Einige davon wurden sogar selbst produziert. Fantasie und kultivierter Geschäftssinn sind sicher gute Ratgeber.

  • Sascha

    @Bastian: Deine Evaluation macht mich traurig.

  • Ich bin zwar schon im Rentenalter, aber ich denke wie viele, dass die ÖR sich nicht an privatem Niveausenken
    beteiligen sollten. Und es gibt viele “Ältere Menschen”, die interessante und aufrüttelnde und künstlerisch anspruchsvolle Filme nicht nachts um 01:00 Uhr anschauen wollen.
    Bei den meisten Sendungen zur Hauptsendezeit fühle ich mich für dumm und geistig nicht ansprechbar eingestuft. Und dafür muss ich entweder zahlen oder bei nicht enden wollenden (noch verdummendere) Werbeblocks in den Weinkeller flüchten!

  • Na, das spricht uns doch allen aus der Seele!
    Ich darf als ebenfalls über 60-jährige (Hallo, Gerhard Fehn!) jedoch anmerken, dass es auch jede Menge hervorragende, innovative und hoch motivierte ÄLTERE AutorInnen, RegisseurInnen und SchauspielerInnen gibt, die ein spannendes Programm gestalten könnten! Viele von uns sind – wie ich – als AutorInnen zur Prosa übergewechselt, weil wir zu e i n e m wirklich zu alt sind: uns auf Mainstream und Programme Marke “Eierlegende Wollmilchsau” zurechtstutzen zu lassen! Und als über 60-jährige brauche ich definitiv kein Einschlafprogramm, da ich – wie die meisten meiner AltersgenossInnen! – weder verblödet, noch vergreist noch vorgestrig bin und hervorragend schlafen kann, nachdem ich mir bis spät in die Nacht hinein downloads von “Game of Thrones”, “Breaking Bad”, “Damages” und “True Blood” reingezogen habe… ;o)

  • Vielen Dank an Clara und die Kommentatoren hier – ARD und ZDF haben das Geld, aber kein Interesse an Stoffen, die sie nicht selber in Auftrag gegeben haben, geschweige denn dem Publikum die Möglichkeit zu bieten mit zu entscheiden, was es sehen will (beispielsweise wie im Ansatz im ZDFneo TVlab, nur bitte mal für Serien und Fernsehfilme)

    Wie so eine Auseinandersetzung mit den Sendern seitens der Filmemacher aussieht, dokumentiere ich seit knapp einem Jahr exemplarisch auf diesem Produktionsblog des gleichnamigen Filmprojekts: http://www.generation89.de – einschließlich Briefverkehr mit dem Bayrischen Rundfunk.

  • Michael Paul

    Ich habe zum Thema “Öffenttlich-Rechtliche Sender” das im November 2012 erschienene Buch “Die Nimmersatten – Die Wahrheit über das System ARD und ZDF” im Buchhandel gefunden und mit Begeisterung gelesenen. Hier ist aus den zahlreichen kritischen Beiträgen auf dieser Seite, sowie der Printmedien in den letzten Monaten ein aktuelles “Zusammenfassendes Werk” entstanden. Ich kann es nur ALLEN empfehlen, die sich mit den Medien auseinander setzen möchten. Und wer es gelesen hat, sollte es nicht im heimischen Bücherschrank verstauben lassen, sondern seinem Landtagsabgeordneten zu Weihnachten schenken …. Damit sich mal überhaupt endlich etwas ändert, müssen unsere Landtagsabgeordneten zu Stellungnahmen der hier geschilderten Kritiken aufgefordert werden. Denn nur sie können durch eine entsprechende Änderung des Rundfunkstaatsvertrages etwas bewirken. Denn sie sitzen in den 16 Landtagen, Ausschüssen und Rundfunkgemien.
    Hier unter http://www.abgeordnetenwatch.de/ habe ich ein aktuelles Thema aufgegriffen:
    Zur bis Ende März 2013 laufenden ARD-ZDF-Kampagne “Freie Medien für freie Meinungen – Dank Ihres Rundfunkbeitrags.” habe ich drei Landtagsabgeordneten meines Bundeslandes, die dem Ausschuss für Kultur und Medien angehören, folgenden Brief geschrieben:

    ” Sehr geehrter Frau / Herr ……….,

    was soll denn diese Kampagne? Wir müssen ab dem 01.01.2013 A L L E einen Beitrag (Haushaltsabgabe = 17,98 €) für die öffentlich-rechtlichen Sender an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (neue GEZ) bezahlen. Egal ob wir überhaupt HÖHREN oder SEHEN wollen oder können. Wozu dann noch so eine kostspielige Männer-Werbe-Kampagne?

