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© AMC

Fear The Walking Dead hat vielleicht ein zentrales Anliegen, aber keinen Plot. Noch nie zuvor wurde das so deutlich wie in dieser Episode, in der die Autoren die Handbremse ziehen. Szenen, die eigentlich in moralischer Hinsicht spannende und aufregende Momente bieten sollten, schläfern nur ein.

Zwei Folgen vor dem Staffelfinale verspürt man bei der neuen Folge von Fear the Walking Dead keine wirkliche Aufregung. Bei dem Spin-off handelt es sich um eine Serie, die komplett in Ruhe ihre Geschichte erzählt. Und während dies nicht unbedingt einen Abfall der Qualität bedeuten muss, wie zum Beispiel die Folge mit Nick in der Wüste bewiesen hat, kann in der neuen Folge Date of Death kein Aspekt des Storytellings überzeugen. Wenn man für Fear the Walking Dead ein Todesdatum feststellen müsste, es wäre wohl der Ausstrahlungszeitpunkt dieser Folge der 2. Staffel.

Die Folge untergräbt die potentielle Spannung binnen der ersten Minuten. Fast schon pathologisch zeigt Fear The Walking Dead, welche Handlungen und Aktionen gut und welche schlecht für die Gruppe waren, anstatt wenigstens einmal im Ansatz ambivalente Geschichten zu erzählen. Madisons (Kim Dickens) Idee mit der Neonschrift am Ende der letzten Folge hat nämlich etliche Flüchtlinge angelockt, die nun an verschlossenen Toren abgewiesen werden. Eine ziemlich offensichtliche sowie ironische Metapher, so bauen schließlich selbst in Mexiko nun die Amerikaner Mauern, um die Einwohner auszuschließen. Madisons Entscheidung war dumm und sie nur bisweilen als latent hysterisch zu charakterisieren, erklärt so eine fadenscheinige Entscheidung nicht, die – so will uns das Ende der Folge beweisen – natürlich Tod und Unheil im Staffelfinale von Fear the Walking Dead bringen wird.

Darüber hinaus ist die Darstellung der Frauen allgemein einen Blick wert. Wieso müssen es eigentlich immer Madison oder Lori oder Deanna aus der letzten Staffel der Mutterserie sein, die dumme Handlungen in einer Führungsposition begehen? Damit möchte ich der Serie keinen böswilligen Sexismus unterstellen, dafür fehlt schlicht Absicht, aber wenn alle Frauen entweder als übermenschliche Kämpferinnen oder als schwächelnde Weiber dargestellt werden, ist ein Muster zu erkennen. Madisons Begründung und bisherige Reise als Figur reichen schlicht nicht aus, um basierend auf den bekannten Informationen diese Entscheidung zu rechtfertigen.

Nein, stattdessen ist es ein offener Bruch mit der Figur, die normalerweise alles tun würde, um ihre Familie zu beschützen. Das Neonlicht lässt lediglich alle Figuren pünktlich zum Staffelfinale am Hotel eintreffen, sodass viele Redshirts sterben können, es mehrere Antagonisten gibt und man ein großes Chaos inszenieren kann. Und das ist generell ein enormes Problem, das sowohl The Walking Dead als auch Fear The Walking Dead plagt. Dass ein gewisses Muster aus „Flucht – Versteck – Attacke – erneute Flucht“ in einem lange andauernden post-apokalyptischen Narrativ entstehen kann, lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Comic-Vorlage gibt jedoch auch einen alternativen Weg vor, weshalb insbesondere die kommende 7. Staffel von The Walking Dead interessant sein könnte.

Aber bis dato gleichen sich ganze Staffelhälften nahezu identisch. Es gibt nette Bottle Episodes, die als Lichtblicke agieren und ansonsten teilt man die Figuren auf, um den Plot in die Länge zu ziehen, um im Finale auf die Kacke zu hauen. Die sehenswerten Folgen einer Staffel im Walking Dead-Universum lassen sich an einer Hand abzählen und es ist stets der Auftakt, das Mid-Season-Finale und das Staffelfinale. Dazwischen herrscht oft große Leere. Und so wären wir bei Date of Death angekommen. (weiterlesen…)

JFK vs. NIXON vs. TRUMP

28 Sep, 2016 · Sascha · Film · 1 comment

Presented without comment.

Firewatch wird verfilmt

27 Sep, 2016 · Sascha · Film · 0 comments

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THR berichtet, dass Campo Santos Firewatch verfilmt wird. Der Spieleentwickler schließt sich zusammen mit dem Filmproduzenten Good Universe, um die Grenzen zwischen Videospielen und Filmen zu überbrücken. Eine Adaption von Firewatch, einem der besten Spiele des Jahres, sei ein erstes gemeinsames Projekt.

