Finnland  2012
Regie: Timo Vuorensola
Drehbuch: Michael Kalesniko
Darsteller: Udo Kier, Julia Dietz, Götz Otto, Christopher Kirby
Länge: 93 Minuten
FSK: 12

Ich erinnere mich noch als ich vor Jahren davon hörte: Nazis vom Mond auf der großen Leinwand. Das hörte sich verrückt an, wer würde das finanzieren? Es folgten Teaser, Trailer, Crowdfunding und sonstige Unterstützung, u.a. durch deutsche Filmfonds, ja sogar halbwegs bekannte Schauspieler. Selbst bei der Geschichte durften die Fans online Einfälle beisteuern. Die Erwartungen an dieses Herzensprojekt stiegen natürlich und die Trailer heizten den Hype weiter an. Umso enttäuschender ist dann das fertige Produkt. ‘Iron Sky’ ist ein platter Film ohne Witz, Charme und Verständnis für den schmalen Grat zwischen Trash und Dreck.

2018 schickt US-Präsidentin Palin zwei Astronauten auf den Mond. An Bord ist auch der Afro-Amerikaner James Washington. Die Astronauten stellen fest, dass sich auf der Rückseite des Mondes die Nazis breit gemacht haben. Einer wird erschossen, Washington wird gefangen genommen. Die Nazis finden bei ihm ein modernes Smartphone, mit dessen Rechenleistung sie die Geheimwaffe “Götterdämmerung” in Bewegung setzen könnten, wenn der Akku nicht leer wäre. Schnell begeben sich Götz Otto, Julia Dietz und James Washington, inzwischen “albinisiert”, auf die Erde, um mehr iPhones und iPads zu sammeln und die Götterdämmerung in Bewegung zu setzen und den Siegeszug der Nazis einzuleiten.

Die Enttäuschung ist ziemlich schnell verdammt groß. Schnell hat sich der Charme der Idee “Nazis haben sich 1945 auf dem Mond versteckt und kommen zurück um anzugreifen” ausgespielt. Es ist und bleibt eben eine Idee, die spät an einem Barbesuch entstand, und nicht auf 90 Minuten gestreckt werden kann – die Grundidee und Trailer reizen bereits alles heraus. Der Witz bleibt auch völlig aus. So ist es zwar nett, dass der Einstein-Verschnitt bemerkt, dass das Smartphone kein Computer sei, sondern auf die riesigen Schränke zeigt, doch das ist auch schon gefühlte 50 Mal besser gemacht worden, in Zeitreisefilmen. Ebenso ist die “Albinisierung” Washingtons nicht lustig. Es klingt wie die Idee eines rechten Fans, der auf die Fanpage schrieb: “Hey, wär doch lustig, wenn der Schwarze weiß wäre, oder? Versteht ihr? Der Neger als Arier! Haha!” Traurig. Noch schlimmer: Washington ist im Film nur Model und Posterfigur, nicht einmal richtiger Astronaut, weil sowas können die Neger doch gar nicht!

Das CGI der völlig überzogenen, höhepunktlosen Schlacht der Weltraumstation am Ende des Films steht stellvertretend für die Gesamtproblematik der Produktion. Es ist zu gut um wirklich trashig zu sein, aber noch meilenweit entfernt von Big-Budget-Produktionen. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, doch ihnen wird nichts gegeben. Der Palin-Verschnitt ist ultranervig gespielt und kaum etwas im Film macht wirklich Sinn. Als Plot-Device wird Chaplins “The Great Dictator” missbraucht, der Julia Dietz’ Charakter plötzlich um 180° herumdreht. Vorher noch für Palins Kampagne gemodelt, jetzt grüne Sozialpädagogin. (Übrigens liebe Produktion: Ihr könntet euch auch einfach mal informieren, ob denn 2018 wirklich eine Präsidentschaftswahl in den USA ist, wenn ihr sonst so auf die kleinsten Details achtet. Spoiler Alert: Es gibt keine.) Die Motivation aller Charaktere bleibt im Geheimen. Wieso sind die Nazis jetzt so bedrohlich? Wollen sie die Erde erobern? Wollen sie alle töten? Oder doch alle albinisieren? Meteorblitzkrieg? What?!

