Meine Top 11 Fernsehserien 2011

30 Dec, 2011 · Sascha · Fernsehen

1. Breaking Bad

Die vierte Staffel von Breaking Bad war nicht nur die beste der Serie, sondern wahrscheinlich die beste Staffel in der gesamten Fernsehgeschichte. Wer es nicht schaut, ist selbst schuld.

2. Game of Thrones

DER Überraschungshit des Jahres. Dass G. R. R. Martins “A Song of Ice and Fire” fast schon legendäre Ausmaße narrativer Erzählung annimmt, weiß der geneigte Geek mit Sicherheit. Dank HBO und klugen Showrunnern konnte das auch annähernd und in einer für Fans befriedigenden Weise umgesetzt werden. Qualitativ hochwertig, gut gespielt und vor allem dreckig, erwärmt der neue Hit am Fantasyhimmel sowohl Herzen der Geeks als auch der Casual Viewer.

3. The Walking Dead

Neben Breaking Bad mein Serienhighlight des Jahres. Doch die Erwartungen waren hoch. Der Comic nimmt ab dem zweiten Volume einiges an Fahrt auf und erreicht für einen Zombiecomic ungeahnte Tiefe. Die erste Staffel war etwas enttäuschend, trotz einem Wunschstart und einer allgemein guten Produktionsqualität. Daher war die erste Hälfte der neuen Staffel für mich auch so eine Art Make-or-Break-Ding und so richtig hat sich das Team um Glen Mazzara noch nicht entschieden. Die erste Hälfte der zweiten Staffel war gut, besser als das Mischmasch gegen Ende der ersten. Doch wohin die Serie wirklich gehen wird, wird sich erst jetzt zeigen, denn die Folgen nach der Winterpause sind die ersten ohne den ehemaligen Showrunner und -Erfinder Frank Darabont.

Wesentlich detailliertere Reviews zu den einzelnen Folgen sind hier zu finden:
The Walking Dead – “Pretty Much Dead Already”
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”
The Walking Dead S02E05 – “Chupacabra”
The Walking Dead S02E06 – “Secrets”

4. Louie

Louis C.K.. LOUIS C.K.!

5. Community

Community kann man schwer erklären. Oberflächlich ist es eine Serie um eine Studiengruppe an einem Community College in Greendale, die sich gründete, weil der Protagonist Jeff die blonde Anarchistin Britta poppen wollte, doch unter dieser oberflächlichen Gründungsgeschichte schlummern soviel Infererenzen-, Popkulturreferenzen-, Zeitreisen- und Nerdscheiß, der es unmöglich macht, die Serie zu beschreiben. Community muss man erleben. Wird niemals im deutschen Fernsehen kommen, weil a) zu intelligent und b) zu kleines Publikum. Letzteres führt auch zur womöglichen Absetzung in den USA, doch die Fans organisierten spontan einen Flashmob und sangen Weihnachtslieder über die Serie vor dem NBC-Hauptgebäude in New York – verkleidet als Charaktere aus dem bösen Universum der Serie. Yep, that exists.

6. How I Met Your Mother

Ganze 7 Staffeln gibt es inzwischen und das Mysterium um Teds Frau ist immer noch nicht gelöst. Wieso das eigentlich gar nicht so wichtig ist und die Serie eigentlich um etwas ganz anderes geht, argumentiert Linda Holmes sehr überzeugend hier (Moneyquote: “It operates on a kind of faith in the fundamental goodness of life: that your love will be returned; that your perseverance will pay off; that the family you choose — your friends — can be just as loving and loyal as the family you were given.”). Ich stimme jedem Wort in diesem Artikel zu und könnte gut und gerne noch Staffeln bis zum realen 2030 produziert sehen. Eine achte steht ja schon fest. Die Quoten verlangen nach mehr. Ich auch.

7. Boardwalk Empire

Boardwalk Empire fordert dem Zuschauer viel ab. Die Serie motiviert mich nicht genug dazu im Internet nach jeder Folge genau zu recherchieren, wer da jetzt wo was wie in der Realität getan hat und wie das in der Serie umgesetzt wurde und wie die Figuren jetzt alle heißen; aber sie fasziniert mich. Alle scheinen Allianzen gegen Nucky in der zweiten Staffel aufzubauen, wobei eigentlich unterschwellig alle Linien verschwinden und am Ende alle gegen jeden kämpfen. Es ist wunderbares Genre- und Zeitgeschichtefernsehen in einem und dabei für Jedermann. Es spielt keine Rolle, wie “Ach ja, der Typ!” oder der “Typ, der immer so komisch lacht” heißen, es ist eher wichtig, wie die Figuren zu unseren wenigen wichtigen Hauptprotagonisten stehen. [SPOILER] Und von denen hat die Serie am Ende der Staffel einen weniger [/SPOILER] – das Finale könnte von G. R. R. Martin selbst geschrieben sein. Ergreifend, schön, rau und ungewiss. Jetzt kann alles passieren. Alles was wir wissen, ist, dass die Tragödie des Enoch Thompson nächstes Jahr sicher in die dritte Runde geht.