    Reklame macht Sinn, wenn man ein Produkt verkaufen möchte, wenn der Verbraucher frei über den Kauf, die Nutzung entscheiden kann, aber Reklame für eine “Zwangsmaßnahme” – mit dem durch diese Zwangsmaßnahme eingenommenen Geldern – ist zynisch und nichts anderes als eine Machtdemonstration der Öffentlich-Rechtlichen. Aus dem jährlichen 7,5 Milliarden-Topf. Auf Kosten der Gebührenzahler ….
    Ihr
    Michael Paul”

  • Michael Paul

    Ich habe zum Thema “Öffentlich-rechtliche Sender” das im November 2012 erschienene Buch “Die Nimmersatten – Die Wahrheit über das System ARD und ZDF” im Buchhandel gefunden und mit Begeisterung gelesenen. Hier ist aus den zahlreichen kritischen Beiträgen auf dieser Seite, sowie der Printmedien in den letzten Monaten ein aktuelles “Zusammenfassendes Werk” entstanden. Ich kann es nur ALLEN empfehlen, die sich mit den Medien auseinander setzen möchten. Und wer es gelesen hat, sollte es nicht im heimischen Bücherschrank verstauben lassen, sondern seinem Landtagsabgeordneten zu Weihnachten schenken …. Damit sich mal überhaupt endlich etwas ändert, müssen unsere Landtagsabgeordneten zu Stellungnahmen der hier geschilderten Kritiken aufgefordert werden. Denn nur sie können durch eine entsprechende Änderung des Rundfunkstaatsvertrages etwas bewirken. Denn sie sitzen in den 16 Landtagen, Ausschüssen und Rundfunkgremien.
    Hier unter http://www.abgeordnetenwatch.de/ habe ich ein aktuelles Thema aufgegriffen:
    Zur bis Ende März 2013 laufenden ARD-ZDF-Kampagne “Freie Medien für freie Meinungen – Dank Ihres Rundfunkbeitrags.” habe ich drei Landtagsabgeordneten meines Bundeslandes, die dem Ausschuss für Kultur und Medien angehören, folgenden Brief geschrieben:

    ” Sehr geehrter Frau / Herr ……….,

    was soll denn diese Kampagne? Wir müssen ab dem 01.01.2013 A L L E einen Beitrag (Haushaltsabgabe = 17,98 €) für die öffentlich-rechtlichen Sender an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (neue GEZ) bezahlen. Egal ob wir überhaupt HÖHREN oder SEHEN wollen oder können. Wozu dann noch so eine kostspielige Männer-Werbe-Kampagne?

    Reklame macht Sinn, wenn man ein Produkt verkaufen möchte, wenn der Verbraucher frei über den Kauf, die Nutzung entscheiden kann, aber Reklame für eine “Zwangsmaßnahme” – mit dem durch diese Zwangsmaßnahme eingenommenen Geldern – ist zynisch und nichts anderes als eine Machtdemonstration der Öffentlich-Rechtlichen. Aus dem jährlichen 7,5 Milliarden-Topf. Auf Kosten der Gebührenzahler ….
    Ihr
    Michael Paul”

  • Etienne

    Interessantes Thema. Muss ich mal noch genauer drüber nachdenken.

  • gabriela

    bravo bastian, dieser gedanke schoss mir auch sofort durch den kopf.Wer auch immer den brief geschrieben hat die diskussion zeigt deutlich auf mit wieviel frust und gähnender langeweile sich ein fernsehzuschauer herumschlagen muss.Zum glück gibt es die weiten des internets und gute bücher

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