Doch der wohl schlimmste Fehler und ärgerlichste Punkt des Films ist der unrefklektierte Umgang mit den Nazis selbst. Die Nazis sind fähig gewesen auf den Mond zu fliegen. Sie sind nicht wie sonst im Film die Trottel oder Opfer, sondern können autark auf dem Mond leben. Ihre Technologie ist veraltet, aber sie haben eine Geheimwaffe erschaffen, die der Erdtechnologie völlig überlegen ist. Palins Kampagne übernimmt den Kleidungsstil und den Style der Nazis, weil er cool ist. Ja, das ist der schlimmste Fehler des Films, die Nazis sind cool. Jetzt haben auch die Neonazis mal einen Film für sich, in dem sie die Coolen sind. Gegen Ende jedoch der größte Knaller, der die Nazis, zu mindest unsere Mondnazis, relativiert: Ja, die USA sind ja auch voll schlimm und tun böse Dinge und beginnen Kriege für Ressourcen. Der politische Humor (wie zum Beispiel der gelungen Nordkoreawitz, bei dem die UN den nordkoreanischen Botschafter auslacht, als er die Angreifer als Nordkoreaner deklariert) hätte Potential gehabt. Doch so darf das nicht gehen. Der Bezug auf aktuelle Politik hätte der Demontage der Naziideologie weichen müssen, die hier zwar klamaukartig präsentiert (“Hey, Nazis on the Moon! Get it?”), aber nie hinterfragt wird.

Trash zu produzieren ist nicht gleich Trash haben am Ende. Der Wille war zu stark, zu berechnend, als dass jemals wirklicher Trash-Charme entstehen konnte. Gewollter Trash ist eben kein Trash, sondern einfach nur Müll.

2/10

  • Klingt vernichtend. Trotzdem möchte ich den Film im Kino sehen, leider läuft der hier nicht im O-Ton, der bei der Grundidee des Films mir obligatorisch erscheint. Da ich Machete schon sehr mochte und der ebenso gewollt trashig gemacht wurde, glaube ich schon, dass Iron Sky mich sehr unterhalten wird.

  • reeft

    Jap, mit der Synchro hast du recht. ich hätte mir auch gewünscht ihn im o-ton zu sehen, aber naja. hatte gehofft, dass die synchro vielleicht eine zusätzliche Trashebene eröffnet, aber nö.
    Und der unterschied zu machete is, dass dort robert rodriguez dahinter stand. ein mann, der ahnung vom film hat und der machete ein an sich eigentlich konventioneller und einfacher film ist, eben eine hommage an grindhouse, keine gewollte parodie.

  • Bachsau

    Weißt du was wirklich erbärmlich ist? Wenn Leute immer nur alles schlecht machen, es in der Luft zerreißen, weil es Ihnen an Ideen und Interesse mangelt, eine sinnvolle Rezension zu schreiben. Was du, besonders gegen Ende des Artikels forderst, ist nichts anderes als der Einheitsbrei der wirklich schon oft genug über die Leinwand geflackert ist, und bei dem wir alle langsam kotzen könnten weil’s uns zu den Ohren rauskommt. Dass Nazi-Ideologie für’n Arsch ist dürfte auch so langsam angekommen sein. Wir brauchen nicht noch mehr erbärmliche Jammerfilme, um auch ja zu begreifen wie schlecht das alles war, und es ist geradezu erfrischend positiv zu sehen, dass es Iron Sky gelungen ist, ausgerechnet das nicht schon wieder zu thematisieren.

  • flo

    Ich habe den Film nicht gesehen, finde die Rezension von reeft aber sehr schlüßg und gut argumentiert. Ein eigenes Urteil bilde ich mir dann, wenn ich den Film selber gesehen habe – sollte man eh immer.

    Ideen- oder Interessenlosigkeit kann man dem Autor ja nun wirklich nicht vorwerfen! Mit “Erbärmliche Jammerfile” meinst du wahrscheinlich Filme wie der Pianist oder Schindlers Liste? Gewagte Aussage, die mich dazu verleitet, dich in das revisionistische Lager zu stecken…

    Wenn ein Film Satire oder Trash (im postivien Sinne) darstellen will und am Ende die Nazis die coolen sind, dann läuft da was falsch. – Denn Nazis sind nicht cool.