8. New Girl

Der Überraschungshit in Sachen Comedy in diesem Jahr. Eine Hauptdarstellerin, die mal keine erfolgreiche alleinerziehende, erfolgreiche Allroundfrau und keine arme Prinzessin ist, der vom guten Prinz auf dem Ross geholfen werden muss, sondern eine ganz normale, etwas eigenartige, dafür umso liebevollere Nerdine des 21. Jahrhunderts in einer Männer-WG. Der Charakter des Schmidt hat Chancen der neue Barney Stinson der Sitcom zu werden.

9. Terra Nova

Manchmal haue ich meinen Kopf auf den Tisch und tue mir sehr weh, weil ich lieber den Schmerz ertrage als sehen zu müssen, wie sehr Terra Nova sein Potential vergeudet. Aber zurück in die Zukunft: Die Welt 2149. Die Reichen leben in riesigen Domen, der letzten Oase der Natur. Der Rest der zig Milliarden leben in einer industriellen Hölle, völlig überwacht und unter stetiger Geburtenkontrolle, in der die Luft so schlecht ist, dass die Menschen wahrhaftig ersticken, sofern sie keine Atmungsgeräte besitzen. Doch dann ein Wunder: Eine moderne Art eines Teilchenbeschleunigers schafft es ein Portal ins Jahr 85 Millionen vor Jesu Geburt zu öffnen: Willkommen in Terra Nova. Die Familie um Jim Shannon wird ausgewählt und landet in einer Art Jurassic Park meets ABC-Family: typisches Spielberg-Fernsehen mit großem Fokus auf konservative Werte wie Familie, Treue, Loyalität und Liebe. Von einzigem Interesse ist der verschrobene Anführer Taylor, wunderbar gespielt von Stephen Lang, der hier die um 180° gedrehte Version seines recht eindimensionalen Fieslings aus Avatar neu und interessanter erfindet.

Die erste Hälfte der nur mit 12 Episoden ausgestatteten ersten Staffel sind unerträglich: Kinder büchsen aus oder machen sonstigen Blödsinn und das nette Familienphoto am Ende jeder Folge darf natürlich auch nicht fehlen. Und auch wenn sie das nicht unbedingt stark bis sogar hin ins Finale ändert, bekommen immerhin andere Aspekte der Show größeren Anteil, so auch Taylor, seine Geschichte als erster Mensch, der durch das Portal ging und seine Familie.

Das Finale ist ebenfalls sehr interessant und gibt der Serie sehr viele Wege wohin sie gehen kann. Wenn man die Härte ein wenig wie im Finale erhöhen und die Familienknuddeleien herunterfahren könnte, hätte man hier ein außerordentlich interessantes Genrefernsehen, das zwar weder mit CGI-Effekten noch außerordentlich interessanten Geschichten, aber mit einer starken Atmosphäre und Message (wenn auch nicht originellen) überzeugen kann. Ein Fokus und eine stärkere Einbindung der Welt 2149 wäre auch wichtig. Immerhin waren die ersten 15 Minuten der Serie mit die Besten. Diese Welt war interessant. Eine Serie, die komplett hier gespielt hätte, oder sich zu mindestens dort länger aufgehalten hätte, wäre mir fast noch lieber. Dennoch, Potential ist da. Es wird verschwendet werden, da bin ich mir sicher. Aber die Hoffnung bleibt.

10. Weeds

Tja, soll’s das jetzt gewesen sein? 7 Staffeln Vorstadtkalifornien, Mexiko, eine Reise durch die USA und nun schließlich Manhattan. Daran, dass Weeds’ Hauptdarstellerin Nancy und ihre Familie sich aus Schlamasseln, die sich über eine Staffel ausbauten, binnen kürzester Wendungen innerhalb einer Episode befreien können, haben sich regelmäßige Zuschauer längst gewöhnt. Dass aber dann doch alles so sang und klanglos endet, hätte auch keiner gedacht. Showrunner Jenji Kohan meinte, dass das Finale sowohl als Serien- als auch als Staffelende funktionieren würde. Tat es natürlich nicht – der Cliffhanger war brutal. Aber wir kriegen eine achte Staffel. Hoffentlich dieses Mal mit etwas mehr Action, mehr echten Problemen und eventuell sogar ein paar Opfern.

11. American Horror Story

Eine sich nicht all zu ernst nehmende Horrorserie um eine zerbrochene Familie, die in ein Haus in Los Angeles zieht um wieder zusammenzuwachsen, stattdessen aber in einem Geisterhaus landen. Trash, der weiß, was er ist und Spaß macht. Dunkel, spaßig, blutig. Das Finale der ersten Staffel ist herrlich, ermöglicht ungeahnte Möglichkeiten und ermöglicht der Serie mehrere Staffeln, während die anfängliche Geschichte wohl nur für eine gereicht hätte.