“When we met Good Universe we were floored by how they recognize, cultivate and produce incredible stories. It’s rare you meet another group that shares so many of your values and makes the process of creating things even more exciting. We can’t wait to see what we make together,” said Campo Santo founder Sean Vanaman, who announced the deal with co-founder Jake Rodkin and Good Universe’s co-founder Joe Drake and vp international Akshay Mehta.

Ich bin kein großer Fan der Filme, die Good Universe bisher produziert hat. Firewatch funktioniert vor allem auf Grund der einmaligen grafischen Gestaltung sowie einer hoch emotionalen Story, die dem Spieler nicht das gibt, was er will. Gerade dieser Punkt macht das Spiel und das Ende so besonders. Sollte man daraus eine treue Adaption produzieren können, eventuell sogar mit den Sprechern Cissy Jones und Rich Sommer aus dem Spiel und einem talentierten Indie-Regisseur, hätte der Film definitiv Chancen auf Preise, zum Beispiel beim Sundance Filmfestival. Das halte ich für gar nicht unabwegig.

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Look at this beauty! Look at it! Mhmhmhhhmm! Ich hatte Victo Ngais Art Print für In The Mood For Love aus einer privaten Commission Group, in der ich Mitglied bin, bereits mehrfach angeteast. Da die Prints nun endlich angekommen sind, kann man auch öffentlich darüber berichten. Ich könnte nicht glücklicher mit diesem Print sein. Victo Ngai zählt zu den talentiertesten Illustratoren ihrer Generation und hat kein alternatives Poster für uns geschaffen, wie das in der Poster-Szene leider viel zu oft der Fall ist, sondern ein echtes Kunstwerk.

Hier sind die drei originalen Entwürfe, von denen der dritte dann endgültig gewonnen hat. Es gab einen Lagerkampf zwischen dem Sieger und dem ersten Entwurf. Ich bin froh, dass dieser nostalgische Rückblick gewonnen hat.

Beide Konzepte haben zweifellos etwas für sich. Der erste Entwurf verkörpert eher die Spannung zwischen den beiden Hauptfiguren und die Zurückhaltung, die sie vor einer Affäre bewahrt, während natürlich ihre Ehegatten stets im Hintergrund und im Hinterkopf bleiben. Der dritte Entwurf ist aber stärker. Nicht nur, dass er die vielleicht schönste Szene des Films einfängt, er verkörpert auch den nostalgischen und länger anhaltenden Schmerz, den Mr. Chow und Mrs. Chan spüren werden. Die Fantasie, die die Beiden aufrecht erhalten haben, ist vorbei. Als enormer Fan des Films, könnte ich nicht glücklicher sein.

Hier noch zwei Close-ups, die aber wie so oft der tatsächlichen Qualität der Lady Lazarus Druckerei nicht gerecht wird.

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Vor ein paar Monaten hatte Matt Vince diese fantastischen Fake-Poster für einen Zelda-Film im Stil von Studio Ghibli gemalt. Die Dinger gingen viral, auch ich habe sie hier irgendwo auf dem Blog and that was that. Dachte ich jedenfalls! Dieses großartige Hirngespinst hat Matt weitergesponnen und in einen Trailer verwandelt. Check it out!

Kann das bitte echt sein? Bitte? Wieso ist das nicht echt? Nintendo wird das Ding wahrscheinlich noch eher löschen als Matt Vince für dieses wunderschöne Video irgendwelche Kompensationen oder Kooperationen anzubieten. Ich habe auch nicht wirklich mehr zu sagen. Alles passt. Es ist einfach so wunderschön.

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Ich liebe diese CGI-Artwork von Michael Medvedi. Dies ist genau die Route, die ein Pokémon-Film gehen sollte – stattdessen gibt es Detektiv Pikachu. Dabei ist genau das hier das perfekte Teaser Poster! Hier fehlt noch eine Tagline und ein Startdatum und das Ding ist perfekt. Ehrlich jetzt. Ich liebe dieses Bild. So bunt, so cool und sehr selbstbewusst bezüglich dessen, was das Franchise ausmacht. (via)

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Nach vier Jahren Podcasting war ich nun zum ersten Mal als Gast unterwegs, nämlich(Podcast I) Ich bin beim Schaulenzer-Podcast von der lieben Frollein Tüdel zu Gast gewesen. Zusammen mit Troys Filmclub haben wir die wichtigsten Momente der diesjährigen Emmy-Verleihung besprochen und die Liste der Gewinner kritisch beäugt. Den Podcast gibt es übrigens auch auf YouTube.