  • reeft

    Schau dir doch mal bitte meine Posts, unten in den Related Posts verlinkt, an. Dort habe ich mein außerordentliches Interesse für das Projekt mehrfach ausgedrückt. Mir, basirend auf der Diskussionsgrundlage von “Iron Sky”, zu unterstellen, dass ich ideenlos bin, grenzt an Ironie.
    Dazu ist eine Rezension schlicht eine Meinung. Meine Meinung. Die du nicht teilen musst und insbesondere nicht so angreifen musst. Dass du dennoch so emotional und leidenschaftlich reagierst, kann nur bedeuten, dass du dich getroffen fühlst.
    Dass du dir selbst widersprichst, wirst du hoffentlich beim erneuten Lesen deines Kommentares auch bemerken. Dass Iron Sky das Potential und durchaus das Recht hat, etwas Neues zu wagen, spreche ich dem Film ja gar nicht ab. Nur die Umsetzung ist schlecht. Doch dir geht es ja um die Darstellung der Nazis. Du bist es also Leid immer die Nazis als Verlierer, Trottel und Unmenschen in Filmen zu sehen? Bist du denn der Meinung, dass diese Filme, wie Flo sie erwähnt (u.a. Schindler’s List, Der Pianist, etc.), die Nazis nicht richtig zeigt? Dir hängt es den Ohren raus zu hören wie schlimm die Nazis sind? Hmmm, also ich unterstreiche Flos Einteilung deinerseits.

  • Flo-user

    So,
    ich war gestern in diesem Film, und muss leider sagen : ” Time and money waste ”
    Tut mir leid aber die rezession von reef ist absolut hilfreich und ich wünschte ich hätte sie davor gelesen.
    Tut euch selbst den gefallen und seht euch den Film nicht an – dass sage ich nicht aus Eigeninteresse, sondern weil ich anderen Leuten die derbe Entäuschung ersparen will ! !

    Niemand von den 5 Personen mit denen ich in diesem Film war fand ihn gut .
    Irgendwann saß ich da und hab mir ernsthaft überlegt das Kino zu verlassen ! Keine übertreibung.

    Hiermit möchte ich niemanden daran hindern sich selbst ein Bild zu machen wenn er es für nötig hält, aber ich rate davon ab !

  • Nein, ich bin es nicht leid, dass Nazis als Verlierer dargestellt werden, aber ich bin es leid, dass das Thema auf Teufel komm raus im Mittelpunkt stehen muss. Nehmen wir “Die Welle”. Der Film hat einen ernsten Hintergrund, und setzt sich gut mit dem Thema auseinander. Ist auch ein guter Film, genau wie Schindlers Liste! Aber du, @reeft, prangerst an, dass Iron Sky eine unangebrachte politische Aussage mache, und übersiehst dabei, dass der Film gleich null politischen Inhalt hat. Wir reden hier über einen Trash-Film, dessen Handlung derart sinnfrei gestaltet ist, dass auch von Satire nicht mehr gesprochen werden kann. Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, in Iron Sky geht es nicht um Nazis. Allein schon der Plot ist völlig absurd. Der einzige Sinn ist, den Zuschauer mit Blödsinn zu unterhalten, und das macht der Film wirklich gut. In so einen Film auf Teufel komm Raus noch eine politische Botschaft pressen zu wollen, würde das ganze tatsächlich zerstören, und zeugt lediglich vom noch immer währenden Nazi-Trauma der Deutschen, denn Iron Sky ist kein politischer Film! Wer allerdings erwartet hat, einen politischen Film zu sehen, dessen Enttäuschung kann ich verstehen.

    Das einzige was man dem Film in dieser Hinsicht also vorwerfen kann, ist mit Titel und Aufmachung möglicherweise die falsche Zielgruppe anzusprechen. Aber das sollte sich erledigt haben, wenn man den Trailer gesehen hat. Krass verwundert hat allerdings, dass der Film es überhaupt unzensiert in die deutschen Kinos geschafft hat, aufgrund der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole weit ab von jedem dokumentatorischen Ansatz.

  • Bachsau

    PS: Sieh besser schleunigst davon ab, mir rechtes Gedankengut zu unterstellen. Ich bin eher links eingestellt, weit davon entfernt mich als Neonazi bezeichnen zu lassen.

  • flo

    Klingt ja gefährlich, als der letzte Kommentar ;)

    Ich klink mich aber erst in die Diskussion ein, wenn ich den Film auch gesehen habe… was angesichts meines schwindenden interesses, wohl schwierig werden wird…

  • flo

    *also

  • Ben

    Ich habe Iron Sky im Kino gesehen und fand ihn herrlich amüsant, wenn auch mit Makeln behaftet.
    Deinen Argumenten kann ich so auch nicht vollkommen folgen.

    (Achtung, Spoiler!)

    Die “Albinisierung” von Washington war eher albern als krass und wurde zum Glück nicht auf Teufel komm raus ausgeschlachtet. Außerdem halte ich deine Andeutung, der Charakter bediene rassistische Ansichten, für sehr überzogen. Washington wird als “Modell” und nicht als “richtiger” Astronaut dargestellt, das stimmt. Aber diese Enthüllung kommt in der ersten Szene mit dem Sarah Palin-Verschnitt, und die Weise, in der die Anwesenden darüber diskutieren, wird nicht etwa positiv oder zustimmend inszeniert, sondern hilft uns, die Präsidentin und ihren Verteidigungsminister sofort als schlecht und zynisch abzulehnen.
    Aber ansonsten wird Washington durchweg als der Protagonist des Films dargestellt, der durch Zufall in die Invasionspläne gerät, und versucht, sie zu vereiteln. Er ist es, der Renate Richter hilft, für sich selbst zu denken, und versucht, sie zu retten. Und am Ende … na ja, keine Spoiler. ;-)

    Die unreflektierte Darstellung der Nazis ist teilweise wahr. Ich sehe aber eher das Problem, dass die Macher versucht zu haben scheinen, drei Filme in einem zu verbinden: Eine klassische B-Movie-Parodie auf die alten Samstag-Abend-Schinken á la “Nazis! Auf dem Mond!”, eine Satire auf aktuelle Politik (Sarah Palin, UNO und Propaganda), und einen ernst gemeinten Film. Jeder Teil für sich hatte gute und schlechte Stellen, aber sie fügen sich nicht ineinander, und man merkt, wenn der Film den Gang wechselt, und von Satire auf ernsten Film umsteigt.
    Für jeden dieser einzelnen Filme müssen die Nazis verschiedene Rollen einnehmen: Als hassenswerte Bösewichte für den B-Movie, als Inspiration für die Wahlkampf-Propaganda von Palin, die ihre Rhethorik übernimmt, um das Wahlvolk zu umschmeicheln, und schließlich als “Opfer” (was zugegebenermaßen nicht glückt), wenn der Film eine ernsthafte Botschaft über die Grausamkeit des Krieges liefern will.
    Die Nazis werden nicht als “cool” dargestellt. Da gibt es ganz andere und von Kritikern hochgelobte Filme, die den Uniform-und-Führer-Fetisch des Dritten Reiches benutzen, von ihm geblendet werden und statt einer Kritik diesen optisch ausschlachten – was letztendlich mehr über die Mentalität der Macher solcher Filme entlarvt, als über die Menschenverachtung der Nazis.

    Okay, das ist jetzt etwas lang geworden. Ich hoffe, du hast trotzdem bis hierher gelesen, und sagst was. ;-)

  • reeft

    @Bachsau: Du vergisst aber den Unterschied, dass die Welle sich nicht direkt mit Nazis auseinandersetzt, sondern der psychologischen Dynamik der Masse und wie leicht Menschen durch Gruppendynamik zu beeinflussen sind. Ich widerspreche dir ganz direkt, wenn du sagst, dass Iron Sky keine politische Botschaft hat. Ganz klar wird mehrmals indirekt gesagt: Naja, die Amis machen ja auch ganz großen Blödsinn. Wenn es um Helium-3 geht, bezieht sich der Film direkt auf den Kampf um Rohöl und den Irakkrieg. Dass Iron Sky ganz klar Trash sein will, gebe ich ja zu, nur ist Trash nicht direkt Trash. Ich bin der Ansicht, dass man nicht (oder nur sehr selten, siehe z.B. Hobo with a Shotgun) direkt für dieses Genre produzieren kann, denn die Zuteilung erfolgt eher viele Jahre nach der Veröffentlichung durch Filmfans. Das mit den Symbolen hat mich auch überrascht.
    Ich habe aber ein viel tiefsitzenderes Problem mit deinem Kommentar, denn ich mag es nicht, wenn man dieses “Gehirn-abgeben”-Argument bringt. Aber das ist eine ganz andere Sache. Meiner Ansicht ist der Film einfach zu unreflektiert mit seiner Schnappsidee umgegangen. Punkt.

    @Ben: Habe ich, Ben. Ich lese jeden Kommentar und antworte immer, auch wenn es manchmal ein wenig länger dauert. Danke für deinen langen und ausgesprochen eloquenten Kommentar, dem ich größtenteils zustimme, insbesondere im Bezug auf die franksteinartige Zusammensetzung des Films. Hier liegt wohl das Problem, mit dem Bachsau hapert: Auf der einen Seite wollte man Trash, aber dann wiederum auch Bezug auf aktuelle Geschehnisse und den politischen Alltag. Das funktioniert nur selten, hier gar nicht.
    Bei Washington muss ich dir allerdings widersprechen. Meiner Ansicht kann er kaum als Hauptperson bezeichnet werden, tritt er doch in der ersten Hälfte des Films nur reaktionär auf, fehlt dann für bestimmte Zeit gänzlich und wird erst gegen Ende minimal aktiv.
    Es spielt meiner Meinung nach auch keine wirkliche Rolle, ob die Inszenierung der Mondlandung durch ihn Palin charakterisieren oder sie als Rassistin entlarven soll. Am Ende wird auch hier zu unreflektiert mit der Thematik umgegangen. Beim Zuschauer bleibt am Ende die Message hängen: Der Schwarze war nur Model, es gibt ja keine richtigen, farbigen Astronauten. Dann wird er dazu weiß – obwohl er dann in der Gesellschaft keine “Randgruppe” mehr ist, kommt er dennoch nicht mit der Gesellschaft klar, weil er innerlich noch Afro-Amerikaner ist und nur Model war, mehr kann er halt nicht. Erst gegen Ende wird er der “Held”, der aber nicht alleine für den Erfolg verantwortlich ist. Nicht er stimmt Richter um, sondern ein Film, etc. Ich verstehe deinen Standpunkt. Ich bin auch bereit alles nicht ganz so extrem zu sehen, wie ich es gerade beschreibe. Es sind nur die möglichst radikalsten Interpretationen. Ich will nur sagen: Unreflektierter Umgang.

  • Bachsau

    Ja, das stimmt allerdings. In Bezug auf die USA sind wirklich einige Parodien enthalten, die auch eine politische Aussage machen. Und die ist gar nicht mal verfehlt. :)

  • reeft

    Ja, Mann, aber genau das ist ja das Problem. Dass die Bush-Administration übel war, müssen wir doch gar nicht diskutieren. Dass aber in dem Kontext die Nazis relativiert werden, geht aber gar nicht. Wie Ben es richtig sagt, hier wurden Sachen vermischt, die nicht vermischt gehören.

  • Hans

    Eine Meinung geboren aus zu wenig Nachdenken. Der “unrefklektierte Umgang mit den Nazis” – ist in diesem Film gut umgesetzt. Denn die unverhohlene internationale Bewunderung für die Wunderwaffen der Nazis, die die Leiden der Zwangsarbeiter selten berührt, ist hier in Perfektion ins Absurde geführt worden. Wer heute die Reden der weißen US-Präsidenten-Kandidaten hört, wird oft an die Reden der Nazis vor 1933 erinnert, sowas hat im Kino bisher noch keiner gewagt deutlich zu machen. Die Albinisierung von Washington ist genau das, was die WASP Amerikaner mit Obama gemacht haben. Auch das trifft exakt. Die Rolle des Quoten-Schwarzen in Filmen und im realen Leben ist hier verarscht worden, das ist eigentlich perfekt in dem Spruch “Black to the moon” als Propaganda Idee umgesetzt. Es zeugt von enormer Verkrampftheit des “politsch korrekten” Kritikers, das nicht zu erkennen.

  • Simon Oakey

    Danke für die Rezension! Ich finde die Kritik völlig angemessen, wenn nicht sogar behutsam. Ich verstehe allerdings nicht, wie man diesen Film als “Erfrischung” verstehen kann. Wieviel Müll muss man sich angesehen haben um schon so abgestumpft zu sein? Es geht hier ums dritte Reich, keine Mutmaßung oder irgendwelche selbstinterpretierten Halbfakten aus Pseudowissen über Amerika. Das hat in dem Zusammenhang überhaupt keine Relevanz – auch nicht die fadenscheinigen Vergleiche zu cineastischen Banalitäten. Betroffenheit sollte niemals geheuchelt sein, das stimmt – und Jammerfilme über die NS Zeit sind auch nicht das Gelbe vom Ei – Besucht einmal Auschwitz oder Buchenwald und dann sagt bitte nochmal, das NaziSky eine Erfrischung ist….

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